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Das Energiesparen kann man elektronischen Geräten und Infrastrukturen bald selbst überlassen. Professor Schahram Dustdar und sein Team von der Technischen Universität Wien möchten Computer und ganze Elektrizitätsnetze untereinander kommunizieren lassen. Durch eine intelligente Steuerungssoftware kann so Energie eingespart und damit der Kohlendioxid-Ausstoß verringert werden.
Bots regieren Software
"Wenn eine Klimaanlage ausfällt, könnte ein Bot automatisch untersuchen, wo das Problem liegt. Fehler auf Softwareebene behebt er sofort, bei mechanischen Problemen veranlasst er die Reparatur", erklärt Dustar gegenüber pressetext. Ein Bot ist ein smartes Computerprogramm, das selbständig Fehler im Netz findet und behebt.
Gebäude, Infrastruktur und Transport brauchen viel zu viel Energie. Gebäude werden etwa geheizt, gekühlt und beleuchtet, auch wenn das oft gar nicht nötig wäre. Wenn sich beispielsweise in einem Gebäude, das auf 500 Personen ausgelegt ist, gerade nur zehn Leute aufhalten, weiß die Klimaanlage nichts davon und läuft auf vollen Touren weiter. Mit dem intelligenten System könnte ohne merklichen Komfortverlust viel Energie gespart werden. Die Vision der Forscher geht noch viel weiter: Man solle nicht nur Geräte vernetzen oder das Elektrizitätssystem eines Gebäudes, sondern eine ganze Stadt und schließlich ein ganzes Landes.
Internet der Geräte im Kommen
Ähnlich wie Internet und Mobilfunk die Kommunikation zwischen Menschen revolutioniert hat, soll ein "Internet der Geräte" die Welt der Technologie umwälzen und Kommunikation zwischen Maschinen, Computern, Datenbanken und Informationsnetzen ermöglichen. Dabei müsse das Gesamtsystem so angelegt sein, dass es sich beliebig vergrößern lässt: "Skalierbarkeit ist entscheidend - viele Effizienz-Vorteile lassen sich erst nutzen, wenn man eine große Anzahl von Gebäuden vernetzt", erklärt Dustdar. Dass sich die Menschen mit solchen System in eine Abhängikeit der Technologie geben, ist dem Forscher bewusst.
"Einerseits sind wir heute bereits eindeutig von der Technik abhängig, andererseits - und da bin ich durchaus sehr kritisch - benötigen wir Technologie, die uns unterstützt, die richtigen Entscheidungen zu treffen", sagt Dustdar auf pressetext-Nachfrage. Dinge, die sich automatisieren lassen, würden ohnehin automatisiert. "Dinge, die menschliche Entschiedungen brauchen, werden vom Menschen getroffen, in all den Systemen kann der Mensch immer alles 'over-rulen', das ist ganz klar und wichtig."
Oranus Mahmoodi | Quelle: pressetext.redaktion
Weitere Informationen: tuwien.ac.at
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