Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

VDE|FNN erarbeitet Spezifikationen zur Interoperabilität und Austauschbarkeit von Smart Metern

18.09.2012
- Bisher umfangreichste Zusammenarbeit von Anwendern und Herstellern
- Erste Spezifikationen für Ende 2012 erwartet, erste zertifizierte Produkte frühestens 2014

Mit Blick auf das novellierte Energiewirtschaftsgesetz treibt das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (VDE|FNN) derzeit die Arbeit im Projekt „MessSystem 2020“ voran.

Unter Hochdruck erarbeiten hier Anwender und Hersteller gemeinsam die Spezifikationen für zukünftige Elektrizitätszähler und Gateways (Smart Meter) in enger Abstimmung mit den relevanten Normungsaktivitäten der VDE-Normungsorganisation DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik im DIN und VDE).

Ziel ist die Entwicklung eines Systems, in dem verschiedene Geräte unterschiedlicher Hersteller sicher zusammenarbeiten. Im Fokus stehen sowohl die Interoperabilität als auch die problemlose und herstellerunabhängige Austauschbarkeit der Geräte. Erste Ergebnisse werden für Ende 2012 erwartet.

Gemäß dem neuen Energiewirtschaftsgesetz dürfen bei vielen Kunden nur noch Messsysteme eingebaut werden, die bestimmte Kriterien bzgl. Datenschutz und -sicherheit erfüllen. Die konkreten Sicherheitsanforderungen sowie Umsetzungsrichtlinien zur technischen Gewährleistung werden derzeit vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) erstellt.
Die zugehörige Messzugangsverordnung und die Anforderungen sind bisher allerdings lediglich angekündigt worden. Erst wenn diese verbindlich vorliegen, können Spezifikationen erarbeitet und von den Herstellern bei der Produktentwicklung genutzt werden. Die ersten zertifizierten Geräte werden deshalb frühestens 2014 auf den Markt kommen. Hierfür ist jedoch die zeitnahe Festlegung der genannten Rahmenbedingungen unerlässlich.

Gegenwärtig arbeiten im Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE mehr als 100 Fachleute an der zügigen Entwicklung wirtschaftlich vertretbarer Lösungen für ein neues Messsystem. Bis Ende dieses Jahres werden hier detaillierte Spezifikationen für konstruktive und funktionale Anforderungen an Elektrizitätszähler und Gateways entwickelt werden. Dabei wird auch den gesetzlichen Anforderungen des Datenschutzes Rechnung getragen, sofern diese bereits definiert wurden. FNN leistet damit einen wichtigen Schritt zur Standardisierung der Messtechnik.
“Standardisierung und Interoperabilität sind die kritischen Erfolgsfaktoren für wirtschaftliche und zukunftssichere Systeme. Bei der Erstellung der Spezifikationen müssen wir die gesetzlichen Vorgaben im Fokus haben, die noch nicht verbindlich vorliegen. Unser Ziel muss es aber auch sein, wirtschaftliche und zukunftssichere Systeme zu beschreiben”, erklärt Peter Zayer, Geschäftsführer der VOLTARIS GmbH und Vorsitzender des FNN-Lenkungskreises Zähl- und Messwesen.

Neu ist, dass FNN zusätzlich zu den Spezifikationen auch Testfälle festlegt, hierbei ist das VDE-Institut involviert. Diese sind zwar sehr aufwendig, aber notwendig, um sogenannte Interoperabilitätstests durchzuführen. So können neue Produkte bereits während ihrer Entwicklung im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit anderen Geräten untersucht werden. Mängel oder Defizite im reibungslosen Zusammenspiel können so frühzeitig aufgedeckt werden.

Zurzeit sind in Deutschland etwa 43 Millionen Stromzähler installiert. Der Austausch alter oder defekter Geräte und die Ausstattung von Neubauten machen jedes Jahr die Installation von mehr als einer Million neuer Zähler nötig. Im Projekt „MessSystem 2020“ arbeiten Hersteller und Anwender zusammen, um diese Investitionen in neue Messsysteme und in die Entwicklung neuer Produkte gemeinsam abzusichern.
Mehr Informationen unter www.vde.com/fnn.

