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In Braunschweig stellt die Farmatic Biotech Energy AG in Zusammenarbeit
mit der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) nun die Weichen
für einen besonders effektiven Weg der Stromgewinnung. Erstmals sollen
Biogasproduktion und Energieerzeugung in der Brennstoffzelle miteinander
verknüpft werden. Gelingt es, geeignete Wege der Gasaufbereitung zu
finden, stehen die Chancen gut, beide Technologien mit Erfolg kombinieren
zu können und eine weitaus wirkungsvollere Nutzung von Biomasse zu
erreichen.
Erste grundlegende Informationen hatte eine durch das Bundesministerium
für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) geförderte
Studie zur effizienten Verstromung von Biogas geliefert. Die vom
Hamburger Ingenieurbüro Loock dabei gewonnenen Erkenntnisse gilt es im
Rahmen des Verbundvorhabens in die Praxis umzusetzen. Standort des
Versuchs ist die FAL in Braunschweig. Während sie eine bereits
vorhandene Biogasanlage und ihr Wissen zu dieser Thematik einbringt, übernimmt
die Nortorfer Farmatic Biotech Energy AG den Komplex Gasaufbereitung und
Brennstoffzellenbetrieb.
Die Arbeiten beider Partner sollen später in eine Großanlage münden,
die Gasaufbereitung und Brennstoffzelle miteinander verknüpft. Vorher
sind jedoch umfangreiche Erhebungen und die Entwicklung spezieller
Messverfahren nötig. Der Erfolg der Technologie hängt davon ab, wie
gut es gelingt, das Biogas auf Erdgasqualität aufzubereiten. Nicht nur
die bei der Fermentation schwankende Rohgasqualität gilt es zu
beherrschen, auch sonst sind komplexe Verfahren zur Abtrennung störender
Gaskomponenten wie Kohlenstoffdioxid oder Schwefelwasserstoff nötig.
Das Aufbereitungssystem soll dabei so flexibel gestaltet werden, dass
sich unterschiedliche Gasqualitäten erzielen lassen. Sie gilt es im
Einsatz in der Brennstoffzelle zu testen. Dazu werden aus den am Markt
befindlichen Brennstoffzellensystemen die geeignetsten ausgewählt.
Hatte sich die Technologie bislang nur bei Erdgas und Klärgasen als
machbar herausgestellt, gilt es nun, den Brennstoff Biogas mittels der
flexiblen Aufbereitung Schritt für Schritt daran anzupassen.
Erst wenn das entwickelte System in den Einzelkomponenten funktioniert,
kann der eigentliche Schritt vollzogen werden. An die Biogasanlage der
FAL werden dann Container mit Aufbereitung und Brennstoffzelle
angebunden. Zwei Jahre lang sollen sie beweisen, dass der Betrieb von
Brennstoffzellen mit landwirtschaftlich erzeugtem Biogas machbar ist.
Für die Umwelt wäre das doppelt gut. Die Nutzung von Bioenergie ist
nicht nur CO2-neutral, die emissionsarme Brennstoffzelle sorgt zudem dafür,
dass noch weniger Schadstoffe als bisher in die Luft gelangen. Auch
wirtschaftlich bringt die neue Technologie ihren Nutzern Vorteile, denn
die Stromwirkungsgrade von Brennstoffzellen sind deutlich höher als die
von Verbrennungsmotoren.
Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
Hofplatz 1
18276 Gülzow
Tel.: 03843/69 30-0
Telefax: 03843/69 30-102
E-Mail: info@fnr.de
Internet: http://www.fnr.de
Dr. Torsten Gabriel | Quelle: Informationsdienst Wissenschaft
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