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Viren-Akkus erobern Uniformen

25.08.2010
Stromspeichernde Kleidung erspart schwere Batterien

Ein gängiges Virus soll Lithium-Ionen-Akkus ermöglichen, durch die Soldaten unnötiges Gewicht verlieren. "Truppenmitglieder müssen meist einige Kilo Batterien mitführen. Wenn man aber ihre Kleidung in einen Akku verwandelt, könnten sie viel Gewicht ablegen", erklärt Mark Allen von der Biomolecular Materials Group am Massachusetts Institute of Technology (MIT).

Der Forscher hat ein Kathodenmaterial entwickelt, mit dem Akku-Uniformen Realität werden sollen. Solch anziehbare Batterien wären nicht nur für das Militär interessant. "Das könnte man auch für alltägliche Smartphones nutzen", meint Allen. Er baut dabei auf eine im Vorjahr erstmals vorgestellte Viren-basierte Fertigungsmethode auf.

Viraler Aufbau

Im April 2009 hatte die MIT-Gruppe gezeigt, dass sie Elektroden für Lithium-Ionen-Akkus einfach und bei Raumtemperatur mithilfe eines sogenannten Bakteriophagen fertigen kann. Das ist ein Virus, das speziell Bakterien angreift und für Menschen harmlos ist. Allen hat nun demonstriert, dass auf diese Art auch Akku-Kathoden aus Eisenfluorid hergestellt werden können. Er hofft, dass das die Fertigung von leichten flexiblen und dennoch leistungsfähigen Akkus ermöglicht.

Ein potenzielles Einsatzgebiet dafür wären Uniformen und Schutzwesten. "Wenn Akkus direkt in Kleidung verwoben werden, können sie ein breites Spektrum an Geräten mit Strom versorgen, beispielsweise tragbare Funkgeräte, GPS-Empfänger oder PDAs", sagt der Wissenschaftler. Die Viren-gefertigten Materialien versprechen gegenüber herkömmlichen Lithium-Ionen-Akkus zudem den Vorteil, dass sie nicht so leicht entflammbar sind. Das ist bei anziehbaren Batterien besonders wichtig.

Perfekt uniformiert

Noch ist wiederaufladbare Kleidung Zukunftsmusik. Doch die MIT-Gruppe arbeitet an der Umsetzung. Langfristig wären Akku-Uniformen besonders interessant, die sich auch noch im Einsatz aufladen. Das klingt zwar fantastisch, könnte aber durch die Kombination mehrerer neuer Technologien möglich werden. Britische Wissenschaftler arbeiten bereits an Lösungen, um mithilfe der Marschbewegung von Soldaten Strom zu erzeugen (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/090729003/).

Thomas Pichler | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://belcher10.mit.edu

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