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Ziel erreicht: 72-Stunden-Simulationsflug von Solar Impulse

24.02.2012
Heute Morgen um 08.06 Uhr hat André Borschberg den Simulationsflug beendet, den er am Dienstag, 21. Februar, in Dübendorf begonnen hatte und der drei Tage und drei Nächte dauerte.

Während diesen 72 Stunden konnte das Team von Solar Impulse die menschliche Herausforderung testen, die mit Langzeitflügen verbunden ist. Ausserdem konnten aus diesem Test wertvolle Erkenntnisse im Hinblick auf die Weltumrundung mit Sonnenenergie gezogen werden, die für 2014 vorgesehen ist.

In einem massstabgetreuen Nachbau des Cockpits des zweiten Solarflugzeugs, das gegenwärtig im Bau ist, bewältigte André Borschberg die Herausforderung, den Simulator von Solar Impulse während 72 Stunden nonstop zu steuern. Der Umgang mit der Müdigkeit, die Ergonomie des Cockpits, die Ernährung, die Toilette, Übungen zur Thromboseprophylaxe, Aufmerksamkeit und Konzentration, die Fähigkeit zur Steuerung des Flugzeugs bei einem Schlafmanko – all dies wurde vom Team von Solar Impulse getestet und evaluiert.

«Diese Simulation hat gezeigt, dass unser Konzept, allein während mehrerer Tage nonstop zu fliegen, in die Praxis umgesetzt werden kann» erklärte André Borschberg, Mitgründer, CEO und Pilot von Solar Impulse, beim Verlassen des Simulators. «Die Entspannungstechniken und das Schlafen in mehreren Phasen haben sehr gut funktioniert und meine Erwartungen übertroffen. Dank einer guten Strukturierung der Ruhephasen konnte ich während des gesamten Fluges eine optimale Aufmerksamkeit und Konzentration aufrechterhalten. Was die praktische Gestaltung des Aufenthalts im Cockpit betrifft, haben wir viele neue Erkenntnisse gewonnen. Dies ist sehr positiv für die Fortsetzung unserer Vorbereitungen und bringt uns der konkreten Weltumrundung einen grossen Schritt näher», hielt er lächelnd fest.

Die Wissenschaftler der ETH Lausanne, welche die physiologischen Daten des Piloten erfassten, konnten in der Praxis Lösungen einsetzen, die normalerweise nur im Labor zur Anwendung gelangen. Dies gilt insbesondere für ein miniaturisiertes elektronisches Gerät, mit dem die Herz- und Hirnfunktionen des Piloten in Echtzeit gemessen wurden. Diese Daten werden in den nächsten Wochen von den Ärzten von Hirslanden mit den Ergebnissen der Aufmerksamkeits- und Reaktionstests verglichen und ausgewertet. Die daraus gewonnenen Erkenntnisse werden von entscheidender Bedeutung sein, um für den Piloten im Hinblick auf die Weltumrundung die optimale Ruhestrategie festzulegen.

Während des Simulationsfluges hat André Borschberg zwei Ruhestrategien getestet, die auf die beiden Flugarten abgestimmt sind, welche die Piloten während ihres Fluges um die Welt umsetzen werden. Dabei handelt es sich erstens um Entspannungstechniken, die während «kurzen» Flügen (24 bis 36 Stunden) über bewohnten Gebieten angewandt werden, während denen nicht geschlafen werden darf. Zweitens geht es um Powernaps mit einer Dauer von 15 bis 20 Minuten, die ausschliesslich über den Ozeanen in Frage kommen. Während seines 72-stündigen Simulationsfluges hat André Borschberg auf einem Sitz, den das Schweizer Unternehmen Lantal speziell für Solar Impulse entwickelt hat, 32 Mal während 20 Minuten geschlafen.

Bertrand Piccard, Initiant, Präsident und Pilot von Solar Impulse, fasst die Simulation der letzten drei Tage mit einem Begriff zusammen: «STEADY STATE. Steady State hat in Bezug auf einen menschlichen Körper die gleiche Bedeutung wie der Begriff Nachhaltigkeit, wenn von nachhaltiger Entwicklung die Rede ist. Dies bedeutet, dass die physiologischen Parameter einen Gleichgewichtszustand erreicht haben, auf dessen Basis der menschliche Körper während eines langen Zeitraums auf die gleiche Weise funktionieren kann.»

Die von Nestlé Health Science entwickelte Ernährungsstrategie, die speziell auf den Piloten abgestimmt wurde, hat sich sowohl in geschmacklicher als auch in ernährungstechnischer Hinsicht als zweckmässig erwiesen. Die nächste Etappe besteht in der Entwicklung der Verpackung, die Temperaturschwankungen zwischen -20° und + 35° standhalten muss.

Im nächsten Frühjahr geht es für Solar Impulse dann nicht mehr nur um eine Simulation. Es stehen vielmehr praktische Testflüge in der Mittelmeerregion mit dem bestehenden Prototypen auf dem Programm. Dies ist eine weitere Form des Trainings für die Weltumrundung. Geplant sind Flüge von längerer Dauer und grösserer Distanz, wobei sich die beiden Piloten zum ersten Mal nach jeder Etappe abwechseln werden.

Weitere Informationen:
Solar Impulse
Alexandra Gindroz
Press Officer
Tel. +41 58 219 2440
Mobile +41 (0)79 688 4555 oder +41 (0)79 415 8284
Email: press@solarimpulse.com
Über Solar Impulse
Solar Impulse HB-SIA, das erste Flugzeug, das Tag und Nacht ohne Treibstoff und Schadstoffemissionen fliegen kann, beweist das enorme Potenzial der neuen Technologien im Bereich der Energieeffizienz und der Erzeugung von erneuerbarer Energie. Hinter dem 70-köpfigen Team und seinen 80 Partnern liegen sieben Jahre intensivster Arbeit mit unzähligen Berechnungen, Simulationen und Tests, um dieses revolutionäre Flugzeug aus Kohlefaser-Werkstoffen zu vollenden: Nie zuvor wurde ein derart grosses und leichtes Flugzeug gebaut, mit der Spannweite eines Airbus A340 (63,4 Meter) und dem Gewicht eines Mittelklassewagens (1’600 kg). Im Flügel sind rund 12’000 Solarzellen integriert. Sie versorgen die vier Elektromotoren, die eine Spitzenleistung von je 10 PS aufweisen, mit erneuerbarer Energie und laden die Lithium-Polymer-Batterien (400 kg) während des Tages für den Nachtflug auf. Das Projekt Solar Impulse wird unter anderen unterstützt von seinen Hauptpartnern Solvay, Omega, Deutsche Bank und Schindler; Bayer MaterialScience und Altran als offizielle Partner; EPFL (Ecole Polytechnique Fédérale Lausanne) als offizielle wissenschaftliche Beraterin und Dassault-Luftfahrt als Beraterin für Luftfahrtfragen.

Alexandra Gindroz | Solar Impulse
Weitere Informationen:
http://www.solarimpulse.com

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