Anzeige
Neben der Entwicklung herkömmlicher, meist auf dem Halbleitermaterial Silicium basierender Solarzellen wird seit einigen Jahren auch an neuen, innovativen Solartechnologien geforscht. Ein Beispiel für den Einsatz vollständig anderer Materialien mit einem hohen Kostensenkungspotenzial sind Farbstoff- und Organischen Solarzellen.
Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesystem ISE präsentiert zusammen mit dem Freiburger Materialforschungszentrum FMF diese Technologie im Rahmen des Gemeinschaftsstandes des Landes Baden-Württemberg auf der Hannover Messe.
In der nanokristallinen Farbstoffsolarzelle wird Sonnenlicht - ähnlich wie bei der Photosynthese - mit Hilfe eines Farbstoffes in Energie umgewandelt. Fortschritte in der Nanotechnologie ermöglichten eine vielfach vergrößerte Lichtabsorption und führten so zu einer Effizienzsteigerung auf etwa 8%. Die Freiburger Forscher sehen in der Zukunft Wirkungsgrade bis 12% als möglich.
"Ein wesentlicher Vorteil der Farbstoffsolarzelle sind die im Prinzip preisgünstigen Ausgangsmaterialien sowie einfachste Herstellungsschritte", so Dr. Andreas Hinsch, Leiter der Arbeitsgruppe Farbstoff- und Organische Solarzellen am Fraunhofer ISE. "Wenn es gelingt, die Farbstoffsolarzelle bis zur Serienreife zu entwickeln, wäre eine zusätzliche kostengünstige Möglichkeit der solaren Stromerzeugung gefunden."
Im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten am Fraunhofer ISE stehen die Steigerung der Effizienz, die Fertigungstechnologie für großflächige Anwendungen, die Produzierbarkeit, die Entwicklung einer langzeitstabilen Versiegelung sowie der Ersatz des flüssigen Elektrolyten durch einen festen.
Organische Solarzellen stellen neben organischen Leuchtdioden und Transistoren einen Schwerpunkt auf dem vielversprechenden Forschungsgebiet der Polymerelektronik dar.
Vorteile organischer Materialien sind ihre mechanische Flexibilität und das langfristige Potenzial einer kostengünstigen Herstellung. Hieraus ergeben sich aller Voraussicht nach neue Anwendungsfelder für Solarzellen. Attraktiv für die Architektur sind organische Solarzellen beispielsweise, weil sie sowohl in die Gebäudeverglasung integriert als auch auf gewölbten Oberflächen angewandt werden können. Im wahrsten Sinne des Wortes anziehend sind die flexiblen Zellen möglicherweise auch für den Einsatz in funktionaler Kleidung. Weitere zahlreiche Möglichkeiten eröffnen sich im Kleingerätebereich. Auf längere Sicht ist jedoch auch der Einsatz als preiswerter solarer Stromerzeuger auf großen Flächen nicht ausgeschlossen.
Gegenwärtig beträgt der erreichte Wirkungsgrad von Organischen Solarzellen 3%. Mit der Entwicklung und Optimierung von Zellstrukturen haben sich die Forscher am Fraunhofer ISE eine Effizienzsteigerung zum Ziel gesetzt. "Wir versuchen, den Lichteinfang durch Aufprägen von Nanostrukturen zu erhöhen. Dabei können wir auf die langjährige Erfahrung des Instituts bei der großflächigen Nanostrukturierung von polymeren Materialien zurückgreifen", so Andreas Hinsch.
Mit Hilfe holographischer Belichtungsverfahren stellen die Wissenschaftler am Fraunhofer ISE großflächige periodische Oberflächenstrukturen her, welche dann in einem kostengünstigen Prägeverfahren in die Polymerschicht der Solarzellen übertragen werden und zu einer verbesserten Absorption von Sonnenlicht führen.
