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Forschungsprojekt mit zwei Jahren Laufzeit im Auftrag des
Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes gestartet
Man weiß nur wenig darüber, ob und wie sich Windkraftanlagen im Offshore-Bereich der Nord- und Ostsee auf die Umwelt, die Tiere und die Sicherheit der Schifffahrt auswirken. Das soll sich nun ändern. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums und Umweltbundesamtes wird ein Projektteam unter Leitung des Alfred-Wegener Instituts für Polar- und Meeresforschung aus Bremerhaven das vorhandene Wissen zusammentragen und Bewertungsvorschläge unterbreiten. Zudem sollen Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie sich unnötige Störungen und Belastungen vermeiden lassen. Das Forschungsprojekt läuft bis Ende 2002. Die Nutzung der Windkraft fernab der Nord- und Ostseeküste gilt als eine wichtige zukünftige Energiequelle. Im Zuge des Erneuerbare Energie-Gesetzes wurden bisher über 2000 Offshore-Windenergieanlagen mit circa 8000 Megawatt beantragt, die eine Ausdehnung von über 2000 km2 hätten.
Im interdisziplinär zusammengesetzten Projektteam arbeiten neben dem
Alfred-Wegener Institut für Polar- und Meeresforschung, die Germanischer
Lloyd WindEnergie GmbH, die Germanischer Lloyd Offshore GmbH, das Institut
für Vogelforschung, das Deutsche Windenergie-Institut GmbH, das
Forschungs- und Technologiezentrum Westküste und das Institut für
technische und angewandte Physik GmbH mit.
Das Forschungsprojekt mit
dem kompletten Titel "Untersuchungen zur Vermeidung und Verminderung von
Belastungen der Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen im
küstenfernen Bereich der Nord- und Ostsee" hat folgende Ziele:
·
Dargestellt wird der Wissensstand zu möglichen Belastungen der
Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen (Bau, Betrieb, Rückbau). Im
Blickpunkt stehen die Lebensgemeinschaften des Meeresbodens, Rast- und
Zugvögel sowie die Meeressäuger. Für die Rast- und Zugvögel beispielsweise
werden räumlich und zeitlich begrenzte Feldstudien zum Vorkommen und
Flugverhalten in Nord- und Ostsee vorgenommen.
· Es werden methodische Grundlagen zur Untersuchung und Bewertung von potenziellen Belastungen der Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen gelegt.
· Es wird das Risikopotential von Schiffskollisionen mit derartigen Anlagen und die möglichen Folgen auf die Umwelt geschätzt.
· Es werden Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung der Belastungen der Meeresumwelt durch Offshore-Windenergieanlagen entwickelt.
· Es werden Wissenslücken und weiterer Forschungsbedarf aufgezeigt.
Das Forschungsprojekt wurde in engem fachlichen Austausch mit dem
Bundesamt für Naturschutz (Außenstelle Vilm) vorbereitet, weil beim Ausbau
der Offshore-Windenergienutzung fachübergreifende Fragestellungen zu
bearbeiten sind.
Angesichts der Vielzahl der beantragten
Windenergieparks in Nord- und Ostsee sind standortspezifische
Umweltverträglichkeitsstudien, die im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens
notwendig werden, nicht Gegenstand dieses Forschungsprojektes. Allerdings
wird ein Informationsaustausch mit den einzelnen, teilweise bereits
privatwirtschaftlich beauftragten Umweltverträglichkeitsstudien und
Risikoanalysen erfolgen.
Detaillierte Angaben über die Inhalte und Ziele des Projektes gibt es in einem vierseitigen Hintergrundpapier, das in Papierform oder als Datei kostenlos angefordert werden kann beim Umweltbundesamt, Pressestelle, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin, Fax: 030/8903-2798, E-Mail: jana.schmidt@uba.de.
Karsten Klenner | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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