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VDE-Vorschrift stellt Weichen für die verbesserte Netzintegration dezentraler Erzeugung

25.07.2011
VDE-AR-N 4105 Meilenstein auf dem Weg der Integration dezentraler Erzeugung ins Stromnetz

Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) veröffentlicht am 1. August 2011 eine neue VDE-Anwendungsregel zu technischen Anforderungen an den Anschluss und Betrieb von Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz.

Die vom VDE erstellte Netzanschlussregel VDE-AR-N 4105 umfasst zahlreiche inhaltliche Änderungen und Neuerungen mit dem Ziel, dezentrale Stromerzeugungsanlagen besser in das Stromnetz zu integrieren. Das betrifft insbesondere die sehr rasch ansteigende Erzeugung von Elektrizität mit Photovoltaik. Die installierte Photovoltaik-Leistung hat mittlerweile bundesweit etwa 18 Gigawatt erreicht, wovon rund 80 Prozent in das Niederspannungsnetz einspeisen. Dieser hohe Anteil an installierter Leistung besitzt mittlerweile erhebliche netz- und systemtechnische Relevanz.

„Eine wesentliche Veränderung betrifft die Anforderung an Erzeugungsanlagen hinsichtlich der Beteiligung an der so genannten statischen Spannungshaltung, also der Einhaltung der Netz- bzw. Spannungsqualität. Dadurch sind mehr erneuerbare Energien in das Stromnetz integrierbar“, erklärt Dipl.-Ing. Heike Kerber, Geschäftsführerin des Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN). Entsprechend der politischen Rahmenbedingungen wird die Einspeisung von erneuerbaren Energien weiter zunehmen. „Das Netz nimmt dabei eine Schlüsselstellung ein“, so Kerber weiter.

Die VDE-AR-N 4105 wurde gemeinschaftlich durch Experten von Netzbetreibern, Industrie, Elektrohandwerk, Prüf- und Zertifizierungsinstituten, Behörden und Forschungsinstituten erarbeitet. Sie soll Bestandteil der technischen Anschlussbedingungen der Netzbetreiber werden. Sowohl Hersteller, Anlagenerrichter und Anlagenbetreiber als auch Netzbetreiber erhalten durch den neu geschaffenen Standard die nötige Planungs- und Handlungssicherheit. Mit der VDE-Anwendungsregel werden die netztechnischen Anforderungen, die beim Anschluss von Erzeugungsanlagen an das Niederspannungsnetz des Netzbetreibers zu beachten sind, weiterentwickelt. So werden aktuell bestehende technische Herausforderungen berücksichtigt und eine weiterhin hohe Versorgungsqualität in Deutschland sichergestellt.

„Mit unseren interdisziplinären Arbeitsgruppen analysieren wir derzeit weiteren Handlungsbedarf und technische Anpassungsnotwendigkeiten sowohl für die Dezentralen Erzeuger als auch für die Netztechnik. Die Herausforderungen, einen stabilen Netzbetrieb zu gewährleisten sind gewaltig – kein anderer Staat steht vor derart immensen Umwälzungen seines Stromversorgungssystems“, so Ludger Meier, Vorsitzender des Vorstands VDE|FNN. Der VDE als unabhängiger technisch-wissenschaftlicher Verband will damit auch zukünftig seinen Beitrag bei der Erhaltung eines weiterhin sicheren und zuverlässigen Stromnetzbetriebs im Rahmen der Umsetzung des Energiekonzeptes der Bundesregierung leisten.

Zum Anwendungsbeginn der VDE-AR-N 4105:
Anwendungsbeginn dieser VDE-Anwendungsregel ist der 1. August 2011.
Es gilt das Inbetriebsetzungsdatum der Erzeugungsanlage, also der erstmalige Netzparallelbetrieb.
Daneben darf die VDEW-/VDN-Richtlinie „Eigenerzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz“ (Ausgabe 2001/2006) für Photovoltaikanlagen noch bis zum 01.01.2012 und für alle anderen Erzeugungsanlagen noch bis zum 01.07.2012 angewendet werden. Die Entscheidung hierüber trifft der Anschlussnehmer.

Zur Verbesserung der Netzstabilität ist es zulässig, einzelne oder alle der in Abschnitt 5.7 beschriebenen Anforderungen – auch unabhängig von der Umsetzung der restlichen Anforderungen dieser VDE-Anwendungsregel – vorab anzuwenden. Die Entscheidung hierüber trifft der Hersteller. Diese Abweichung ist vom Hersteller zu dokumentieren.

Für bestehende Erzeugungseinheiten gilt Bestandsschutz.

Über das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE:
Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) ist der zuständige Ausschuss für die Erarbeitung von VDE-Anwendungsregeln und technischen Hinweisen für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Übertragungs- und Verteilungsnetze. FNN ist ein Ausschuss des VDE (Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik) mit eigenem Fördererkreis und Geschäftstelle und fördert als moderne, gemeinnützige Expertenplattform den Erfahrungsaustausch und trägt zur Weiterentwicklung von Netztechnik und Netzbetrieb sowie des Zähl- und Messwesens bei. Mitglieder sind Unternehmen, Organisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden mit besonderem Interesse an den Themengebieten Netztechnik/Netzbetrieb. Im Fokus stehen dabei die technischen Anforderungen an Betriebsmittel und Anlagen, an die bedarfsgerechte Vorhaltung und den Ausbau von Netzen, die technische Sicherheit unter anderem bei Auslegung und Netzplanung sowie operative Aspekte beim sicheren und zuverlässigen Betrieb von Netzen. Durch das Erarbeiten der technischen Regeln mit den betroffenen Interessengruppen schafft das Forums Netztechnik/Netzbetrieb im VDE die Voraussetzungen für ein Optimum zwischen Sicherheit, Versorgungszuverlässigkeit, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit.

Pressekontakt: Melanie Mora, Tel. 069-6308461, melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com/fnn

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