Hannover Messe, 15.-20. April 2002
Gemeinschaftsstand des Landes Baden-Württemberg
Halle 18, EG, H07
Informationsmaterial
Fraunhofer ISE, Presse und Public Relations
Tel. +49 (0) 7 61/45 88-51 50, Fax +49 (0) 7 61/45 88-93 42
E-Mail: info@ise.fhg.de
Ansprechpartner für weitere Informationen
Projektleiter:
Dr. Andreas Hinsch, Fraunhofer ISE,
Tel.+49 (0) 7 61/45 88-54 17, Fax +49 (0) 7 61/45 88-94 17
E-Mail: andreas.hinsch@ise.fhg.de
Karin Schneider | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
Weitere Berichte zu: Farbstoffsolarzelle > Solarzelle > Sonnenlicht
„All4Green“ – Rechnen, wenn der Wind bläst
24.05.2012 | Universität Mannheim
Komplexität beherrschen
23.05.2012 | Siemens AG
Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer und bestimmte Krebsformen gehen auf eine fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen im Körper zurück.
Wissenschaftlern des Instituts für Photonische Technologien (IPHT) in Jena ist es erstmals gelungen, Proteinstrukturen auf sub-molekularer Ebene nachzuweisen und spektroskopisch zu analysieren. Ein wichtiger Schritt zum Verständnis der Krankheitsursachen.
„Bis heute hat man nicht genau verstanden, was die fehlerhafte Faltung und Aggregation von Eiweißen, zum Beispiel im Zusammenhang mit Alzheimer, ...
Die Quantenphysik beschreibt physikalische Vorgänge in Festkörpern und anderen Vielteilchensystemen auch mit Hilfe von Quasiteilchen.
Innsbrucker Physikern um Rudolf Grimm ist es nun erstmals gelungen, ein neues Quasiteilchen - ein repulsives Polaron - in einem Quantengas experimentell zu erzeugen. Die Forscher berichten darüber in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Nature.
Ultrakalte Quantengase sind ein ideales Experimentierfeld, um physikalische Phänomene in Festkörpern zu simulieren. Unter streng kontrollierten Bedingungen ...
Licht lässt die Partikel in der Atmosphäre wachsen. In einem Experiment hat ein internationales Forscherteam erstmals einen neuen Mechanismus nachweisen können, bei dem Partikel durch Licht größer werden und der damit Einfluss auf die Wolkenbildung und das Klima hat.
Photokatalytische Reaktionen können zu einer schnellen Bindung von nicht kondensierenden flüchtigen organischen Kohlenwasserstoffen (VOCs) auf der Oberfläche der Partikel führen. Unter solchen Bedingungen nehme die Größe und Masse der Partikel schnell zu, schreiben die Wissenschaftler im renommierten Fachblatt PNAS.
Die Ergebnisse des Laborexperimentes könnten Effekte erklären, die bisher schon bei Feldkampagnen ...
Ähnlich wie blutsaugende Insekten prüfen Pflanzenschädlinge ihren Wirt auf Abwehrsignale, bevor sie anfangen zu fressen
Pflanzen bilden wenige Minuten nach Angriff eines Fraßfeindes Jasmonsäure, ein Hormon, das die Verteidigung gegen Insekten in Gange setzt mit der Folge, dass giftige Stoffe wie Nikotin oder Verdauungshemmer in den Blättern akkumulieren.
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für chemische Ökologie, Jena, haben jetzt herausgefunden, dass Zwergzikaden die Verteidigungsbereitschaft von Tabakpflanzen aufspüren können. ...
Wissenschaftlern vom Institut für Physikalische und Theoretische Chemie der Universität Bonn ist es erstmals gelungen, den Transport eines wichtigen Informationsträgers in biologischen Zellen praktisch unmodifiziert in Echtzeit zu filmen.
Die Studie zeigt, wie die so genannte Boten-RNA die Zellkernhülle überwindet und vom Zellkern in das Zytoplasma gelangt. Diese Arbeit ist nun in dem renommierten Journal „Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA“ (PNAS) publiziert.
Der Bauplan aller Lebewesen ist in ihrem Erbgut gespeichert. Dieses lagert bei höheren ...
Anzeige
Anzeige

Energieversorger vor dem Umbruch
24.05.2012 | Studien Analysen
Stem-cell-growing surface enables bone repair
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
Im wahrsten Sinne „Spitzenforschung“: IPHT-Forscher untersuchen Eiweißfasern mit größter Genauigkeit
24.05.2012 | Biowissenschaften Chemie
NieKE Themenforum: Ökonomie - Tierschutz - Lebensmittelsicherheit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Nachhaltigkeit in der Schifffahrt: Werte vs. Wertschöpfung
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten
Wissenschaft und Öffentlichkeit
24.05.2012 | Veranstaltungsnachrichten