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Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung massiv zu steigern. Hierfür muss immer mehr Ökostrom intelligent - das heißt wirtschaftlich, vollständig und bei hoher Versorgungssicherheit und -qualität - in die Stromnetze integriert werden.
Voraussetzung dafür ist eine breit angelegte Aufrüstung der IKT (Informations- und Kommunikationstechnologien) im Bereich der Verteilungsnetze und der Aufbau virtueller Kraftwerke.
Mit dem Förderprogramm "E-Energy: IKT-basiertes Energiesystem der Zukunft" hat sich das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) zum Ziel gesetzt, anhand von sechs E-Energy-Modellregionen zu zeigen, wie groß das Optimierungspotential von IKT für mehr Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit in der Stromversorgung ist. Die DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik im DIN und VDE unterstützt das BMWi und das BMU in allen Normungs- und Standardisierungsfragen bei der Realisierung der E-Energy-Projekte und hat dafür eigens das Kompetenzzentrum E-Energy gegründet.
Ziel des Kompetenzzentrums E-Energy in der DKE ist es, innovative Ergebnisse aus der Arbeit der Projekte frühzeitig aufzugreifen und in die internationale Normung einzubringen. So unterstützen DKE- und DIN-Experten die E-Energy-Projekte bei der Normung von Funktionalitäten und Schnittstellen. Gerade vor dem Hintergrund des internationalen Wettbewerbs sollen die Ergebnisse damit auch langfristig, also über die Projektlaufzeit hinaus, gesichert werden. Denn nur durch eine frühzeitige, internationale Normung der elektrotechnischen wie der verbraucherorientierten Aspekte werden wichtige Zukunftsmärkte besetzt. "Anderenfalls wäre es denkbar, dass in Deutschland entwickelte Lösungen schon am Ende der Projektlaufzeit veraltet wären, wenn sich international bereits andere Normen ohne Beteiligung der hiesigen Experten etabliert hätten", warnt Dr.-Ing. Bernhard Thies, Sprecher der DKE-Geschäftsführung. Gleichzeitig prüft die DKE die weltweiten Normungsaktivitäten im Bereich der intelligenten Netze (Smart Grids) und verwandten Themenbereichen auf ihre Relevanz für die E-Energy-Projekte. "Ideen, die bereits international diskutiert werden, müssen in Deutschland nicht ein weiteres Mal erfunden werden", konstatiert Thies.
"Das Kompetenzzentrum E-Energy der DKE sieht sich als interdisziplinäres Experten-Netzwerk der E-Energy-Projekte. Wir bringen die Visionen und Innovationen mit der existierenden Technik zusammen", erklärt Johannes Stein, zuständiger DKE-Experte für das Kompetenzzentrum E-Energy. Neue Ideen fließen damit direkt in die zukünftige Systemnormung durch die DKE ein. Umgekehrt können die Experten der DKE-Gremien die Realisierungsmöglichkeiten und den Entwicklungsstand der neuen Funktionalitäten in Bezug auf existierende Normen kommentieren. "Sicherheit in der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik ist eine Kernaufgabe der DKE. Daher bieten wir an, zusammen mit den Experten unserer Fachgremien die neuen Entwicklungen unter Sicherheitsgesichtspunkten zu beraten", ergänzt Thies. Hierzu legt die DKE gemeinsam mit den Experten der E-Energy-Projekte und der Fachgremien Prüf- und Testmethoden fest.
Zusammen mit neuen Dienstleistungen und Marktprozessen wird sich der Umgang mit Energie in Zukunft grundlegend wandeln. Neue Prozesse und Funktionen bedeuten eine Vielzahl von Schnittstellen, die kompatibel sein müssen. "Entwickler und Anwender dürfen sich zukünftig nicht nur auf die Datenübertragung fokussieren, sondern müssen auch ein tiefgründiges Verständnis der zugrundeliegenden Funktionalitäten und Prozesse gewinnen. Wenn die einzelnen E-Energy-Projekte isoliert voneinander solche Prozesse entwickeln würden, bestände die Gefahr, dass sich Insellösungen in den einzelnen Modellregionen etablieren würden, die dann aber nicht in die Breite übertragen werden könnten. Aus diesem Grunde unterstützt die DKE mit ihrer Expertise die Begleitforschung der Bundesregierung bei der Koordinierung der E-Energy-Projekte", so Thies. Nähere Informationen unter www.dke.de, www.vde.com und www.e-energie.info.
Über die DKE:
Die vom VDE getragene DKE Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE erarbeitet Normen und Sicherheitsbestimmungen für die Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik. Sie vertritt die deutschen Interessen im Europäischen Komitee für Elektrotechnische Normung (CENELEC) und in der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC). Die VDE-Bestimmungen basieren heute größtenteils auf Europäischen Normen. Rund 3.500 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung erarbeiten das VDE-Vorschriftenwerk in der DKE. Die VDE-Bestimmungen basieren heute größtenteils auf Europäischen Normen, die zu etwa 80 Prozent das Ergebnis der internationalen Normungsarbeit der IEC sind. www.dke.de
Über die Normung
Wer die Norm setzt, macht den Markt. Wer nicht normt, dem bleiben die Märkte verschlossen. Normen sind daher so wichtig wie Patente. Nach der Hightech-Strategie der Bundesregierung schafft eine frühzeitige Berücksichtigung von Normungsaspekten im Forschungsprozess und bei der Umsetzung von Forschungsergebnissen im Hochtechnologiebereich Wettbewerbsvorteile für Deutschland. Gerade im internationalen Wettbewerb ist die frühzeitige strategische Einbindung von Normen und Standards in der Entwicklungsphase eine wesentliche Voraussetzung für eine schnelle und erfolgreiche Markteinführung von Innovationen. Um schnelle Entwicklungsprozesse zu unterstützen, haben die Normungsorganisationen neben der klassischen Normung Standardisierungsprodukte entwickelt. Diese ermöglichen eine schnellere und flexiblere Erstellung von Festlegungen in einem frühen Stadium und können dann im weiteren Prozess in die klassische Normung überführt werden. Beispiele hierfür sind die VDE-Anwendungsregeln, VDE-Fachberichte oder Vornormen im nationalen Umfeld oder bei der Internationalen Elektrotechnischen Kommission (IEC) die "Public Available Specification" (PAS).
Pressekontakt: Melanie Mora, Tel. 069-6308461, melanie.mora@vde.com
Melanie Mora | Quelle: VDE
Weitere Informationen: www.vde.com
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