Anzeige
Die Hochschule der Medien (HdM) in Stuttgart arbeitet gemeinsam mit der VARTA Microbattery GmbH, Ellwangen, und der etifix GmbH, Grafenberg, an einem gedruckten Akku. Mit diesen wieder aufladbaren, im Siebdruck hergestellten Batterien leisten die Hochschule und ihre Kooperationspartner Pionierarbeit.
Dabei ergänzen sich die drei Kooperationspartner optimal: Die HdM steuert ihr Druck-Know-how bei, die VARTA Microbattery GmbH ihre Fachkenntnisse aus der Elektrochemie und die etifix GmbH ihre Erfahrung auf dem Gebiet der Etikettenproduktion. Betreut wird das Projekt auf der Seite der Hochschule der Medien von Professor Dr. Gunter Hübner und Michael Wendler. Das Projekt wird im Rahmen des Forschungsprogramms „FHProfUnd“ vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung auf drei Jahre gefördert.
Grundlage des im Frühjahr 2008 angelaufenen Projektes bildet eine Diplomarbeit aus dem Jahr 2006: Die Machbarkeitsstudie, die von dem Studierenden Boris Vindus aus dem Studiengang Druck- und Medientechnologie an der HdM in Kooperation mit VARTA erstellt wurde, beschäftigte sich mit dem Druck von Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren (NiMH-Akkus). Die jetzigen Forschungsarbeiten schließen an die gute Zusammenarbeit mit dem Industriepartner an, mit dem Ziel, einen gedruckten Akku für die Serienproduktion zu entwickeln.
Günstig und umweltverträglich
„Das, was unsere Batterie im Vergleich zu den derzeit am Markt befindlichen Produkten einmalig macht, ist, dass sie eine Sekundärzelle, also ein Akkumulator ist und auch nach dem hundertsten Aufladevorgang noch keine Ermüdungserscheinung zeigt", erklärt Michael Wendler. „In diesem Zusammenhang gab es bereits zwei Patentanmeldungen. Darüber hinaus ist der Akku durch seine Herstellungs- und Materialkosten von wenigen Cents, seine geringe Größe und flexibel gestaltbare Form ideal für die Serienproduktion. Auch verwenden wir, anders als andere Anbieter von gedruckten Batterien, keine Schwermetalle wie Cadmium oder Quecksilber, sondern Nickel-Metallhydrid, also umweltverträglichere Rohstoffe", so Wendler weiter.
Kleiner Akku - große Leistung
Der NiMH-Akku besteht aus insgesamt sechs Schichten, die zwischen zwei Foliensubstraten ähnlich einem Ravioli luftdicht eingeschlossen sind: Elektroden, Ableiter, eine Separatorschicht sowie Klebstoff, der die Schichten zusammenhält. Die Foliensubstrate müssen eine hohe Dichtigkeit gegenüber Wasserdampfdiffusion aufweisen, und daher wird hierfür ein Barrierematerial eingesetzt, welches oft auch Coffee-Bag-Folie genannt wird. Die Trägerfolien, die für das spätere Applizieren leicht zu (Klebe-) Etiketten verarbeitet werden können, kommen von der etifix GmbH. Die für die Herstellung benötigten verdruckbaren Elektrodenpasten wurden an der HdM in Zusammenarbeit mit VARTA entwickelt. Der fertige Akku ist extrem flach (max. 600 µm) und nicht viel größer als eine Briefmarke. Dabei kann er, dank der überaus flexiblen Drucktechnik, in allen denkbaren Formen erzeugt werden. Seine Leistung kann durch die unterschiedliche Dicke der gedruckten Schichten und deren Fläche individuell beeinflusst werden.
„Unsere gedruckten Akkus verhalten sich wie konventionelle Akkus. Eine einzelne NiMH-Akkuzelle liefert eine Spannung von 1,2 Volt. Dank der Drucktechnik lässt sich spielend leicht eine Reihenschaltung realisieren, um so die Spannung in Vielfachen von 1,2 Volt zu erhöhen. Die Lebensdauer eines solchen Akkus ist vergleichbar mit der vom konventionellen AA-Typ bzw. Mignon-Zellen. In einem Dauertest von etwa 3.000 Stunden wurden gedruckte Akkus weit über hundert Mal be- und entladen", erläutert Wendler. Die Kapazität einer Einzelzelle in den Abmessungen 40 x 40 mm beträgt etwa 100 mAh.
Vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Neuartige Anwendungen sind im Rahmen von Smart-Cards, Smart Objects oder bei aktiven RFID-Transpondern denkbar. In Kombination mit Displays gibt es unzählige Einsatzmöglichkeiten. Das Aufladen ist beim Einschieben in Lesegeräte oder über Solarzellen denkbar. Der flexible Akku als Energiespeicher in funktionaler, mit flexibler Solarzelle bestückter Kleidung sorgt für die Energie zum Betreiben von Beleuchtungen, Sensoren und Überwachungsfunktionen, auch wenn die Sonne einmal nicht scheint.
