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Im Rahmen des „Black Sea Transmission Network Project“, eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte Georgiens, sollen über die beiden Kurzkupplungen jeweils 350 Megawatt (MW) gesteuerte elektrische Leistung von verschiedenen Wasserkraftwerken in Georgien in die Türkei übertragen werden.
Auftraggeber ist die Energotrans Ltd., Tiflis, Georgien. Das Auftragsvolumen für Siemens beträgt rund 170 Mio. EUR. Zum Lieferumfang gehören neben den Kurzkupplungen die Steuer- und Regelungstechnik für die Anlagen, Stromrichtertransformatoren und Schaltanlagen (500/400/220 kV) sowie Thyristorventile und AC-Filter. Die erste Kurzkupplung wird Ende Mai 2012 in Betrieb genommen werden, das Gesamtprojekt im Mai 2013 fertig gestellt.
„Mit unserer HGÜ-Technik schaffen wir eine Energiebrücke für umweltfreundlichen Strom zwischen Georgien und der Türkei, die hilft, den wachsenden Bedarf der Türkei an elektrischer Energie zu sichern“, sagte Udo Niehage, CEO der Power Transmission Division im Siemens-Sektor Energy. Die HGÜ-Kurzkupplung von Siemens wird nicht nur die beiden Stromversorgungsnetze miteinander koppeln, sie ermöglicht zudem die Steuerung des Leistungsflusses auf der „Energiebrücke“ in die Türkei. Darüber hinaus trägt die HGÜ-Technik mit ihrer schnellen Regelfunktion zur Stabilisierung der angeschlossenen Netze bei, was im Fall von Netzstörungen und Blackouts ein wesentlicher Vorteil ist. „Als einer der führenden Anbieter sind wir mit unseren HGÜ-Anlagen erstmals auch auf dem Gebiet der ehemaligen GUS-Staaten vertreten und freuen uns, dazu beitragen zu können, das Stromversorgungsnetz Georgiens zu verstärken“, so Niehage weiter.
Die Konverterstation mit den beiden 350-MW-Kurzkupplungen und dazugehörigen Schaltanlagen wird in der Nähe der Stadt Akhaltsikhe errichtet, die im Süden Georgiens an der türkischen Grenze liegt. Dort werden die Anlagen über Freileitungen mit dem Hochspannungsnetzen Georgiens und der Türkei verbunden, um den reibungslosen Stromtransport zwischen beiden Ländern zu ermöglichen. HGÜ-Kurzkupplungen sind notwendig, wenn zwei Stromversorgungsnetze mit unterschiedlichen technischen Parametern miteinander verbunden werden sollen.
Im Gegensatz zu HGÜ-Anlagen, bei denen zwischen der Gleichrichterstation und der Wechselrichterstation tausend Kilometer und mehr liegen können, sind bei einer HGÜ-Kurzkupplung beide Stromrichterstationen quasi Rücken an Rücken („back-to-back“) miteinander verbunden. Der Drehstrom des einen Netzes wird in der Gleichrichterstation in Gleichstrom umgewandelt und über einen DC-Zwischenkreis unmittelbar auf die Wechselrichterstation übertragen. Dort wird der Gleichstrom mit einer gleichzeitigen Anpassung an die Parameter (Frequenz, Phasenwinkel) des Netzes, in das eingespeist werden soll, wieder in Drehstrom umgewandelt, um beide Netze problemlos miteinander verbinden zu können. Außerdem bietet die HGÜ-Kurzkupplung Schutz vor kaskadierenden Netzstörungen, da sie wie eine automatische Firewall wirkt, die den Stromtransport jederzeit gesteuert stoppen und wieder freigeben kann.
Energieeffiziente Hochspannungs-Gleichstromübertragungstechnik (HGÜ) ist Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. EUR erwirtschaftete. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.
Der Siemens-Sektor Energy ist der weltweit führende Anbieter des kompletten Spektrums an Produkten, Dienstleistungen und Lösungen für die Energieerzeugung, -übertragung und -verteilung sowie für die Gewinnung, die Umwandlung und den Transport von Öl und Gas. Im Geschäftsjahr 2009 (30. September) erwirtschaftete der Sektor Energy einen Umsatz von rund 25,8 Mrd. EUR und erhielt Aufträge in einem Umfang von rund 30 Mrd. EUR. Das Ergebnis betrug 3,3 Mrd. EUR. Im Sektor Energy arbeiteten zum 30. September 2009 über 85.100 Mitarbeiter.
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Dietrich Biester | Quelle: Siemens Energy
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