Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Verbrennung von Biomasse als Alternative zu Kohle

07.07.2010
Siemens testet die kombinierte Verbrennung von Kohle und Biomasse. Gemeinsam mit PetroAlgae Inc., einem US-Unternehmen für alternative Energien, wurde an der Universität von Utah in den USA erstmals ein Siemens-Brenner mit Kohlestaub und pflanzlichen Mikrokulturen von PetroAlgae befeuert.

Der neue Energieträger zeigte gute Brenneigenschaften. Die Stickoxid-Emissionen waren etwa 20 Prozent niedriger als beim Betrieb mit reiner Kohle. Biomasse ist ein klimaneutraler Brennstoff, denn Pflanzen setzen nur soviel Kohlendioxid (CO2) frei, wie sie der Atmosphäre zuvor für ihr Wachstum entzogen haben. Sie kann eine umweltfreundliche Alternative zur reinen Kohleverbrennung sein.


Mikrokulturen wie zum Beispiel Algen nehmen beim Wachsen rund das Doppelte ihres Eigengewichts an CO2 auf. Wegen dieses hohen Kohlenstoffgehalts liefern sie relativ zu ihrer Masse sehr viel Energie. Ihre Produktion verbraucht keine wertvolle Ackerfläche, denn die Pflanzen gedeihen in offenen Becken, wo sie quasi kontinuierlich im Rhythmus weniger Stunden geerntet werden können. Die Mikrokulturen liefern hochwertiges Eiweiß für die Futter- oder Lebensmittelindustrie. Der energiereiche Rest wird zu Brennstoff oder Biodiesel verarbeitet.

Für den Einsatz im Brennofen wurde die Biomasse getrocknet und fein gemahlen. Das Pulver und der Kohlestaub wurden getrennt in den Brennstoffinjektor geblasen und erst kurz vor der Verbrennung vermischt. Dabei erbrachte die Biomasse etwa zehn Prozent der gesamten Wärmeleistung von 1,2 Megawatt. Nachdem sich gezeigt hat, dass sich die Siemens-Brenner sehr gut zur kombinierten Befeuerung mit Kohle und Biomasse eignen, soll nun der pflanzliche Anteil erhöht werden. In einer Laboranlage an der Universität von Utah hat PetroAlgae Inc. schon erfolgreich reine Biomasse verbrannt. Die Stickoxid-Emissionen lagen auch hier unter den Werten einer reinen Kohlebefeuerung.

In einem separaten Projekt haben Forscher von Siemens Corporate Technology eine neue Methode entwickelt, wie Algen besonders einfach geerntet werden können. Ihnen gelang es im Labor nachzuweisen, dass sich besonders schnell wachsende Algensorten an Magnetpartikel anlagern. Die Algen können genauso unkompliziert geerntet werden, wie ein Magnet Eisennägel aufsammeln kann.

Lösungen für umweltfreundliche Stromerzeugung sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 rund 23 Milliarden Euro Umsatz machte. Die Kunden sparten mit den Produkten im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid ein. (IN 2010.07.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen
12.12.2017 | Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES

nachricht Meilenstein in der Kreissägetechnologie
11.12.2017 | Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Brände die Tundra langfristig verändern

12.12.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz