Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wettlauf zu neuen Lithium-Ionen-Akkus gestartet

27.03.2009
Batteriekonsortium unter Führung der BASF erhält 21 Millionen Euro Fördermittel vom BMBF

Neue Generationen von Hochenergiebatterien sollen Antriebstechniken von morgen ermöglichen

Mit einer Millionenförderung ist der Startschuss für die Entwicklung neuer Generationen von Hochenergiebatterien für den Einsatz in Plug-in-Hybridautos und in künftigen Elektrofahrzeugen gefallen.

Unter Leitung der BASF Future Business GmbH werden 18 Partner aus Industrie und Wissenschaft in dem branchenübergreifenden Konsortium "HE-Lion" in den kommenden vier bis sechs Jahren effiziente, leistungsfähigere und sichere Lithium-Ionen-Batterien entwickeln und zur Marktreife bringen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das HE-Lion-Projekt im Rahmen der Innovationsallianz "Lithium Ionen Batterie LIB 2015" mit 21 Millionen Euro. Den gleichen Betrag werden die Verbundpartner aus eigenen Mitteln direkt beisteuern, so dass das Projekt mit insgesamt rund 41 Millionen Euro ausgestattet ist.

"Diese Allianz ist ein essentieller Beitrag zur Stärkung des Innovationsstandorts Deutschland. In der Forschung müssen wir möglichst bald den entscheidenden Durchbruch bei neuen Batterie-Materialien erzielen. Erst dann machen wir Elektromobilität bezahlbar und befreien sie aus ihrem Nischendasein", betont Dr. Andreas Kreimeyer, Mitglied des Vorstands der BASF und Sprecher der Forschung.

Die BMBF-Initiative LIB 2015 mit einem Gesamtfördervolumen von
60 Millionen Euro für mehrere Konsortien zielt darauf ab, bis 2015 leistungsfähigere, sichere und vor allem bezahlbare Lithium-Ionen-Batterien für zukünftige Antriebssysteme wie die Plug-in-Hybrid-Autos auf den Markt zu bringen. Ein Plug-in-Hybrid ist ein Kraftfahrzeug mit Hybridantrieb, dessen Batterie zusätzlich extern über das Stromnetz geladen werden kann. Ausgestattet mit Verbrennungsmotor, Elektroantrieb und einer Batterie können diese Autos sowohl mit Benzin als auch mit Strom fahren.

Mit Unternehmen der Chemischen Industrie, der Batterieindustrie, dem Automobil- und Energiesektor sowie mit zahlreichen Hochschul- und Institutspartnern ist HE-Lion der größte Verbund in LIB 2015. Als Energiespeicher der Zukunft stellen Lithium-Ionen-Batterien eine Schlüsseltechnologie für eine klimafreundliche Energieversorgung dar. Für die BASF ist Klimaschutz eine langfristige strategische Aufgabe, zu der auch das Engagement in diesem Projekt zählt.

Während die aktuelle erste und zweite Generation der Lithium-Ionen-Batterien bereits in Laptops, Smartphones oder Kameras verwendet wird, muss für die dritte und vierte Generation ein neues und stabileres System entwickelt werden. Entscheidend für den Erfolg der neuen Batterien sind hohe Sicherheit, ein hoher Wirkungsgrad und ein erschwinglicher Preis. Angestrebt wird eine zwei- bis fünfmal so hohe Energiedichte wie in bisher bekannten Batteriesystemen. Diese soll dafür sorgen, dass Plug-in-Hybrid-Autos und Elektrofahrzeuge akzeptable Reichweiten erzielen. Sie sollen basierend auf heutigen Serienmodellen statt wie heute nach 50 Kilometern in Zukunft erst nach 200 Kilometern Strom laden müssen.

Dazu muss insbesondere die Kathode der Batterie weiterentwickelt werden. Experten der BASF entwickeln ein Portfolio von innovativen Kathodenmaterialien, speziellen Metalloxiden, die durch Hochtemperatursynthese hergestellt werden. Die Arbeiten umfassen das konzeptionelle Design der Materialien, die Laborsynthese und das Scale-up, also die Übertragung auf den Produktionsmaßstab. Derzeit machen die eingesetzten Materialien noch mehr als 50 Prozent der Kosten von Lithium-Ionen-Zellen aus.

"Mit Vertretern aus allen technologischen Disziplinen haben wir jetzt die Chance, die Batterie im wahrsten Sinne des Wortes neu zu erfinden. Mit einer global wettbewerbsfähigen Technologie werden sich unsere Partner bei Materialien, Komponenten, Zellen und Batterien als führende Zulieferer weltweit positionieren", sagt Dr. Thomas Weber, Geschäftsführer der BASF Future Business GmbH. Bis die innovative Batterie in einigen Jahren in einem VW Golf getestet werden kann, müssen die Entwickler allerdings mehr als 10.000 verschiedene Versuche durchführen. Nach heutigen Maßstäben wäre eine Lithium-Ionen-Batterie für einen Golf allein schon so teuer wie das Fahrzeug. Moderne Produktionsprozesse sind gefordert, um eine hochwertige und umweltgerechte Herstellung zu gewährleisten und die Kosten deutlich zu senken. Dabei sind Materialforscher ebenso gefragt wie Systementwickler.

Das Industriekonsortium umfasst ein breites Spektrum von der Materialforschung bis zur Systemintegration. BASF, Freudenberg Vliesstoffe und SGL Carbon sind für die Materialherstellung zuständig. Entwicklung von Prototypen und Zellentechnologie werden vom Fraunhofer Institut Itzehoe sowie den Firmen Gaia, Leclanché und Bosch geliefert. Die Umsetzung im Fahrzeug erfolgt durch Volkswagen, der Energiekonzern EnBW wird Modelle entwickeln, um die Hochenergie-Batterien in ein neues Stromversorgungskonzept zum Lastausgleich zu integrieren. In der Grundlagenforschung wird mit den Universitäten Berlin, Bonn, Clausthal, Darmstadt, Giessen, Hannover, Münster sowie dem Paul-Scherrer Institut in der Schweiz und dem Leibniz-Institut Dresden kooperiert. In dieser einzigartigen Zusammenstellung sehen die Partner des Konsortiums ihren Wettbewerbsvorteil.

Christian Böhme | idw
Weitere Informationen:
http://www.basf.de
http://basf.com/group/pressemitteilung/P-09-158

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise