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Update für Kraftwerksteuerung auf Knopfdruck

04.12.2014

Klaus Wendelberger hat mit seinem Team ein computerbasiertes System entwickelt, das das Update von Kraftwerkssteuerungen deutlich vereinfacht.

Diese Leittechniken sind das Gehirn und die Nerven eines Kraftwerkes. Damit kann ein Anlagenfahrer in einer Zentrale das Kraftwerk einfach via Mausklick steuern und den Prozess über Bildschirme im Blick behalten.


Doch die Rechnertechnik hat einen kürzeren Lebenszyklus als die Anlagentechnik, weshalb die Leittechnik nach rund 20 Jahren ausgetauscht und technisch auf den neuesten Stand gebracht werden muss.

Ein solcher Austausch ist mit einem gewaltigen Aufwand verbunden. Der Leittechnik-Lieferant muss das neue Leitsystem auf Basis des alten Systems aufwendig projektieren. Das geschieht mit Hilfe unzähliger Leittechnikunterlagen vom Kraftwerksbetreiber.

Diese Unterlagen müssen bisher aufwändig per Hand ausgewertet werden: Etwa die Übersetzung und Übertragung der Funktionspläne, die sämtliche programmierte Automatikfunktionen der installierten Leittechnik aufzeigen.

Nicht selten handelt es sich dabei um mehrere zehntausend Pläne, deren Inhalte bisher mit einem Zeitaufwand von rund zehn Minuten pro Plan ausgewertet, übersetzt und in die Pläne des neuen Systems übertragen werden mussten.

Computersystem erkennt und interpretiert Pläne und Unterlagen

Wendelberger setzte sich das Ziel, den Projektierungsprozess zu automatisieren. In etwa dreieinhalb Jahren setzte er die Idee um: Das Wissen aus den Unterlagen verwendet nun ein computerbasiertes System.

Es liest die Texte und Bilder der vielen tausend Dokumente unter anderem dank semantischer Erkennung nicht nur automatisch aus oder interpretiert diese selbstständig. Es übersetzt diese auch sogleich in die Sprache einer Siemens-Leittechnik.

Seit rund einem Jahr (und bisher in zehn Projekten) wird die automatische Übersetzung von Funktionsplänen eingesetzt. Die Experten müssen nur noch die Randbedingungen eines Kraftwerkes in den Rechner eingeben, etwa den Typ des Kraftwerks und dessen Spezifikationen, zum Beispiel die Megawatt-Leistung.

Danach reicht dann ein simpler Knopfdruck, und das System gibt die fertig projektierte Leittechnik aus. Allein die automatische Übersetzung der zigtausend Funktionspläne kostet heute nur noch zwei bis drei Tage Rechenzeit und spart im kompletten Leittechnik-Engineering bis zu 30 Prozent Kosten.

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/innovation/de

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