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Virtuelles Kraftwerk mit erneuerbaren Energien

23.04.2012
Siemens hat kürzlich zwei virtuelle Kraftwerke in Betrieb genommen. Das sind Verbünde mehrerer kleiner Kraftwerke, die wie ein einziges Kraftwerk betrieben werden.

Die Stadtwerke München wollen sechs ihrer Blockheizkraftwerksmodule, fünf Wasserkraftanlagen und eine Windkraftanlage im Münchener Stadtgebiet damit effizienter und wirtschaftlicher betreiben als die separaten Anlagen.



Insgesamt sind hier 20 Megawatt zusammengeschaltet. Das zweite virtuelle Kraftwerk besteht aus sehr ähnlichen Komponenten des Versorgers RWE und hat zunächst dieselbe Leistung. Es soll bis zum Jahr 2015 auf 200 Megawatt ausgebaut werden. Schlüsselbaustein des virtuellen Kraftwerksverbunds ist jeweils das dezentrale Energiemanagementsystem von Siemens.

Ein solches Kraftwerk - eingebunden in ein intelligentes Stromversorgungsnetz (Smart Grid) - eröffnet Betreibern von Erzeugungsanlagen und Energieversorgern neue Möglichkeiten. Der damit gebündelte Strom kann beispielsweise an der Leipziger Strombörse oder an anderen Märkten angeboten werden. Das ist eine zusätzliche Verwertungsmöglichkeit und bietet dem Erzeuger mehr Flexibilität.

Zudem leisten virtuelle Kraftwerke einen Beitrag zur Netzstabilität, weil sie Regelleistung im Bereich der Minutenreserve bereitstellen können. Sie sind auch prädestiniert für erneuerbare Energien. Seit der Novellierung des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im Januar 2012 gibt es durch das Marktprämienmodell einen Anreiz, Strom aus diesen Anlagen direkt an den Energiemärkten zu verkaufen. Im Zuge der Energiewende dürften virtuelle Kraftwerke in einem Smart Grid daher an Bedeutung gewinnen.

Das dezentrale Energiemanagementsystem von den Energieautomatisierungsexperten von Siemens vernetzt und bündelt auf Basis ausgefeilter Informations- und Kommunikationstechnik die einzelnen dezentralen Stromerzeuger, um sie zentral steuern zu können. Dabei verarbeitet das System alle wichtigen Informationen wie Wetterprognosen, aktuelle Strompreise und den Energiebedarf.

Mit diesen Daten erstellt das System einen Einsatzplan für alle eingebundenen Anlagen und überwacht ihn auch. Der Verbrauch wird abhängig von Wetterprognosen und Tagestyp stündlich neu prognostiziert. Der Einsatzplan minimiert die Stromerzeugungs- und Betriebskosten der Anlagen des virtuellen Kraftwerksverbunds. Das System berücksichtigt dabei nicht nur ökonomische Aspekte, sondern auch ökologische. (IN 2012.04.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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