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Licht aus Plastik

30.10.2008
Glühbirne ade – schon bald werden organische Leuchtdioden Licht in Räume bringen. Die Fraunhofer-Gesellschaft eröffnet in Dresden ein Zentrum für Organische Materialien und Elektronische Bauelemente.

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An der feierlichen Eröffnung am 30. Oktober 2008 nehmen teil: Stanislaw Tillich, Ministerpräsident des Freistaats Sachsen, und Prof. Marion Schick, Vorstand für Personal und Recht der Fraunhofer-Gesellschaft.


Strahlend hell, brillant und flexibel – so soll die Zukunft aussehen: Großflächige Panels oder Folien beleuchten unsere Zimmer anstelle von grellen Glühbirnen oder flackernden Neonröhren. Möglich machen es leuchtende Kunststoffe: Organische Licht emittierende Dioden, kurz OLEDs. OLEDs sind Bauelemente aus ultradünnen organischen Schichten, die beim Anlegen einer Spannung Licht aussenden. Sie gelten als Zukunftstechnologie für Displays und Beleuchtung. Als Flächenstrahler liefern sie ähnlich wie Tageslicht eine diffuse Helligkeit. Weitere Vorteile: Sie lassen sich auf beliebige Flächen aufbringen und brauchen nur wenig Strom.

Designer haben bereits erste OLED-Lampen entwickelt. Doch damit sich die neuen Beleuchtungssysteme auf dem Massenmarkt behaupten können, müssen sie sich kostengünstig fertigen lassen. »Die Industrie für organische Beleuchtung wird nur entstehen, wenn wir in Europa nicht nur entwickeln und das Design vorgeben, sondern auch hier herstellen«, erläutert Prof. Karl Leo, Institutsleiter des Fraunhofer-Instituts für Photonische Mikrosysteme IPMS.

Im »Center for Organic Materials and Electronic Devices Dresden«, COMEDD abgekürzt, arbeiten Fraunhofer-Forscher an der Entwicklung und Pilotfertigung organischer Leuchtdioden, die auf kleinen Molekülen basieren. Insgesamt 25 Mio Euro investierten die Bundesregierung, der Freistaat Sachsen und die Europäische Union in das Zentrum. Aufgabe des Zentrums ist die Entwicklung kostengünstiger und produktionstauglicher Prozesse für organische Halbleiterbauelemente und organische Solarzellen. »Mit COMEDD etablieren wir ein europaweit führendes Zentrum für organische Halbleiter, das produktnahe Forschung und Entwicklung sowie die Umsetzung der Forschung in die Pilotfertigung ermöglicht«, betont Leo.

Kernstück des Zentrums sind mehrere Vakuumbeschichtungsanlagen. Für die Fertigung von OLEDs auf Glassubstraten wird eine neuartige Beschichtungslinie für Glas und Folien von Sunic System aus Südkorea in Kooperation mit der Aixtron AG Deutschland installiert. Diese Linie ermöglicht es, neue Prozesskonzepte zu evaluieren. Für die Entwicklung und Herstellung von OLED-Beleuchtungsmodulen auf flexiblen Substraten bietet COMEDD eine Rolle-zu-Rolle-Beschichtungsanlage der Dresdner Firma Von Ardenne Anlagentechnik GmbH. Die Anlage wird in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP aufgebaut.

Mit den neuen Anlagen lassen sich nicht nur organische Beleuchtungssysteme herstellen, sondern auch organischen Solarzellen – wie zum Beispiel Kunststoffsolarzellen im Rolle-zu-Rolle-Verfahren.

Moritz Fleischer | Quelle: Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen: www.ipms.fraunhofer.de

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