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Die Sauter Biogas GmbH hat ein einfaches und wirkungsvolles Biogasverfahren entwickelt, dass sich derzeit in der Markteinführung befindet. Die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) führt jetzt eine wissenschaftliche Analyse der prozesstechnischen und biologischen Vorgänge, der Ökologie und der Wirtschaftlichkeit durch.
Projektpartner sind das Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim und die Sauter Biogas GmbH. Die Wissenschaftler wollen auch den Nachweis erbringen, dass mit dem Verfahren die Gasproduktion bedarfsgerecht gesteuert und so ein Beitrag zur Integration erneuerbarer Energie in den Markt geleistet werden kann.
Gefördert wird das Vorhaben vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) über dessen Projektträger, die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).
Bislang existieren sieben Anlagen, die nach dem „Sauter-Verfahren“ arbeiten; einige Praxisanlagen wollen das System nachrüsten. Mit ihm lassen sich faserreiche, relativ trockene und schwer abbaubare Rohstoffe wie Grasschnitt, Festmist, Landschaftspflegematerial bis hin zu verholzten Stoffen vergären. Genau so gut geeignet sind aber auch flüssige Substrate wie Gülle. Das Verfahren ist sehr flexibel. Die Beregnung der Biomasse erfolgt mittels des flüssigen Substrats, das unten aus dem Fermenter entnommen, nach oben gepumpt, dabei erwärmt und mittels beweglicher Düsen gezielt auf die Feststoffschicht appliziert wird.
Die Beregnung verhindert die Verfestigung der Feststoffe, transportiert Stoffwechselprodukte und Mikroorganismen und gleicht Stoffkonzentrationen aus. Abgebaute Biomasse wird in gelöster Form oder als feine Partikel durch die Beregnung nach unten transportiert und ausgetragen. Bei Feststoffsuspensionen mit sehr geringem Dichteunterschied und hohem Trockensubstanzgehalt kann dem Austrag eine Fest-/Flüssigtrennung folgen, um Fermenterbrühe zurückzugewinnen. Schwer abbaubare Biomasse verweilt selektiv länger im Fermenter als leicht und rasch abbaubare.
Im Gegensatz zu anderen Feststoffvergärungsverfahren handelt es sich bei dem Sauter-Ansatz um eine kontinuierliche Vergärung, das heißt, die frische ebenso wie die abgebaute Biomasse wird nicht absatzweise, sondern laufend zugeführt und entnommen. Über Verteilung, Druck und Umlaufrate der Besprühung mit der Fermenterbrühe ist es außerdem möglich, die Biogasproduktion nachfragegerecht zu steuern.
Interessant ist das Verfahren vor allem auch wegen seiner Einfachheit. Die Kreiselpumpentechnik ist störungsarm, Einbauten im Fermenter, etwa die bei der Nassvergärung benötigte Rührtechnik, entfallen ganz. Beim Einsatz der Substrate, aber auch bei der Wahl von Behältermaterial und –geometrie, können Bauherren und Betreiber sehr flexibel entscheiden. Dank dieser Eigenschaften ist die Technik nicht zuletzt potenziell gut geeignet für den Export in Schwellen- und Entwicklungsländer.
Im Projekt der HAWK wollen die Forscher an 200 Liter-Versuchsfermentern, die nach dem Sauterschen Verfahren arbeiten, diverse Daten erheben, auswerten sowie in den Kontext zu bestehenden Feststoffvergärungsverfahren stellen.
Ansprechpartner und Informationen zum Projekt stehen auf www.fnr.de im Menü Projekte & Förderung unter den Förderkennzeichen 22015911; 22030611; 22030711 bereit.
Nicole Paul
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
OT Gülzow
Hofplatz 1
18276 Gülzow-Prüzen
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
e-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
V.i.S.d.P.: Dr.-Ing. Andreas Schütte
Nr. 2012-11 vom 18. Januar 2012
Dr. Torsten Gabriel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.fnr.de/
www.nachwachsenderohstoffe.de/projekte-foerderung/projekte/suche/
Weitere Berichte zu: Beregnung > Biogas > Biomasse > Fermenterbrühe > Feststoffvergärung > Feststoffvergärungsverfahren > HAWK > Rohstoff > Substrat
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