Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weiteres Forschungsprojekt zu Solarenergie an der Universität Konstanz

04.05.2011
„SolarWinS“ wird mit knapp 1,2 Millionen Euro gefördert

Zum 1. Februar 2011 wurde vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) das nationale Verbundprojekt „SolarWinS“ (Solarforschungscluster zur Ermittlung des maximalen Wirkungsgradniveaus von multikristallinem Silicium) bewilligt, an dem die Universität Konstanz mit einem großen Teilprojekt beteiligt ist.

Ziel des Zusammenschlusses von SolarWinS ist es, den maximalen Wirkungsgrad von multikristallinem Silicium im Vergleich zu monokristallinem Material auszuloten. Während nach aktuellem Forschungsstand das monokristalline Silicium bei industriell hergestellten Solarzellen einen Wirkungsgrad von etwa 19 Prozent liefert, liegt das in der Produktion deutlich kostengünstigere multikristalline Silicium bei nur etwa 17 Prozent. Wenn es gelingen würde, diese Wirkungsgradlücke zu schließen, könnte die Solarenergie deutlich günstiger werden, da sich nur die Technologie mit dem besseren Preis-Leistungsverhältnis langfristig durchsetzen wird.

„Diese zwei Prozent Differenz klingen nach wenig, sie sind aber nicht nur wissenschaftlich sondern auch wirtschaftlich höchst relevant. Bereits eine Steigerung des Wirkungsgrades um nur ein Prozent kann für eine Firma mit einer Produktion von etwa 100 Millionen Solarzellen im Jahr einen jährlichen Zusatzgewinn von mehr als 20 Millionen Euro bedeuten“ rechnet Prof. Giso Hahn vor, Leiter der Abteilung Photovoltaik der Universität Konstanz, der auch das Konstanzer Teilprojekt von SolarWinS leitet. Für die Zukunft der Solarindustrie und damit zusammenhängende Investitionen ist dies von hoher Wichtigkeit.

Mit insgesamt 13 Instituts- und elf Industriepartnern wird das Projekt über die kommenden drei Jahre mit ca. 5,5 Millionen Euro vom BMU gefördert. SolarWinS ist in neun Teilprojekte unterteilt, die neben der Universität Konstanz von folgenden Forschungsinstituten geleitet werden: Dem Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Freiburg), dem Institut für Solarenergieforschung Hameln, der Georg-August-Universität Göttingen, der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dem Max-Planck-Institut für Mikrostrukturphysik Halle, der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und dem Fraunhofer-Institut für Integrierte Systeme und Bauelementetechnologie Erlangen. Als Industriepartner sind mit Arise Technologies GmbH (Bischofswerda), Bosch Solar Energy AG (Erfurt), Q-Cells SE (Bitterfeld-Wolfen), Conergy Solarmodule GmbH & Co. KG (Frankfurt/Oder), Schott Solar Wafer GmbH (Jena), Solland Solar Cells GmbH (Aachen), Sovello AG (Bitterfeld-Wolfen, sunways AG (Konstanz), H.C. Starck GmbH (Goslar), PVSilicon GmbH (Erfurt) sowie der Wacker Chemie AG (München) viele wichtige Akteure der deutschen Photovoltaik-Industrie vertreten.

Um den Wirkungsgrad der multikristallinen Solarzellen zu steigern, sollen zunächst die Faktoren der Produktion bestimmt werden, die sich leistungslimitierend auf das Material auswirken. In Kooperation mit allen Projektpartnern wird analysiert werden, welche Veränderungen an Material und Herstellungsverfahren die Effizienz der fertigen Solarzelle wie beeinflussen. „Dabei ist gerade die durch SolarWinS mögliche Zusammenarbeit mit Industriepartnern aus der gesamten Produktionskette von großem Vorteil. Gemeinsam können wir beispielsweise verschiedene Herstellungsvariationen ausprobieren, um den Einfluss der Verunreinigung in der Produktion von multikristallinem Silicium zu analysieren. Die Stärke des Projekts liegt nicht zuletzt in der Vielseitigkeit seiner Partner aus Industrie und Wissenschaft mit unterschiedlicher Expertise“ betont Annika Zuschlag, Doktorandin in der Abteilung Photovoltaik an der Universität Konstanz, die den in Konstanz angesiedelten Teil der Gesamtkoordination von SolarWinS übernommen hat. Die Koordination des Gesamtprojekts ist von den Teilprojekten unabhängig und wird zwischen der Universität Konstanz und dem Freiburger Materialforschungszentrum (FMF) aufgeteilt.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Photovoltaik-Branche jedes Jahr um ca. 50 Prozent gewachsen. Ende 2010 waren in Deutschland Anlagen installiert, die es ermöglichen drei Prozent der gesamten Stromversorgung durch Photovoltaik herzustellen. „Der Markt für Solarenergie boomt, es gilt nicht nur zügig neue und verfeinerte Technologien zu entwickeln sondern auch ausreichend qualifizierte Fachkräfte für die Solarindustrie auszubilden.“ resümiert Giso Hahn die Herausforderungen für die Photovoltaik.

