Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     Siemens  n-tv 
Datenbankrecherche:

Fachgebiet (optional):

 

Fraunhofer ISE nimmt Megawattlabor für Solarwechselrichter in Betrieb

01.09.2010
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hat in Freiburg sein Megawattlabor für Photovoltaikwechselrichter in Betrieb genommen. Es ist das erste und bisher einzige Labor in Europa, das es Herstellern ermöglicht, Wechselrichter mit einer Leistung von bis zu einem Megawatt nach den Zertifizierungsvorschriften der seit 1. Juli 2010 geltenden Mittelspannungsrichtlinien prüfen zu lassen.

Anzeige

Hersteller können im Megawattlabor ihre Produkte charakterisieren und alle für die Zertifizierung relevanten Prüfungen durchführen lassen. »Mit einer sog. ‚Low Voltage Ride Through’-Prüfeinrichtung können wir das Verhalten der Wechselrichter auf Spannungseinbrüche im Mittelspannungsnetz untersuchen, so wie es nach den neuen Richtlinien erforderlich ist« sagt der Laborleiter Sönke Rogalla.


Für das Megawatt-Labor stehen drei Mittelspannungstransformatoren mit einer Leistung von je 1,25 Megawatt zur Verfügung, die an das 20 kV-Netz angeschlossen sind. Ein Transformator versorgt die Solarsimulatoren, die eine Spannung von bis zu 1000 Volt und einen Strom von bis zu 1000 A für die zu testenden Wechselrichter zur Verfügung stellen. Die anderen beiden Transformatoren dienen zur Einspeisung. Ihre Spannung ist zwischen 255 und 790 Volt einstellbar. Damit werden alle international üblichen Spannungen abgedeckt.

»Einspeisung und Bezug erfolgen über zwei getrennte Mittelspannungstransformatoren«, erläutert Prof. Bruno Burger, Leiter der Leistungselektronikentwicklung am Fraunhofer ISE. »Dadurch verhindern wir eine gegenseitige Beeinflussung von Solarsimulatoren und Wechselrichtern und vermeiden Messfehler.«

Das Steuerpult des Megawatt-Labors erinnert an die Leitwarte eines Kraftwerks. Ferngesteuert können die Wissenschaftler 20 kV Transformatoren zu- und abschalten und Netzspannungseinbrüche verschiedener Tiefe und Dauer erzeugen.

Neben den vorgeschriebenen Tests bietet das Megawattlabor auf einer Fläche von 250 Quadratmetern umfassende Analysemöglichkeiten zur Optimierung von Wechselrichtern. Die Fraunhofer-Forscher messen zum Beispiel neben dem Umwandlungswirkungsgrad auch den Anpassungs- oder MPP-Tracking-Wirkungsgrad. Diese oft vernachlässigte Größe beschreibt die Fähigkeit eines Solarwechselrichters, aus den angeschlossenen Solarzellen zu jedem Zeitpunkt die maximale Leistung zu entnehmen.

Hintergrund: Der Anteil des Solarstroms ist so stark gestiegen, dass sich Solaranlagen an der Stabilisierung und Regelung des Stromnetzes beteiligen müssen. Die neue Mittelspannungsrichtlinie stellt an große Photovoltaikanlagen ähnliche Anforderungen wie an konventionelle Kraftwerke. Seit Juli 2010 müssen zum Beispiel die Wechselrichter großer Photovoltaikanlagen auf Anforderung Blindleistung liefern, die Einspeiseleistung reduzieren und bei Spannungseinbrüchen das Netz stützen.

Michael Zentgraf | Quelle: Fraunhofer ISE
Weitere Informationen: www.ise.fraunhofer.de
www.ise.fraunhofer.de/presse-und-medien/presseinformationen/presseinformationen-2010/fraunhofer-ise-nimmt-megawattlabor-fuer-sol

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht „All4Green“ – Rechnen, wenn der Wind bläst
24.05.2012 | Universität Mannheim

nachricht Komplexität beherrschen
23.05.2012 | Siemens AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>


Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit


Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.

Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.

„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...

Im Focus: Widerspenstiges Quasiteilchen erzeugt


Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.

Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.

Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...

Im Focus: Licht lässt Partikel wachsen - Forscher entdecken neuen Mechanismus in der Atmosphäre


Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.

Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.

Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...

Im Focus: Abschreckung: Tabak signalisiert angreifenden Zikaden Verteidigungsbereitschaft


Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen

Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...

Im Focus: Erbgutkopie reist im Protein-Koffer


Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.

Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.

Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...

Alle Focus-News des innovations-reports >>>

Anzeige

B2B Suche
Produkt / Dienstleistung
Firma / Organisation

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Aktuell

Energieversorger vor dem Umbruch

24.05.2012 | Studien Analysen

Stem-cell-growing surface enables bone repair

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit

24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie

VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Veranstaltungen

NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

Wissenschaft und Öffentlichkeit

24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten

FindAndHelp