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Gemeinsam wollen die Partner Zukunftskonzepte für das Nach-Erdölzeitalter erarbeiten und umsetzen. Schwerpunkte werden dabei Forschungen und Technologieentwicklung zur stofflichen Nutzung von Kohlenstoffträgern, wie Kohle und Biomasse, bilden. Im ersten Halbjahr 2009 findet die konstituierende Sitzung des neuen Netzwerkes in Freiberg statt.
Bis 2050 werden Erdöl und Erdgas ihren derzeit dominanten Anteil an der Primärenergieversorgung durch Verknappung verlieren. Die heutigen Erdgaslieferkrisen und Spitzenpreise für Erdöl sind nur das Wetterleuchten zukünftiger krisenhafter Zuspitzungen. Da die fossilen Rohstoffe nicht nur zur Energieerzeugung genutzt werden, sondern die Basis für Kunststoffe, Kraftstoffe, Düngemittel, Kunstfasern und weitere Werkstoffe bilden, steht die moderne Industriegesellschaft vor einer großen Herausforderung.
In der Nach-Erdölzeit wird besonders Kohle eine führende Rolle als Kohlenwasserstoffquelle einnehmen. Sie wird dabei nicht nur zur Gewinnung von Energie, sondern auch als Ausgangsstoff für Chemieprodukte genutzt werden müssen. "In der kombinierten stofflichen und energetischen Nutzung der Kohle liegt der Schlüssel für die Lösung wichtiger Energie- und Rohstoffprobleme der Welt", ist sich Prof. Bernd Meyer, Rektor der TU Bergakademie Freiberg und Initiator des Netzwerks, sicher. "Schon heute gilt es, Technologie für ihre Nutzung zu entwickeln. Die TU Bergakademie Freiberg als renommierte Ressourcenuniversität sieht es als ihre Aufgabe, frühzeitig mit Partnern aus Industrie und Forschung diese Zukunftsfrage zu bearbeiten und die vorhandenen Kompetenzen zu bündeln. Die Gründung des Netzwerks ist ein erster wichtiger Schritt dazu."
Das Deutsche Energierohstoff-Forschungsnetzwerk beabsichtigt, gemeinsame Forschungsschwerpunkte entlang der gesamten Kette der stofflichen Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger, insbesondere der Kohle, zu definieren. Die enge Vernetzung stellt dabei sicher, dass Fragestellungen der Industrie schnell aufgegriffen und von den beteiligten Forschungseinrichtungen bearbeitet werden. Die Ergebnisse sollen anschließend in neue industrielle Entwicklungen einfließen. Von diesem Transfer profitieren unmittelbar Stromversorger, Anlagenbauer sowie die Kohle- und Biomasseindustrie. Auch der gezielten Nachwuchsförderung wird sich das Netzwerk widmen. Dazu werden Konzepte zur praxisnahen Ausbildung sowie Weiterbildungsprogramme entwickelt und umgesetzt.
Partner des Deutschen Energierohstoff-Forschungsnetzwerkes
Initiator:
- Institut für Energieverfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen, TU Bergakademie Freiberg
Wissenschaft:
- Deutsches BiomasseForschungsZentrum Leipzig
- Fraunhofer Institut für Keramische Technologien und Systeme, Dresden
- Institut für Energieforschung (IEF-2) "Werkstoffstruktur und Eigenschaften", Forschungszentrum Jülich
- Institut für Energietechnik, Professur für Verbrennung, Wärme- und Stoffübertragung, Professur für Wasserstoff- und Kernenergietechnik, TU Dresden
- Institut für Sicherheitstechnik GmbH (IBExU), Freiberg
- Lehrstuhl für Wärme- und Stoffübertragung, RWTH Aachen
Unternehmen:
- Chemieanlagenbau Chemnitz GmbH, Chemnitz
- Choren Industries GmbH, Freiberg
- EDL Anlagenbau Gesellschaft mbH, Leipzig
- John Brown Voest GmbH, Leipzig
- Linde KCA Dresden GmbH, Dresden
- Lurgi GmbH, Frankfurt a. M.
- MIBRAG mbH, Theißen
- ROMONTA GmbH, Amsdorf
- RWE Power AG, Essen
- SIEMENS Fuel Gasification Technology GmbH & Co. KG, Freiberg
- Uhde GmbH, Dortmund
- Vattenfall Europe AG, Berlin
- VER Verfahrensingenieure GmbH, Dresden
Christian Möls | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Informationen: www.tu-freiberg.de/
Weitere Berichte zu: Bergakademie > Biomasseindustrie > Düngemittel > energetische Nutzung > Energiekonzept > Energierohstoff-Forschungsnetzwerk > Erdgas > Erdöl > fossile Rohstoffe > Kohle > Kohlenwasserstoffquelle > Kraftstoffe > Kunststoffe > Nach-Erdölzeitalter > Primärenergieversorgung > Stoffübertragung > Stromversorger
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