Kontakt:
Universität Konstanz
Kommunikation und Marketing
78457 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-3603
E-Mail: kum@uni-konstanz.de
Annika Zuschlag
Universität Konstanz
Fachbereich Physik
Arbeitsgruppe Photovoltaik
Jacob-Burckhardt-Straße 29
78464 Konstanz
Telefon: 07531 / 88-3174
E-Mail: Annika.Zuschlag@uni-konstanz.de

Julia Wandt | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-konstanz.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht 3D-Mapping von Räumen mittels Radar
17.10.2017 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Hochtemperaturspeicher für Ökostrom
13.10.2017 | Technische Hochschule Mittelhessen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Im Focus: Breaking: the first light from two neutron stars merging

Seven new papers describe the first-ever detection of light from a gravitational wave source. The event, caused by two neutron stars colliding and merging together, was dubbed GW170817 because it sent ripples through space-time that reached Earth on 2017 August 17. Around the world, hundreds of excited astronomers mobilized quickly and were able to observe the event using numerous telescopes, providing a wealth of new data.

Previous detections of gravitational waves have all involved the merger of two black holes, a feat that won the 2017 Nobel Prize in Physics earlier this month....

Im Focus: Topologische Isolatoren: Neuer Phasenübergang entdeckt

Physiker des HZB haben an BESSY II Materialien untersucht, die zu den topologischen Isolatoren gehören. Dabei entdeckten sie einen neuen Phasenübergang zwischen zwei unterschiedlichen topologischen Phasen. Eine dieser Phasen ist ferroelektrisch: das bedeutet, dass sich im Material spontan eine elektrische Polarisation ausbildet, die sich durch ein äußeres elektrisches Feld umschalten lässt. Dieses Ergebnis könnte neue Anwendungen wie das Schalten zwischen unterschiedlichen Leitfähigkeiten ermöglichen.

Topologische Isolatoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie an ihren Oberflächen Strom sehr gut leiten, während sie im Innern Isolatoren sind. Zu dieser neuen...

Im Focus: Smarte Sensoren für effiziente Prozesse

Materialfehler im Endprodukt können in vielen Industriebereichen zu frühzeitigem Versagen führen und den sicheren Gebrauch der Erzeugnisse massiv beeinträchtigen. Eine Schlüsselrolle im Rahmen der Qualitätssicherung kommt daher intelligenten, zerstörungsfreien Sensorsystemen zu, die es erlauben, Bauteile schnell und kostengünstig zu prüfen, ohne das Material selbst zu beschädigen oder die Oberfläche zu verändern. Experten des Fraunhofer IZFP in Saarbrücken präsentieren vom 7. bis 10. November 2017 auf der Blechexpo in Stuttgart zwei Exponate, die eine schnelle, zuverlässige und automatisierte Materialcharakterisierung und Fehlerbestimmung ermöglichen (Halle 5, Stand 5306).

Bei Verwendung zeitaufwändiger zerstörender Prüfverfahren zieht die Qualitätsprüfung durch die Beschädigung oder Zerstörung der Produkte enorme Kosten nach...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - Dezember 2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Intelligente Messmethoden für die Bauwerkssicherheit: Fachtagung „Messen im Bauwesen“ am 14.11.2017

17.10.2017 | Veranstaltungen

Meeresbiologe Mark E. Hay zu Gast bei den "Noblen Gesprächen" am Beutenberg Campus in Jena

16.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

17.10.2017 | Informationstechnologie

Pflanzen gegen Staunässe schützen

17.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Den Trends der Umweltbranche auf der Spur

17.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz