Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Visio.M-Projekt zeigt im Fahrtest Bestleistungen in Effizienz und Fahrdynamik

27.06.2014

Kleine Batterie, große Reichweite – diese Gleichung ist nur durch hohe Effizienz zu lösen. Gleichzeitig ist eine gute Fahrdynamik Grundlage für sicheres und angenehmes Fahren.

Wie gut das E-Mobility-Projekt Visio.M diese Forderungen erfüllt, zeigte das Entwicklerteam der Technischen Universität München (TUM) bei Fahrversuchen mit einem aktuellen Prototypen auf dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens Neubiberg.


In Slalom und Kreisfahrt zeigt der Visio.M-Versuchsträger seine gute Fahrdynamik

Andreas Heddergott / TUM

Energieeffizienz ist der Schlüssel zu kostengünstiger Elektromobilität und ist daher ein zentrales Entwicklungsziel für Elektrofahrzeuge. Im Rahmen des Projekts Visio.M werden die Möglichkeiten und Grenzen der Effizienz in den Bereichen Fahrzeuggewicht, Aerodynamik, Antrieb, Rollreibung und Klimatisierung erforscht. Den aktuellen Forschungsstand zeigten die Wissenschaftler nun im direkten Vergleich mit bereits auf dem Markt erhältlichen Fahrzeugen.

„Für die Optimierung der Energieeffizienz haben wir im Wesentlichen drei Stellschrauben: die Aerodynamik, den Rollwiderstand und das Fahrzeuggewicht“, sagt Prof. Markus Lienkamp vom Lehrstuhl für Fahrzeugtechnik der TU München. Beim Test auf dem ehemaligen Flughafen Neubiberg standen die Aerodynamik und das Fahrwerkskonzept im Mittelpunkt.

Mit einem cW-Wert von 0,24 und einer Stirnfläche von nur 1,69 Quadratmetern besitzt das Fahrzeug eine hervorragende Aerodynamik. Gleichzeitig verfügt der Visio.M-Versuchsträger über schmale Reifen (115/70 R 16) mit sehr geringem Rollwiderstand.

„Ziel unseres Konzeptes ist es, möglichst wenig Energie für die Überwindung der Fahrwiderstände aufwenden zu müssen“, sagt Markus Lienkamp. Der Praxistest bestätigte, dass dies den Entwicklern gelungen ist: Mit der gleichen Energie gestartet, kam das Fahrzeug der TUM beim Ausrollversuch am weitesten.

Dass die schmalen Reifen auch bei schneller Kurvenfahrt sicheren Halt bieten, zeigten die Versuche im 18-Meter Slalom-Kurs und bei der schnellen Kreisfahrt. Hier zeigte der Visio.M-Prototyp seine hervorragende Fahrdynamik. „Eine gute Fahrdynamik ist die Grundlage für sicheres und angenehmes Fahren“ sagt Markus Lienkamp. „Wenn wir erreichen wollen, dass mehr Menschen Elektrofahrzeuge kaufen, müssen sie bei Sicherheit und Fahrverhalten den auf dem Markt befindlichen Kleinwagen ebenbürtig sein“.

Beim Visio.M wird die geringere Querkraftaufnahme der schmalen Reifen durch ein ausgeklügeltes Fahrwerkskonzept ausgeglichen, das in seiner Kinematik von Sportfahrwerken abgeleitet wurde. Eine gleichmäßige Verteilung des Gewichts auf Vorder- und Hinterachse und ein niedriger Schwerpunkt verleihen dem Fahrzeug eine hohe Stabilität. ABS und ESP geben zusätzliche Sicherheit.

Einen weiteren Beitrag sowohl zur Effizienz als auch zur Fahrdynamik leistet das aktive „Torque Vectoring“-Differenzial: Eine kleine Elektromaschine im Differenzial, die sowohl als Elektromotor als auch als Generator betrieben werden kann, verteilt die Kraft ideal auf die beiden Hinterräder. Insbesondere beim Bremsen in Kurven kann auf diese Weise erheblich mehr Energie zurück gewonnen werden als ohne Torque Vectoring. Gleichzeitig wird das Auto durch die günstige Verteilung der Antriebs- und Bremskräfte sehr viel agiler und sicherer.

Während der Versuchsträger noch verschiedene Testfahrten absolviert, wird im Rahmen des Projekts ein komplett neues Fahrzeug aufgebaut. In dieses fließen die Forschungsergebnisse des Visio.M-Projekts ein. So bekommt es beispielsweise ein Monocoque aus carbonfaserverstärktem Kunststoff. Auf der eCarTec im Oktober wird das Fahrzeug erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Am Forschungsprojekt „Visio.M“ (www.visiom-automobile.de) beteiligen sich, neben den Automobilkonzernen BMW AG (Konsortialführer) und Daimler AG, die Technische Universität München als wissenschaftlicher Partner, sowie Autoliv B. V. & Co. KG, Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Continental, E.ON AG, die Finepower GmbH, Hyve AG, die IAV GmbH, InnoZ GmbH, Intermap Technologies GmbH, LIONSmart GmbH, Amtek Tekfor Holding GmbH, Siemens AG, Texas Instruments Deutschland GmbH und TÜV SÜD AG. Das Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms IKT 2020 und des Förderschwerpunkts „Schlüsseltechnologien für die Elektromobilität – STROM“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) über 2,5 Jahre gefördert und hat ein Gesamtvolumen von 10,8 Mio. Euro.

