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Kommunikative und flexible Stromnetze.

06.06.2000

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Im Gegensatz zur derzeitigen Struktur von Energieverteilungsnetzen (Abb.1) arbeiten die zukünftigen Stromnetze dezentral (Abb.2). Dadurch sind sie äußerst flexiblel.


Im Leitprojekt EDISON entstehen Konzepte für sichere und flexible Energieverteilung. Ziel ist es, deutsche Stromanbieter im liberalisierten Energiemarkt konkurrenzfähig zu machen. Zusatznutzen: Auch Daten sollen über das Stromnetz übertragen werden.

Die Liberaliseriung bringt Schwung in den Strommarkt. Neue Energieanbieter, mehr Verbraucher, die kurzfristig die Energieerzeuger wechslen, um Geld zu sparen - das alles kann sich auch auf die Sicherheit und Qualität der Stromversorgung auswirken. Im Leitprojekt EDISON - Energieverteilungsnetze mit dezentralen, innovativen Energiewandler-, Speicher- und Kommunikationssystemen - das vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit 15 Mio DM gefördert wird, arbeitet ein Konsortium von 17 Firmen und Forschungseinrichtungen an neuen Konzepten für eine intelligente Stromversorgung. Die Leitung des insgesamt mit 37 Mio DM veranschlagten Projekts liegt bei den Stadtwerken Karlsruhe und dem Freiburger Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE. Bis 2003 sollen die Energieverteilungsnetze fit für den internationalen Wettbewerb sein. Darüber hinaus sollen die entwickelten Produkte weltweit vermarktet werden.

»Wir erarbeiten ein Konzept für eine dezentrale Netzstruktur mit integriertem Kommunikationssystem«, fasst Dr. Heribert Schmidt vom ISE die Aufgabe zusammen. Neben dem neuen Netzaufbau sollen auch die zugehörigen Standards und Kommunikations-Schnittstellen entwickelt werden. Wesentliche Bestandteile des neuen Netzes sind dezentrale Energieerzeuger wie Photovoltaik- oder Windkraftanlagen sowie Blockheizkraftwerke und Brennstoffzellen. Die kleineren Anlagen sind - anders als die bestehenden zentralen Großkraftwerke - flexibler und können auch bei Spitzenbelastungen die Netze stabil halten. Hinzu kommen lokale Energiespeicher, die für einen gleichmäßigen Energiefluß sorgen werden. Power Quality Geräte verbessern die Netzqualität durch eine aktive Kompensation von Netzverzerrungen, Blindleistungen und Spannungseinbrüchen. Während die Stadtwerke sich um Auswahl und Aufbau der Demoanlagen kümmern, sind die Wissenschaftler des ISE für grundlegende Entwicklungen von Komponenten wie dezentralen Energiespeichern und wandlern sowie das Monitoring und Auswerten der Daten zuständig.

Ein weiterer Clou der neuen Netzstruktur: Nicht nur Strom sondern auch Daten sollen über die Leitungen transportiert werden. Zum Überbrücken der letzten Meile, von den Trafostationen der jeweiligen Stadtwerke hin zu den einzelnen Haushalten, sollen Powerline Communication-Systeme genutzt werden. »Denkbar ist, über den Strom-anschluß des Computers direkt Zugang ins Internet zu bekommen«, malt Dr. Schmidt das zukünftige Szenario aus.

Ansprechpartner:
Dr. Heribert Schmidt
Telefon: 07 61/45 88-2 26
Telefax: 07 61/45 88-2 17
E-Mail: Heribert.Schmidt@ise.fhg.de
Fraunhofer-Institut für
Solare Energiesysteme ISE
Oltmannstraße 5
79100 Freiburg

Pressekontakt:
Karin Schneider
Telefon: 07 61/45 88-1 47
Telefax: 07 61/45 88-3 42
E-Mail: kschneid@ise.fhg.de

Weitere Informationen finden Sie im WWW:

Beate KochA

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