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UDE-Ingenieure testen Seekabel: „Wir quälen es ordentlich mit Strom“

27.10.2011
Ein Seekabel sorgt ab nächster Woche an der Uni Duisburg-Essen (UDE) für mächtig Hochspannung.

Über 30 Meter lang, 25 cm dick und vier Tonnen schwer ist das Kabel, das in der Ostsee einen Windpark anschließen soll. Die Ingenieure des Fachgebiets Energietransport und -speicherung werden in aufwändigen Tests prüfen, ob es die 150.000 Volt, für die es gedacht ist, auch aushält.

Allein die Anlieferung ist spektakulär: Ein Schwertransport bringt das ausladende Objekt an den Duisburger Campus (B-Bereich). Dafür muss von Mittwoch auf Donnerstag (02./03.11.) ab Mitternacht fünf Stunden lang die Oststraße gesperrt werden.

Richtig unter Strom sind die Wissenschaftler um Dr. Jörg Honerla ob der anstehenden Aufgabe nicht. Für sie ist es ganz normal, mit bis zu über zwei Millionen Volt zu experimentieren. Ihr Hochspannungslabor gehört zu den leistungsfähigsten bundesweit, weshalb sie häufig Aufträge bekommen. „Dieses Seekabel ist natürlich eine Riesen-Sache“, freut sich Honerla über das, was ihn und seine Kollegen in den nächsten Wochen erwartet.

Zunächst werden sie nur zuschauen. Spezialmonteure des Herstellers müssen die gigantische Kabelschlange in der Hochspannungshalle aufbauen. 14 Tage werde das wohl dauern, schätzt Honerla, dann könne man selbst loslegen. „Wir quälen das Kabel ordentlich mit Spannung und Strom bis an seine zulässige Maximalgrenze.“ Will heißen: Drei Wochen lang legen sie die doppelte Spannung an das Kabel. „Das muss es laut internationaler Standards aushalten.“

Zwar ist so ein Seekabel extrem robust gebaut, dennoch kann es passieren, dass es bei den strapaziösenTests kaputt geht. „Es ist entwickelt worden, um einen Offshore-Windpark ans Festland anzubinden. Das ist ein anspruchsvolles Projekt, in das Euros in zweistelliger Millionen-Höhe investiert werden. Der Stromnetzbetreiber braucht also Gewissheit, ob dieser Kabeltyp geeignet ist, bevor er Kilometer davon kauft“, erklärt Honerla. „Bis Weihnachten werden wir ihm das wohl sagen können.“

Weitere Informationen: Dr.-Ing. Jörg Honerla, Tel 0203/379-3374, joerg.honerla@ets.uni-due.de

Ulrike Bohnsack | Universität Duisburg-Essen
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de

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