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Umweltfreundliche Alternative: Schaufelrad-Kraftwerk auf der Elbe in Sachsen-Anhalt

28.07.2010
"Es klappert die Mühle am rauschenden Bach..."
schon das alte Volkslied besingt die Nutzung der Wasserkraft zu Urzeiten. Damals wurden Mühlsteine, Säge- und Hammerwerke angetrieben.

Heute wird die Energie des Wassers, wenn die Rahmenbedingungen dies zulassen, zur Stromerzeugung genutzt. Die umweltfreundliche Alternative in Form eines schwimmenden Wasserkraftwerks auf der Elbe, sorgt gerade in Magdeburg für Aufsehen.

"Unser Flusskraftwerk am Petriförder, Magdeburgs Elb-Promenade im Stadtzentrum, hat eine Kapazität von rund 130 Kilowatt. In einem Jahr können wir bis zu einer Million Kilowattstunden Strom erzeugen. Das reicht um 300 Haushalte zu versorgen", erklärt Heinrich Schmidt, Gesellschafter und Geschäftsführer der EHG Energie Handel GmbH begeistert. Er hat dieses Pilotprojekt auf den Weg, besser ins Wasser gebracht hat.

Die neuartige, 16 Meter lange und sechs Meter breite Wasserkraftanlage (WKA) erinnert an einen Katamaran in dessen Mitte ein Schaufelrad befestigt ist. Durch den Druck der Wasserströmung setzt sich das Rad in Bewegung, aktiviert einen Generator der Strom erzeugt. Dieser aus erneuerbarer Energie gewonnene Strom wird in das Magdeburger Stromnetz eingespeist. "So einfach, wie es klingt, war es natürlich nicht. Die Elbe mit ihren unterschiedlichen Wasserständen - von Hochwasser bis Niedrigwasser - und den unterschiedlichen Strömungsgeschwindigkeiten war und ist eine echte Herausforderung.

Denn unsere WKA benötigt bei der jetzigen Auslegung des Schaufelrades eine Eintauchtiefe von 1,20 Meter um gute Leistungen zu erreichen", erklärt Heinrich Schmidt. Deshalb wurden nicht nur die Wasserstände der Elbe der vergangenen 20 Jahr studiert und die Strömung beobachtet. Dazu kamen die zu beachtenden Bau- und Umweltvorschriften. "Weder die Schifffahrt auf der Elbe wird behindert, noch wird in die umliegende Vegetation eingegriffen. Unser Kraftwerk nimmt nur einen kleinen Teil des Elbeflussbettes in Anspruch. Wir nutzen die Strömung zwölf Meter entfernt vom Ufer.

Sogar die Fische können uns problemlos umschwimmen" lacht EHG-Geschäftsführer Schmidt, der in Hannover lebt.

Warum wurde die Idee ausgerechnet in Sachsen-Anhalt umgesetzt und nicht in Niedersachsen? "Da kamen mehrere Faktoren zusammen. Sachsen-Anhalt steckt voller Innovationen, wenn es um die Nutzung von erneuerbaren Energien geht. Dazu gehört zum Beispiel das Netzwerk 'Technologiekompetenz Fluss-Strom', in dem Forschungsinstitutionen, wie das Fraunhofer Institut, die Universität Magdeburg und mittelständische Unternehmen zusammenarbeiten. Alle haben nur ein Ziel - aus Flusswasser Strom zu gewinnen.

Des Weiteren haben wir in der MGT-Ingenieurgesellschaft und ihrem Konstrukteur Werner Führer einen Partner gefunden, der unsere Idee hervorragend umgesetzt hat.“ Übrigens sollen die Anlagen im Magdeburger Industriehafen produziert werden, denn bei der Pilot-Anlage soll es nicht bleiben. Die eigens in Magdeburg gegründete EHG-Tochterfirma „NEW erneuerbare energien GmbH“ soll von Magdeburg aus diese Flusskraftwerke in Deutschland und weltweit bekannt machen. Anfragen aus der Schweiz, Österreich und sogar Kambodscha liegen bereits vor. Angepasst an den entsprechenden Kundenwunsch, an Flussgegebenheiten und Anlagengröße, rechnet Heinrich Schmidt mit Anschaffungskosten von 200.000 Euro, inklusive aller Genehmigungen und Standortsbefestigungen an Land. „Wir gehen von einer anfangs möglichen Produktionskapazität für fünf Anlagen pro Jahr aus. Größere Stückzahlen können bei entsprechender Nachfrage hergestellt werden“, erklärt der begeisterte Fluss-Strom-Erzeuger.

Der studierte Betriebswirt ist sich sicher, dass die zukünftige Energieversorgung nur über die Nutzung erneuerbarer Energien abgesichert werden kann. Schon heute stammen 16 Prozent des global erzeugten Stroms aus Wasserkraftwerken, wie riesigen Talsperren oder Wasserfällen. Und auch hier ist das schwimmende Wasserkraftwerk klar im Vorteil. Denn für die Inbetriebnahme muss der natürliche Flussverlauf nicht geändert oder gar blockiert werden. Und: Der gewonnene Strom, wird wie Wind-und Solar-Strom durch das EEG (erneuerbare Energie-Gesetz) gefördert. „Allerdings sollte die Politik bei Wasserkraftanlagen - wie bei Offshore-Windanlagen - die Wasserkraftwerks-Betreiber von den Netzanschlusskosten entlasten“, fordert Schmidt.

Jetzt muss nur noch eine Speichermöglichkeit für erneuerbare Energien gefunden werden, denn ohne Wind, Sonne oder Wasser bleibt der Mensch machtlos. „Aber ich bin sicher, dass es auch diese Möglichkeit bald geben wird. Und dann werden die Verbraucher jederzeit Strom aus erneuerbarer Energie verfügbar haben, egal ob Niedrigwasser, Hochwasser, Eisgang oder Windstille herrscht.“

Kontakt:

EHG Energie Handel GmbH
Am Holzgraben 3
30161 Hannover
Telefon: 0511/300 80 20
E-Mail: ehg.energie.h@t-online.de

Frauke Flenker-Manthey | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.img-sachsen-anhalt.de
http://www.e-h-g.net

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