Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Welche Orte haben das Zeug zum Bioenergiedorf?

02.12.2010
Das erste Bioenergiedorf Jühnde im Landkreis Göttingen ist ein Erfolgsprojekt.

An der Hochschule Harz wird daher momentan erforscht, inwieweit dieses Konzept auf Orte im Landkreis Harz übertragen werden kann und wie hoch das Interesse dafür ist.

„Erste Hinweise soll eine angelaufene Befragung aller hiesigen Dörfer liefern“, erläutert Melanie Mänz, die das Thema im Rahmen ihrer Bachelor-Arbeit aufgegriffen hat. Sie ist zuversichtlich, dass es eine hohe Rücklaufquote geben wird: „Man muss bedenken, dass die angeschlossenen Jühnder Haushalte auch im nächsten Jahr noch die Wärme zu einem Heizölvergleichspreis von unter 50 Cent pro Liter beziehen. Gleichzeitig konnten die Pro-Kopf-Emissionen an CO2 um über 90% gesenkt werden. Warum sollte das die Einwohner im Landkreis Harz nicht auch interessieren?“.

In Bioenergiedörfern wird das Ziel verfolgt, zumindest so viel Strom auf Basis des Energieträgers Biomasse zu produzieren, wie im Ort verbraucht wird. Dies geschieht üblicherweise mittels Biogasanlagen, wo das erzeugte Gas in einem Motor verbrannt und über einen angeschlossenen Generator Strom erzeugt wird. Weiterhin wird die durch notwendige Motorkühlung anfallende Wärme für die Beheizung der Häuser genutzt.

Volker Ruwisch, Vertretungsprofessor am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, hat bereits das erste Bioenergiedorf Jühnde mit auf den Weg gebracht und erläutert die Vorteile: „Es wird eine sehr viel höhere Energieeffizienz erreicht als in konventionellen Kraftwerken, bei denen die Wärme meist über Kühltürme an die Atmosphäre abgegeben wird“. Das Nahwärmenetz sei die eigentliche Herausforderung. „Da es keinen Anschlusszwang gibt, müssen sich die Menschen im Ort einig werden. Ohne eine Anschlussquote von mindestens 50% sind Nahwärmenetze kaum wirtschaftlich zu betreiben“, berichtet der Experte.

In der kühleren Jahreszeit besteht in Jühnde beispielsweise die Möglichkeit, ein Holzhackschnitzel-Heizwerk sowie einen Heizöl-Spitzenlastkessel zusätzlich zur Wärmeerzeugung zu nutzen.

Andreas Schneider | idw
Weitere Informationen:
http://www.hs-harz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung
29.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Organische Elektronik, Elektronenstrahl- und Plasmatechnik FEP

nachricht Fraunhofer-Forscher entwickeln Hochdrucksensoren für Extremtemperaturen
28.06.2017 | Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der schärfste Laserstrahl der Welt

Physikalisch-Technische Bundesanstalt entwickelt einen Laser mit nur 10 mHz Linienbreite

So nah an den idealen Laser kam bisher noch keiner: In der Theorie hat ein Laser zwar genau eine einzige Farbe (Frequenz bzw. Wellenlänge). In Wirklichkeit...

Im Focus: Wellen schlagen

Computerwissenschaftler verwenden die Theorie von Wellenpaketen, um realistische und detaillierte Simulationen von Wasserwellen in Echtzeit zu erstellen. Ihre Ergebnisse werden auf der diesjährigen SIGGRAPH Konferenz vorgestellt.

Denkt man an einen See, einen Fluss oder an das Meer, so sieht man vor sich, wie sich das Wasser kräuselt, wie Wellen gegen die Felsen schlagen, wie Bugwellen...

Im Focus: Making Waves

Computer scientists use wave packet theory to develop realistic, detailed water wave simulations in real time. Their results will be presented at this year’s SIGGRAPH conference.

Think about the last time you were at a lake, river, or the ocean. Remember the ripples of the water, the waves crashing against the rocks, the wake following...

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der schärfste Laserstrahl der Welt

29.06.2017 | Physik Astronomie

Maßgeschneiderte Nanopartikel gegen Krebs gesucht

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Wolken über der Wetterküche: Die Azoren im Fokus eines internationalen Forschungsteams

29.06.2017 | Geowissenschaften