Über FNN
Das Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE (FNN) ist der zuständige Ausschuss für die Erarbeitung von VDE-Anwendungsregeln und technischen Hinweisen für den sicheren und zuverlässigen Betrieb der Übertragungs- und Verteilungsnetze. FNN ist ein Ausschuss des VDE mit eigenem Fördererkreis und Geschäftstelle und fördert als moderne, gemeinnützige Expertenplattform den Erfahrungsaustausch und trägt zur Weiterentwicklung von Netztechnik und Netzbetrieb sowie des Zähl- und Messwesens bei. Mitglieder sind Unternehmen, Organisationen, wissenschaftliche Einrichtungen und Behörden mit besonderem Interesse an den Themengebieten Netztechnik/Netzbetrieb. Im Fokus stehen dabei die technischen Anforderungen an Betriebsmittel und Anlagen, an die bedarfsgerechte Vorhaltung und den Ausbau von Netzen, die technische Sicherheit unter anderem bei Auslegung und Netzplanung sowie operative Aspekte beim sicheren und zuverlässigen Betrieb von Netzen.

Pressekontakt: Melanie Mora, Telefon: 069 6308-461, melanie.mora@vde.com

Melanie Mora | VDE
Weitere Informationen:
http://www.vde.com/fnn

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Ein leistungsfähiges Lasersystem für anspruchsvolle Experimente in der Attosekunden-Forschung
19.07.2017 | Forschungsverbund Berlin e.V.

nachricht Solarenergie unterstützt Industrieprozesse
17.07.2017 | FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Molekulares Lego

Sie können ihre Farbe wechseln, ihren Spin verändern oder von fest zu flüssig wechseln: Eine bestimmte Klasse von Polymeren besitzt faszinierende Eigenschaften. Wie sie das schaffen, haben Forscher der Uni Würzburg untersucht.

Bei dieser Arbeit handele es sich um ein „Hot Paper“, das interessante und wichtige Aspekte einer neuen Polymerklasse behandelt, die aufgrund ihrer Vielfalt an...

Im Focus: Das Universum in einem Kristall

Dresdener Forscher haben in Zusammenarbeit mit einem internationalen Forscherteam einen unerwarteten experimentellen Zugang zu einem Problem der Allgemeinen Realitätstheorie gefunden. Im Fachmagazin Nature berichten sie, dass es ihnen in neuartigen Materialien und mit Hilfe von thermoelektrischen Messungen gelungen ist, die Schwerkraft-Quantenanomalie nachzuweisen. Erstmals konnten so Quantenanomalien in simulierten Schwerfeldern an einem realen Kristall untersucht werden.

In der Physik spielen Messgrößen wie Energie, Impuls oder elektrische Ladung, welche ihre Erscheinungsform zwar ändern können, aber niemals verloren gehen oder...

Im Focus: Manipulation des Elektronenspins ohne Informationsverlust

Physiker haben eine neue Technik entwickelt, um auf einem Chip den Elektronenspin mit elektrischen Spannungen zu steuern. Mit der neu entwickelten Methode kann der Zerfall des Spins unterdrückt, die enthaltene Information erhalten und über vergleichsweise grosse Distanzen übermittelt werden. Das zeigt ein Team des Departement Physik der Universität Basel und des Swiss Nanoscience Instituts in einer Veröffentlichung in Physical Review X.

Seit einigen Jahren wird weltweit untersucht, wie sich der Spin des Elektrons zur Speicherung und Übertragung von Information nutzen lässt. Der Spin jedes...

Im Focus: Manipulating Electron Spins Without Loss of Information

Physicists have developed a new technique that uses electrical voltages to control the electron spin on a chip. The newly-developed method provides protection from spin decay, meaning that the contained information can be maintained and transmitted over comparatively large distances, as has been demonstrated by a team from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute. The results have been published in Physical Review X.

For several years, researchers have been trying to use the spin of an electron to store and transmit information. The spin of each electron is always coupled...

Im Focus: Das Proton präzise gewogen

Wie schwer ist ein Proton? Auf dem Weg zur möglichst exakten Kenntnis dieser fundamentalen Konstanten ist jetzt Wissenschaftlern aus Deutschland und Japan ein wichtiger Schritt gelungen. Mit Präzisionsmessungen an einem einzelnen Proton konnten sie nicht nur die Genauigkeit um einen Faktor drei verbessern, sondern auch den bisherigen Wert korrigieren.

Die Masse eines einzelnen Protons noch genauer zu bestimmen – das machen die Physiker um Klaus Blaum und Sven Sturm vom Max-Planck-Institut für Kernphysik in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Operatortheorie im Fokus

20.07.2017 | Veranstaltungen

Technologietag der Fraunhofer-Allianz Big Data: Know-how für die Industrie 4.0

18.07.2017 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - September 2017

17.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

1,4 Millionen Euro für Forschungsprojekte im Industrie 4.0-Kontext

20.07.2017 | Förderungen Preise

Von photonischen Nanoantennen zu besseren Spielekonsolen

20.07.2017 | Physik Astronomie

Bildgebung von entstehendem Narbengewebe

20.07.2017 | Biowissenschaften Chemie