Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zuerst Biogas, dann Kompost – klimafreundliche Verwertung für Bio- und Grünabfälle

03.04.2012
Eine getrennte Behandlung von Bio- und Grünabfällen kann einen entscheidenden Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz leisten. Wichtigster Baustein dabei ist eine so genannte Kaskadennutzung der organischen Reststoffe: Sie sollten zunächst energetisch, das heißt für die Erzeugung von Bioenergie genutzt werden. Die Rückstände aus diesem Prozess könnten schließlich in einem zweiten Schritt für die Kompostbildung eingesetzt werden.

Wie die Kommunen Abfälle aus Haushalt, Garten und öffentlichen Grünflächen optimal entsorgen, zeigt der Leitfaden „Optimierung des Systems der Bio- und Grünabfallverwertung“, den das Öko-Institut, das Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg ifeu und die IGLux GmbH gemeinsam für das Umweltministerium Baden-Württemberg erarbeitet haben.

„Je umfassender und effizienter man Bioabfälle verwertet, desto größer ist der Nutzen für den Klimaschutz und der Beitrag der Abfallwirtschaft zur Energiewende“, fasst Günter Dehoust, Experte für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft am Öko-Institut, die Bedeutung des Leitfadens zusammen.

Biotonne, Biogas, Kompost

„Die Voraussetzung für eine umfassende energetische und stoffliche Nutzung der Bioabfälle ist ihre getrennte Erfassung über die Biotonne“, erläutert Florian Knappe, Projektleiter am ifeu-Institut in Heidelberg. In ihr werden sämtliche Biomasseabfälle der privaten Haushalte eingesammelt. „Noch gibt es diese Form der Abfallsammlung nicht flächendeckend, in ihr liegt aber der Schlüssel für eine vollständige Erschließung des großen Potenzials dieser Rückstände.“

Weitere Grünabfälle wie der Strauch- und Baumschnitt aus Gärten oder der öffentlichen Bewirtschaftung von Parks oder Gärten sollte ebenfalls gesammelt und verwertet werden. Alle Reststoffe werden in einem ersten Schritt der Energiegewinnung in Biogasanlagen zugeführt. Die Gärrückstände aus der Biogasproduktion sowie weitere erdige Rückstände werden im nächsten Schritt kompostiert. Die so gewonnen Pflanzennährstoffe finden Einsatz in Humus für die Landwirtschaft, den Gartenbau oder für Blumenerden in Privathaushalten.

Empfehlungen für die Praxis

Der Leitfaden richtet sich an Fachleute für die Abfallentsorgung in Städten und Kommunen und liefert konkrete Checklisten und Handlungsempfehlungen, wie eine getrennte Erfassung und Nutzung der biogenen Reststoffe gestaltet werden kann. Die Experten erarbeiteten ihn gemeinsam mit Vertretern von vier Landkreisen: Die Praktiker und Praktikerinnen aus Göppingen, Heilbronn, Ravensburg und dem Zollernalbkreis testen die Informationen und brachten die Sicht der kommunalen Anwender in die Entwicklung des Leitfadens ein.

„Wichtiger Bestandteil des Leitfadens sind konkrete technische und konzeptionelle Lösungen über alle Stufen des Verwertungssystems hinweg“, erklärt Thomas Turk, Experte für die energetische Nutzung biogener Abfälle bei der IGLux GmbH. „Er liefert konkrete Hinweise für Maßnahmen zur Sammlung der Abfälle, das Stoffstrommanagement, die Technik der Anlagen sowie für eine optimale Vermarktung der Komposte und der erzeugten Energie.“

Weitere Informationen zum Download

Leitfaden „Optimierung des Systems der Bio- und Grünabfallverwertung“ erstellt durch ifeu-Institut, Öko-Instituts, IGLux GmbH und Ressource Abfall GmbH (auf der Homepage des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg:
http://www.um.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/91248/Leitfaden_Bio-_und_Gruenabfallverwertung.pdf?command=downloadContent&filename=Leitfaden_Bio-_und_Gruenabfallverwertung.pdf

Ansprechpartner

Günter Dehoust
Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institutsbereich Infrastruktur & Unternehmen
Öko-Institut e.V., Büro Berlin
Telefon: +49 30 405085-355
E-Mail: g.dehoust(at)oeko.de
Florian Knappe
Teamleiter Abfallwirtschaft
Ifeu – Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH
Telefon: +49 6221 4767-26
E-Mail: florian.knappe(at)ifeu.de

Dipl.Ing. Thomas Turk
Geschäftsführer
IGLux Witzenhausen GmbH
Telefon: +49 5542 303-9130
E-Mail: t.turk(at)iglux-witzenhausen.de
Das Öko-Institut ist eines der europaweit führenden, unabhängigen Forschungs- und Beratungsinstitute für eine nachhaltige Zukunft. Seit der Gründung im Jahr 1977 erarbeitet das Institut Grundlagen und Strategien, wie die Vision einer nachhaltigen Entwicklung global, national und lokal umgesetzt werden kann. Das Institut ist an den Standorten Freiburg, Darmstadt und Berlin vertreten.

Neues vom Öko-Institut auf Twitter: http://twitter.com/oekoinstitut

Interesse an eco@work, dem kostenlosen E-Paper des Öko-Instituts?
Abo unter http://www.oeko.de/newsletter_ein.php

Romy Klupsch | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften