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Was viele nicht wissen: Es gibt in Deutschland keine Prüfpflicht. Stattdessen wird die CE-Kennzeichnung nicht selten fälschlicherweise als Etikett für Sicherheit interpretiert. Dieses Zeichen ist jedoch lediglich eine Erklärung des Herstellers, dass sein Produkt den Anforderungen der europäischen Richtlinie entspricht. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte auf das VDE-Prüfzeichen achten.
„Rund 50 Prozent der von den Herstellern eingereichten Produkte bestehen die Eingangstests nicht“, zieht Wilfried Jäger, Geschäftsführer des Offenbacher VDE Prüf- und Zertifizierungsinstituts eine traurige Bilanz. Insbesondere die Einfuhr ungeprüfter Billigprodukte aus Fernost bereitet zunehmend Probleme. So wurden allein im vergangenen Jahr 137 elektrische Betriebsmittel, 94 Kinderspielzeuge und 41 Maschinen als mangelhaft und für den Verbraucher als gefährlich eingestuft. Mit 34 Prozent kamen die meisten dieser Produkte aus China.
Das VDE-Institut leistet als unabhängige national und international akkreditierte Institution einen wichtigen Beitrag sowohl im Rahmen der Europäischen Union als auch international für die Sicherheit und Qualität elektrotechnischer Produkte und Systeme. Da sich das VDE-Zeichen als „Premium-Marke“ etabliert hat, lassen in- und ausländische Hersteller von Elektrogeräten und Komponenten ihre Produkte prüfen. Auf diese Weise wurden im vergangenen Jahr in den Offenbacher Laboratorien über 100.000 Prüfungen an elektrotechnischen Produkten nach anerkannten Regeln der Technik, nach nationalen und internationalen Normen sowie gesetzlichen Anforderungen durchgeführt. Damit sich niemand auf alten Lorbeeren ausruhen kann, unterliegen alle Produkte mit dem VDE-Zeichen einem zusätzlichen Werksinspektions- und Konformitätsverfahren. „Bei Stichprobenprüfungen werden Abweichungen von der zertifizierten Ausführung erkannt“, erläutert Bernd Franke, Leiter der Abteilung „Strategie und Information“ im VDE-Institut. Dies sei ein wichtiger Baustein im Verbraucherschutz.
Inzwischen legt der kritische Verbraucher auch Wert darauf, dass bei einem Elektro- oder Elektronikgerät nicht nur „die Physik“, sondern auch „die Chemie“ stimmt. Die Prüfer des VDE-Chemielabors schlagen neuerdings daher gleich zwei Fliegen mit einer Klappe, indem sie elektrische und elektronische Produkte sowohl unter umwelt- als auch unter sicherheitsrelevanten Aspekten kritisch ins Visier nehmen. So wird ein Produkt einerseits hinsichtlich der verwendeten Stoffe und deren Recyclingfähigkeit untersucht. Beim sicherheitsrelevanten Teil der Untersuchung stehen umweltschädliche oder toxische Begleitstoffe wie beispielsweise polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAKs), von denen einige kanzerogenverdächtig sind, im Visier der Prüfer. Typische Consumerprodukte wie zum Beispiel Werkzeuge oder Elektrogeräte können PAKs in Gummi- oder Kunststoffteilen verborgen enthalten, die mit PAK-haltigen Weichmacherölen behandelt wurden. Obwohl für die Konzentration von PAKs in Haushaltsprodukten zurzeit noch keine gesetzlichen Anforderungen existieren, sollte die Menge dieser Verbindungen einer Richtlinienempfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung zufolge auf ein technisch machbares Mindestmaß reduziert werden.
Das Labor chemische Analyse und Materialanalyse des VDE-Prüfinstituts bietet Produktherstellern neuerdings Bestimmungen des PAK-Wertes an. Anhand des Ergebnisses erhält der Hersteller einen detaillierten Prüfungsbericht aus dem ersichtlich ist, ob die PAK-Werte zu hoch sind oder sich innerhalb der Norm bewegen. Diese Prüfung ist gesetzlich nicht verbindlich. Allerdings hat ein positiver Bericht für das produzierende Unternehmen den Stellenwert eines Sicherheitszertifikats.
Rolf Froböse | Quelle: Rolf Froböse
Weitere Informationen: www.vde.com
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