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Mit Wasserstoff-Brennstoffzelle für eine saubere Umwelt

27.06.2011
Bis zu 30 Prozent weniger Dieselverbrauch bei der Abfallsammlung

Es hat schon Tradition bei der Berliner Stadtreinigung: Innovation anzuregen und sie in Kooperation mit anderen Unternehmen umzusetzen. Aktuelles Beispiel ist die Entwicklung eines Brennstoffzellen-Antriebs für die Ladeanlage von Müllfahrzeugen.


Mit der Berliner Firma Heliocentris Energiesysteme GmbH und dem Aufbautenhersteller FAUN wurde – gefördert durch das Bundesverkehrsministerium – ein Fahrzeug entwickelt, das deutlich leiser ist und bis zu 30 Prozent weniger Diesel verbraucht.

Am heutigen Tag geht das Fahrzeug bei der BSR in den Testbetrieb. Zwei Jahre lang wird der weltweit erste Brennstoffzellen-Müllaster in Adlershof, Friedrichshain und Lichtenberg unter Alltagsbedingungen eingesetzt. Mit diesem Praxistest soll demonstriert werden, dass er beim Laden genauso gut funktioniert wie konventionelle Diesel-Fahrzeuge aber dabei null Kohlendioxyd, null Stickoxyd und auch null Feinstaub emittiert: Aus der Brennstoffzelle kommt nur noch Wasser. „Der Dieselmotor des Fahrgestells wird nur noch zum Fahren gebraucht und wird beim Laden des Abfalls abgeschaltet. Die elektrische Energie für den Ladevorgang kommt aus einer Brennstoffzelle, die im Fahrzeug integriert wurde“, erläutert Dr. Johannes F. Kirchhoff, geschäftsführender Gesellschafter der FAUN-Gruppe, das Prinzip. Die Heliocentris Energiesysteme GmbH hat dafür eine sogenannte „Power-Box“ entwickelt, die ein 32 kW Brennstoffzellenaggregat sowie die für dessen Betrieb benötigten Wasserstofftanks, Luftversorgungs- und Kühlsysteme beinhaltet und diese hinter dem Führerhaus installiert.

„Unser Ziel ist, die Serientauglichkeit der Lösung zu erproben. Dafür müssen wir nun den Prototypen auf Herz und Nieren im Alltagsbetrieb testen“, so Heliocentris-Vorstand Dr. András Gosztonyi. Das Bundesverkehrsministerium hat die Entwicklung des Prototyps im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) mit rund 800.000 Euro gefördert.

„Wir wollen Mobilität ermöglichen und nicht verhindern. Deshalb brauchen wir nachhaltige Lösungen für den Verkehr der Zukunft. Die Elektromobilität mit Batterie und Brennstoffzelle bietet hier sinnvolle Alternativen. Das gilt insbesondere für den Stadtverkehr. Mit innovativen Technologien wie diesen tragen wir nicht nur zur Verringerung von umweltschädlichen Emissionen bei; wir sorgen auch dafür, dass es in unseren Städten leiser wird. Mit unseren Förderprogrammen unterstützen wir Wirtschaft und Wissenschaft bei Forschung, Entwicklung und Demonstration, damit solche Zukunftstechnologien auch ihren Weg in die Praxis finden. Allein im NIP stellen wir dafür 500 Mio. Euro für einen Zeitraum von zehn Jahren zur Verfügung“, sagte Rainer Bomba Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Staatssekretär Dr. Jens-Peter Heuer, Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, sieht in dem Brennstoffzellen-Fahrzeug einen wichtigen Beitrag zur umweltverträglichen Mobilität: „Heliocentris in Adlershof ist ein Berliner Unternehmen, das bei Energiespeicherlösungen mit seinen technologischen Entwicklungen an der Spitze steht. Das sind gute Voraussetzungen für Berlin als Modellstadt für Elektromobilität.“ Koordiniert wird das NIP von der NOW GmbH, Nationale Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie.

Sprecher der Geschäftsführung, Dr. Klaus Bonhoff: „Die Brennstoffzelle bietet Effizienzvorteile in den verschiedensten Anwendungen. Die Erprobung im Alltag ist für eine erfolgreiche Markteinführung entscheidend. Wir freuen uns hier über den Mut und die Pionierbereitschaft aller involvierten Experten.“ Andreas Scholz-Fleischmann, Personalvorstand der BSR – und verantwortlich für den BSR Fuhrpark – sieht der Testphase unter realen Einsatzbedingungen gespannt entgegen: „Die Berliner Stadtreinigung ist ein zukunftsorientiertes Unternehmen und schon seit vielen Jahren Vorreiter beim Einsatz innovativer Umweltschutztechnologien. Innovationen anzustoßen und zu fördern ist ein wichtiger Aspekt in unserer Strategie von niedrigen Gebühren und hohen ökologischen Standards.“

FAUN ist Marktführer bei Abfallsammelfahrzeugen und Kehrmaschinen in Europa und liefert in dem Kooperationsprojekt den Aufbau zum Laden und Verpressen des Mülls und das technische Know-how des Hybridkonzepts bei der Energierückgewinnung. Der Stammsitz ist in Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen). Für FAUN arbeiten weltweit über 1000 Beschäftigte. Heliocentris Energiesysteme GmbH ist Spezialist für hybride Energiespeicherlösungen aus Brennstoffzellen, Batterien und Energiemanagement mit Sitz in Berlin Adlershof.

Die Nationale Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH (NOW) wurde 2008 gegründet. Die NOW GmbH ist verantwortlich für die Koordination und Steuerung des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) und des Programms Modellregionen Elektromobilität des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.

Claudia Schaue | FAUN-Kommunikation
Weitere Informationen:
http://www.faun.com

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