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Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich bei Zukunftstechnologien? Welche Technologien liefern die stärksten Innovationsimpulse? Fragen wie diese standen im Fokus des aktuellne Innovationsmonitors 2005 des VDE. danach werden von der Mikroelektronik und Nanotechnik sowie der Informationstechnik in den kommenden zwei Jahren die stärksten Impulse ausgehen. Rund 70 Prozent der befragten Unternehmen sehen die Mikro- und Nanotechnik als Innovationstreiber Nr. 1 an.
Die gute Nachricht vorab: Laut VDE-Innovationsmonitor 2005 hat Deutschland Spitzenplätze in der Elektro-, Energie-, Automations- und Medizintechnik erobern können. In der Mikroelektronik ist Deutschland heute Europameister. Mehr als jeder zweite europäische Chip stammt aus deutscher Produktion. Die neuen Bundesländer spielen hier eine hervorragende Rolle. Allein in Dresden sind in den letzten Jahren über 11.000 Arbeitsplätze in der Halbleiterindustrie rund um Dresden entstanden, unter anderem bei AMD, Infineon, AMTC, ZMD und Siltronic. In den bundesweit über zehn Chipfabriken werden so viele Halbleiter wie in keinem anderen Land der EU produziert.
Dipl. Ing. Michael Stadler, VDE-Präsident und Mitglied des Vorstandes von RWE Solutions appellierte anläßlich der Hannover Messe dafür, beim Innovationstempo die Zügel nicht lockerer zu lassen. “Deutschland wird seine teils souveräne Führungsposition in diesen Branchen bis 2010 zwar verteidigen, neben den USA holen aber vor allem asiatische Länder auf”, betonte er. Die zunehmende Innovationskraft Asiens bei der Elektrotechnik, Energietechnik und Automation gehe vor allem zu Lasten Deutschlands und Europas. Bei Innovationen der Mikro- und Nanotechnik liefere sich die Bundesrepublik zur Zeit ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den USA.
Die von den VDE-Mitgliedsunternehmen konstatierte Innovationskraft ist in der Bevölkerung bisher wenig bekannt. Nach einer parallel zum Innovationsmonitor durchgeführten repräsentativen Befragung (VDE-Studie Technikakzeptanz 2005) sprechen lediglich sechs Prozent der Bundesbürger Deutschland die höchste Innovationskraft in den Zukunftstechnologien zu. Spitzenreiter in punkto Innovationskraft ist laut Einschätzung der Bundesbürger Japan (37 Prozent), gefolgt von den USA (16 Prozent), Südostasien (15 Prozent) und China (14 Prozent). Rund 70 Prozent der befragten VDE-Mitgliedsunternehmen wollen den Anteil neuer Produkte am Gesamtumsatz erhöhen. Bei gut 30 Prozent soll der Anteil unverändert bleiben. Noch optimistischer zeigen sich Unternehmen, die ihren Firmensitz im Ausland haben. Hier gaben über vier Fünftel aller Befragten an, den Anteil neuer Produkte am Gesamtumsatz erhöhen zu wollen (bei inländischem Firmensitz 67 Prozent).
Etwa zwei Drittel der Befragten planen in den kommenden zwei Jahren keine Verlagerung von Kapazitäten ins Ausland. Etwa ein Drittel hält es für “gut möglich”, diese Option zu nutzen. Bei der Frage nach der Verlagerung nur des Bereichs Produktion schätzt fast die Hälfte der Unternehmen es als “gut möglich” ein, Kapazitäten ins Ausland zu verlagern. Der Bereich Forschung und Entwicklung dagegen ist fest mit dem Standort Deutschland verbunden. Über 80 Prozent der befragten Unternehmen halten eine Verlagerung dieses Bereichs für unwahrscheinlich.
Deutsche Unternehmen sind eng mit Hochschulen und Forschungsinstituten verbunden und pflegen Kooperationen mit anderen Unternehmen. Über 80 Prozent kooperieren mit Hochschulen, weit mehr als die Hälfte mit Forschungsinstituten. Etwa 70 Prozent gaben an, mit anderen Unternehmen intensiv zusammenzuarbeiten. Neun von zehn Unternehmen, die ihren Firmensitz im Ausland haben, setzen auf Kooperationspartner. Im Inland sind dies rund zwei Drittel. Die meisten der befragten Unternehmen wollen dabei ihre Kooperationen noch intensivieren.
Prof. Dr. Stephanus Büttgenbach, Leiter des Instituts für Mikrotechnik an der TU Braunschweig und Vorsitzender der VDE/VDI-Gesellschaft Mikroelektronik, Mikro- und Feinwerktechnik (GMM) bezeichnete in diesem Zusammenhang die Nanotechnik als Paradebeispiel für die zunehmende Interdisziplinarität der Technologien. “In diesem Bereich redet fachübergreifend heute jeder mit jedem”, betonte er. Dies gelte für den Displayhersteller ebenso wie für den Entwickler von Biochips.
Rolf Froböse | Quelle: VDE
Weitere Informationen: www.vde.de
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