Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Strom, weniger CO2, weniger Quecksilber

21.12.2010
In Zeiten einer sehr intensiven Diskussion über den Einsatz von Energie auf der einen Seite und gestiegenen Haushaltsdruck für die Kommunen auf der anderen Seite beschreiten die Stadtwerke Neumarkt einen neuen Weg bei dem Einsatz von Leuchtmitteln für die Straßenbeleuchtung. Dort werden seit kurzem so genannte Induktionsleuchten eingesetzt. Sie ersetzen die bisher verwendeten Quecksilberdampflampen.

Die Neueinführung dieser Leuchtmittel war der Anlass für die Stadtwerke, das Umweltinstitut Neumarkt mit einer Studie zu beauftragen, die die ökonomische, technische und ökologische Bewertung der neuen Leuchtmittel untersucht. Die Studie, deren Ergebnisse auf andere Kommunen in Deutschland übertragbar sind, wurde am heutigen Montag vorgestellt und den Stadtwerken Neumarkt übergeben.

Die Ingenieure und Betriebswirtschaftler aus dem Umweltinstitut untersuchten technische Aspekte (Lichtstärke, Leistungsaufnahme und Alterungsverhalten der Lampen), die Kosten für Ersatz und Austausch von Leuchtkörpern sowie die Kosten für die Betriebsdauer der Lampen und die Einsparung gegenüber dem Einsatz der bisher verwendeten Leuchtmittel.

Im Wesentlichen konnten die von dem Generalimporteuer der Lampen, der Firma Rego-Energy aus Berg bei Neumarkt, angegebenen Leistungsmerkmale bestätigt werden. Es zeigte sich, dass die Lampen sich innerhalb kürzester Zeit amortisieren und langfristig zu einem erheblichen Einsparpotenzial an elektrischer Energie für die Kommunen führen.

62.000 Euro Einsparung und 536 Tonnen CO2 pro Jahr weniger in Neumarkt

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie lassen sich wie folgt zusammenfassen: Bei Ersatz aller Quecksilberdampflampen durch die Induktionsleuchten würde sich ein Minderverbrauch an Strom von 467.000 Kilowattstunden pro Jahr ergeben. Dies entspricht dem Stromverbrauch von etwa 130 deutschen Durchschnittshaushalten bzw. rund 62.000 Euro pro Jahr, die weniger für den Strom der Straßenbeleuchtung ausgegeben werden müssten.

Positiv für die Umwelt ist dabei, dass durch den Minderverbrauch an Strom der Einsatz an fossilen Brennstoffen stark vermindert werden könnte. Bezogen auf Strom aus einem Kohlekraftwerk würde dies pro Jahr einen Minderverbrauch an Kohle von 146 Tonnen bedeuten oder in CO2- Äquivalenten eine Minderung von 536 Tonnen CO2 pro Jahr – alleine für die Stadt Neumarkt!

Messungen und Feldversuche

Ein weiterer Aspekt, der untersucht wurde, ist, wie sich der Quecksilberverbrauch und die Quecksilberemissionen durch den Einsatz der Induktionsleuchten senken lassen. Auch hier ergäben sich erhebliche Vorteile durch die Einführung der innovativen Leuchtmittel.

An der Studie waren vier Mitarbeiter des Umweltinstituts beteiligt: Patrick Schneider, Magnus Schober, Christoph Lachinger und Frank Wittmann. Neben den obligatorischen Messungen im Labor führten sie auch Feldversuche durch und werteten Daten aus. Die vier jungen Ingenieure wurden von den Professoren Dr. Eberhard Aust, der das Umweltinstitut Neumarkt leitet, und Dr. Bernd Hümmer aus der Fakultät Betriebswirtschaft unterstützt. Zusätzliche Unterstützung kam aus dem Labor für Technische Optik der Ohm-Hochschule in Nürnberg von Prof. Dr. Hans Poisel und Prof. Dr. Hanskarl Treiber.

Hinweis für Redaktionen:
Bei Fragen wenden Sie sich bitte direkt an Prof. Dr. Eberhard Aust, Tel. 09181/5091123, E-Mail: eberhard.aust@ohm-hochschule.de, +++ Gerne hilft auch die Presse- und Hochschulkommunikation, Tel. 0911/5880-4101, E-Mail: presse@ohm-hochschule.de

Elke Zapf M.A. | idw
Weitere Informationen:
http://www.ohm-hochschule.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geräteschutzschalter erfüllt NEC Class 2
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Elektronikgehäuse für Anzeigeeinheiten
19.05.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften