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Das neue Biomasseheizkraftwerk des Zweckverbands Restmüllheizkraftwerk Böblingen, Baden-Württemberg, nutzt jetzt im Regelbetrieb Häckselfeinmaterial zur umweltfreundlichen Energieerzeugung. Der im Februar begonnene Testbetrieb wurde Anfang Mai mit der Leistungsfahrt erfolgreich abgeschlossen.
Für das Heizkraftwerk lieferte die Siemens-Division Industry Solutions eine Reject-Power-Anlage. Sie ermöglicht auch die Nutzung von Brennstoffen mit hohem Wassergehalt wie beispielsweise Siebreste aus der Hackschnitzelaufbereitung. Das neue Biomasseheizkraftwerk liefert elektrische Energie für rund 5.200 Personen. Gleichzeitig kann die entstehende Wärme in das Fernwärmenetz eingespeist werden. Gegenüber dem Einsatz fossiler Energieträger zur Strom- und Wärmeerzeugung wird der CO2- Ausstoß um 10.200 Tonnen pro Jahr reduziert.
Das neue Biomasseheizkraftwerk des Zweckverbands Restmüllheizkraftwerk Böblingen ergänzt die bestehenden Anlagen zur thermischen Verwertung von Reststoffen. Hier können mithilfe der Reject-Power-Anlage zur Energieerzeugung jährlich rund 20.000 Tonnen Häckselfeinmaterial eingesetzt werden, deren Verbrennung in konventionellen Anlagen nicht realisierbar gewesen wäre. Das Häckselfeinmaterial besteht aus Siebresten von Naturholz wie Grünabfälle, Waldrestholz und Landschaftspflegeholz, die bei der Aufbereitung zu Hackschnitzeln anfallen.
„Mit dieser Anlage betreten wir Neuland”, erklärte Wolf Eisenmann, Geschäftsführer des Zweckverbandes. „Erstmals in Deutschland wird bei uns Strom und Fernwärme aus Häckselfeinmaterial erzeugt.” Man habe auf das Reject-Power-Konzept von Siemens gesetzt, so Eisenmann weiter, da bei einem österreichischen Papierhersteller mit dieser speziellen Verbrennungstechnik bereits vielversprechende Erfahrungen gemacht worden seien.
Für das Biomasseheizkraftwerk lieferte Siemens die Reject-Power-Anlage, bestehend aus der Brennkammer, dem Abhitzedampfkessel, einer Rauchgasreinigungsanlage und dem Kamin sowie der elektrotechnischen Ausrüstung. Herzstück der Anlage ist ein Schleuderrad: Es wirft die feinen Holzsiebreste mit hohem Tempo in die Brennkammer, sorgt für eine bessere Verteilung des heterogenen Brennmaterials und gewährleistet so einen vollständigen Ausbrand. Bei bis zu 950 Grad Celsius wandelt die Brennkammer die Siebreste in nutzbare Energie um. Mithilfe des Schleuderradverfahrens können auch Brennstoffe mit hohem Wassergehalt verwendet werden.
Insgesamt ist die Reject-Power-Anlage für die thermische Verwertung von rund 20.000 Tonnen Siebresten ausgelegt. Dabei erzeugt sie pro Stunde 6,4 Tonnen Dampf mit einem Druck von 40 bar und einer Temperatur von 390 Grad Celsius. Mittels einer Dampfturbine wird der Dampf zur Erzeugung elektrischer Energie und für die Bereitstellung von Fernwärme genutzt. Ein Stromgenerator mit einer Leistung von 700 Kilowatt beliefert das öffentliche Stromnetz der Kommune und versorgt so etwa 5.200 Personen mit elektrischer Energie. Die Wärme wird über einen Fernwärmetauscher in das Fernwärmenetz eingespeist. Durch die Kraft-Wärme-Kopplung wird insgesamt ein Brennstoffnutzungsgrad von rund 80 Prozent erreicht.
Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 222 000 Mitarbeitern erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2008 (30. September) ein Ergebnis von 3,86 Mrd. EUR bei einem Umsatz von 38 Mrd. EUR.
Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) gehört mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metals Technologies (Linz, Österreich), Siemens Water Technologies (Warrendale, Pennsylvania, USA) und Industrial Technologies (Erlangen) zu den weltweit führenden Lösungsanbietern und Dienstleistern für Anlagen der Industrie und Infrastruktur. Mit eigenen Produkten, Systemen und Verfahrenstechnologien entwickelt und baut Industry Solutions für Endkunden Anlagen, nimmt diese in Betrieb und betreut sie über deren gesamten Lebenszyklus. Mit weltweit rund 31.000 Mitarbeitern erreichte Siemens Industry Solutions im Geschäftsjahr 2008 einen Auftragseingang von 8,415 Milliarden Euro.
Rainer Schulze | Quelle: Siemens Energy
Weitere Informationen: www.siemens.at/reject-power
www.siemens.com/industry
www.siemens.de/industry-solutions
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