Ansprechpartner:
Hochschule der Medien
- Prof. Dr. Gunter Hübner, Telefon: 0711 8923 2144, E-Mail: huebner@hdm-stuttgart.de
- Dipl.-Ing. (FH) Michael Wendler, Telefon: 0711 8923 2132, E-Mail: wendler@hdm-stuttgart.de
Kooperationspartner
VARTA Microbattery GmbH
Dr. Martin Krebs, E-Mail: martin.krebs@varta-microbattery.com
etifix GmbH
Winfried Dudzik, E-Mail: wdudzik@etifix.de
Kerstin Lauer | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.hdm-stuttgart.de/dt
www.varta-microbettery.com
www.etifix.de
Weitere Berichte zu: Akku > Batterie > Drucktechnik > Einsatzmöglichkeit > Gedruckte Elektronik > Microbattery > NiMH-Akku > Schicht > Serienproduktion > Solarzelle > VARTA > Volt
Innovation promises expanded roles for microsensors
08.02.2012 | Purdue University
Automatisierungstechnik: neue Montageanlage ist Modellfabrik, Lehr- und Forschungsplattform
08.02.2012 | Hochschule Darmstadt
Erstmals gezeigt, dass Atomkerne transparent werden
Einem Team von DESY-Wissenschaftlern um Dr. Ralf Röhlsberger gelang es an der hochbrillanten Synchrotronlichtquelle PETRA III, Atomkerne mit Hilfe von Röntgenlicht transparent zu machen. Sie entdeckten dabei gleichzeitig ein neues Prinzip, um einen optisch gesteuerten Schalter für Licht herzustellen, also Licht mit Licht zu beeinflussen, ein wichtiger Baustein auf dem ...
Wissenschaftler beobachten, wie Oxytocin zentrale Schaltstellen im Gehirn erreicht und das Verhalten beeinflusst
Kuschelhormon, Treuehormon, Angstlöser – häufig gebrauchte Schlagwörter für das Neuropeptid Oxytocin, das sich in den letzten Jahren als ein Stoff erwiesen hat, der unser Verhalten in zentralen Regionen des Gehirns positiv beeinflussen kann. Was jedoch bisher völlig unklar war: Wie gelangt dieser Botenstoff aus dem Hypothalamus in die Hirnbereiche, die ...
Ein neuartiger Biopolymer-Film aus Lachs-DNA mit Silber-Nanopartikeln speichert Informationen kostengünstig und umweltverträglich.
Entstanden ist das organische System in fächer- und länderübergreifender Zusammenarbeit von Wissenschaftlern des DFG-Centers for Functional Nanostructures (CFN) am KIT und des Institute of Photonics Technologies an der National Tsing Hua University in Taiwan. Der DNA-Datenspeicher eignet sich unter anderem für biotechnische Anwendungen, etwa als Bauteil in Biosensoren.
Das System ...
Bildveröffentlichung der Europäischen Südsternwarte (Garching) - Mit dem Very Large Telescope (VLT) der ESO haben das bislang detailreichste Infrarotbild der Sternkinderstube des Carinanebels aufgenommen. Es zeigt vor dem spektakulären Hintergrund einer himmlischen Landschaft auf Gas, Staub und jungen Sterne zahlreiche nie gesehene Details und zählt zu den atemberaubendsten VLT-Bildern überhaupt.
Im Herzen der südlichen Milchstraße, im Sternbild Carina (Der Schiffskiel, [1]), befindet sich in einer Entfernung von etwa 7500 Lichtjahren die Sternkinderstube des Carinanebels. Diese ausgedehnte Wolke aus leuchtendem Gas und Staub ist von der Erde aus gesehen eine der nächstgelegenen Geburtsstätten massereicher Sterne.
Der Nebel beinhaltet einige der hellsten und ...
Auf der embedded world identifizieren Wissenschaftler der Fraunhofer ESK Lücken im Funkspektrum, um diese für zusätzliche Übertragungen zu nutzen.
Der in Halle 5, Stand 5-228, vorgestellte Prototyp zeigt das Funkspektrum in einem 3D-Spektrogramm, markiert die prognostizierten Lücken und prüft deren Eintreffen. Diese Methode, Cognitive Radio, verbessert die Übertragungsqualität in einem bereits vollen Funkspektrum ohne aufwändiges, statisches Koexistenzmanagement. Ziel ist eine höhere Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit von Funk für die Automatisierung.
...
Anzeige
Anzeige

Kaltwasserkorallen als Anpassungskünstler?
09.02.2012 | Ökologie Umwelt- Naturschutz
Wandel der Hochschulbildung in Deutschland und Professionalisierung
09.02.2012 | Studien Analysen
Ocean warming causes elephant seals to dive deeper
09.02.2012 | Biowissenschaften Chemie
7. Mannheimer Arbeitsrechtstag am 14. März mit Experten aus Theorie und Praxis
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
International Forum on Terahertz Spectroscopy and Imaging
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Teams aus neun Ländern treffen sich an der Leibniz Universität zum 6th Hanover PreMoot
09.02.2012 | Veranstaltungsnachrichten