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Bürger können Stromkosten sparen und Klima schützen

11.09.2009
Fragebogenaktion zum Stromverbrauch im Landkreis Harz / Forscher wollen Anreizsystem zur Anpassung des Verbrauchs von Privathaushalten an schwankende Stromlieferung aus erneuerbaren Energien entwickeln / Bürger profitieren

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Das vom Bundesumwelt- und Bundeswirtschaftsministerium geförderte E-Energy Projekt "Regenerative Modellregion Harz" (kurz: RegModHarz) startet eine Fragebogenaktion zum Stromverbrauch im Landkreis Harz.


Ziel dieser Aktion ist es, die Bürger dazu anzuregen, ihren individuellen Stromverbrauch zu ermitteln, um diesen künftig in Zeitfenster zu verlegen, in denen erneuerbare Energien Strom liefern können.

"Was mittels moderner kostengünstiger Kommunikationstechnologien bei Großverbrauchern, z. B. Industriebetrieben, bereits funktioniert, ist nun auch für private Haushalte vorstellbar", erklärt Professor Jürgen Schmid, Institutsleiter vom Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) in Kassel. Mit den erhobenen Daten aus der Fragebogenaktion soll ein Anreizsystem geschaffen werden, dass den Verbrauch von Privathaushalten an schwankende Stromlieferung aus erneuerbaren Energien automatisiert anpasst. Neben dem positiven Effekt für Umwelt und Klima profitiert davon auch der einzelne Bürger: "Wer künftig den Geschirrspüler oder die Waschmaschine laufen lässt, wenn draußen der Wind weht oder die Sonne scheint, erhält eine günstigere Stromrechnung", unterstreicht der Institutsleiter.

Fragebogenaktion ist anonym
Insgesamt 2500 Haushalte werden im Landkreis Harz angeschrieben. "Der Fragebogen ist vollkommen anonym, so dass keine privaten Daten an die Öffentlichkeit oder an unser Institut gelangen", betont Professorin Petra Schweizer-Ries, Leiterin der Forschungsgruppe Umweltpsychologie an der Otto-von-Guericke Universität in Magdeburg und Verantwortliche für die Fragebogenaktion im Projekt RegModHarz. "Nur mit Hilfe der Bürger, die an der Fragebogenaktion teilnehmen, können wir Sorge dafür tragen, dass verstärkt regional und erneuerbar produzierte Energien in unsere Haushalte gelangen und damit den Gemeinden und der Region zu Gute kommen", unterstreicht Ralf Voigt, stellvertretender Ortsbürgermeister von Dardesheim und Mitarbeiter von RKWH (RegenerativKraftwerk Harz GmbH & Co KG).

Zum Hintergrund
Strom aus erneuerbaren Energien ist schwankend. Sonne und Wind können sich ergänzen, sind aber nicht beeinflussbar. Die bedarfsgerechte Verstromung von Bioenergie sowie Pumpspeicherkraftwerke sind derzeit die wirtschaftlichsten Lösungen zum Ausgleich. An neuen Speichertechnologien wird intensiv geforscht. Eine weitere Möglichkeit ist die Anpassung des Stromverbrauchs an die Erzeugung (Lastmanagement). In Verbindung mit einem variablen Stromtarif, erhält dann künftig derjenige eine günstigere Stromrechnung, der möglichst in Zeiten seinen Strombedarf deckt, in denen Wind und Sonne Energie liefern. Damit dies automatisiert ablaufen kann, ist eine entsprechende Kommunikations- und Informationstechnik notwendig. Diese wird am Fraunhofer IWES (ehemals ISET) gemeinsam mit der Siemens AG und weiteren Partnern entwickelt.

Uwe Krengel | Quelle: Fraunhofer Gesellschaft
Weitere Informationen: www.iwes.fraunhofer.de
www.iset.uni-kassel.de

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