Weitere Informationen:

http://www.visiom-automobile.de Website des Visio.M-Projekts

Dr. Ulrich Marsch | Technische Universität München
Weitere Informationen:
http://www.tum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht
16.01.2017 | Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland

nachricht Greifswalder Plasmaforscher erforschen Nanomaterialien für effiziente Energiespeicherung
13.01.2017 | Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit solaren Gebäudehüllen Architektur gestalten

Solarthermie ist in der breiten Öffentlichkeit derzeit durch dunkelblaue, rechteckige Kollektoren auf Hausdächern besetzt. Für ästhetisch hochwertige Architektur werden Technologien benötigt, die dem Architekten mehr Gestaltungsspielraum für Niedrigst- und Plusenergiegebäude geben. Im Projekt »ArKol« entwickeln Forscher des Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern aktuell zwei Fassadenkollektoren für solare Wärmeerzeugung, die ein hohes Maß an Designflexibilität erlauben: einen Streifenkollektor für opake sowie eine solarthermische Jalousie für transparente Fassadenanteile. Der aktuelle Stand der beiden Entwicklungen wird auf der BAU 2017 vorgestellt.

Im Projekt »ArKol – Entwicklung von architektonisch hoch integrierten Fassadekollektoren mit Heat Pipes« entwickelt das Fraunhofer ISE gemeinsam mit Partnern...

Im Focus: Designing Architecture with Solar Building Envelopes

Among the general public, solar thermal energy is currently associated with dark blue, rectangular collectors on building roofs. Technologies are needed for aesthetically high quality architecture which offer the architect more room for manoeuvre when it comes to low- and plus-energy buildings. With the “ArKol” project, researchers at Fraunhofer ISE together with partners are currently developing two façade collectors for solar thermal energy generation, which permit a high degree of design flexibility: a strip collector for opaque façade sections and a solar thermal blind for transparent sections. The current state of the two developments will be presented at the BAU 2017 trade fair.

As part of the “ArKol – development of architecturally highly integrated façade collectors with heat pipes” project, Fraunhofer ISE together with its partners...

Im Focus: Mit Bindfaden und Schere - die Chromosomenverteilung in der Meiose

Was einmal fest verbunden war sollte nicht getrennt werden? Nicht so in der Meiose, der Zellteilung in der Gameten, Spermien und Eizellen entstehen. Am Anfang der Meiose hält der ringförmige Proteinkomplex Kohäsin die Chromosomenstränge, auf denen die Bauanleitung des Körpers gespeichert ist, zusammen wie ein Bindfaden. Damit am Ende jede Eizelle und jedes Spermium nur einen Chromosomensatz erhält, müssen die Bindfäden aufgeschnitten werden. Forscher vom Max-Planck-Institut für Biochemie zeigen in der Bäckerhefe wie ein auch im Menschen vorkommendes Kinase-Enzym das Aufschneiden der Kohäsinringe kontrolliert und mit dem Austritt aus der Meiose und der Gametenbildung koordiniert.

Warum sehen Kinder eigentlich ihren Eltern ähnlich? Die meisten Zellen unseres Körpers sind diploid, d.h. sie besitzen zwei Kopien von jedem Chromosom – eine...

Im Focus: Der Klang des Ozeans

Umfassende Langzeitstudie zur Geräuschkulisse im Südpolarmeer veröffentlicht

Fast drei Jahre lang haben AWI-Wissenschaftler mit Unterwasser-Mikrofonen in das Südpolarmeer hineingehorcht und einen „Chor“ aus Walen und Robben vernommen....

Im Focus: Wie man eine 80t schwere Betonschale aufbläst

An der TU Wien wurde eine Alternative zu teuren und aufwendigen Schalungen für Kuppelbauten entwickelt, die nun in einem Testbauwerk für die ÖBB-Infrastruktur umgesetzt wird.

Die Schalung für Kuppelbauten aus Beton ist normalerweise aufwändig und teuer. Eine mögliche kostengünstige und ressourcenschonende Alternative bietet die an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

Aquakulturen und Fangquoten – was hilft gegen Überfischung?

16.01.2017 | Veranstaltungen

14. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

12.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Wie das Wissen in der Technik entsteht

17.01.2017 | Förderungen Preise

Weltweit erste Solarstraße in Frankreich eingeweiht

16.01.2017 | Energie und Elektrotechnik