Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

TU Ilmenau führt internationale Forschungskooperation für Energieversorgung der Zukunft an

06.02.2014
Die Technische Universität Ilmenau führt das Forschungsprojekt iMUSEUM an, bei dem zehn europäische Donauanrainerstaaten von Deutschland bis zum Schwarzen Meer künftig gemeinsam an nachhaltiger Energieversorgung und Mobilität forschen werden.

Ziel des großangelegten internationalen Forschungs- und Entwicklungsprojektes ist es, vollkommen neuartige Werkstoffe zu entwickeln, die für die Energietechnik der Zukunft benötigt werden. Vom 11. bis 14. Februar 2014 findet an der TU Ilmenau das Kick-off-Treffen der 15 Forschungseinrichtungen und Universitäten statt.

Die weltweite Energieversorgung steht vor drei großen Herausforderungen: Die Energieträger Strom, Gas und Wärme möglichst effizient zu erzeugen, sie möglichst lange zu speichern und sie möglichst verlustarm zu transportieren. Dabei setzen Experten große Hoffnungen und Erwartungen auf Nanomaterialien.

Bereits heute gelingt es mit Hilfe bestimmter Nanomaterialien beispielsweise, Wasser durch Sonnenlicht in Wasserstoff und Sauerstoff zu spalten und diesen Wasserstoff mit dem Kohlendioxid der Luft in die Designerbrennstoffe Benzin- oder Erdgas-Ersatz umzuwandeln. Allerdings kann die Energie, die aus Photovoltaik, Windkraft, Solarthermie oder Thermoelektrizität gewonnen wird, bislang nicht in großen Mengen gespeichert werden. Was fehlt, sind handhabbare Gesamtsysteme auf der Basis von Nanowerkstoffen.

Für solche Multifunktionssysteme werden so genannte Multiskalenwerkstoffe benötigt, neuartige Materialien, die zukunftsweisende Verfahren wie Photokatalyse, Wasserstofferzeugung oder thermoelektrische Energiewandlung und auch die dazu benötigten Speichertechniken erst ermöglichen. Solche Multiskalenwerkstoffe für die moderne Energietechnik zu entwickeln, hat sich das europäische Forschungsprojekt iMUSEUM zur Aufgabe gemacht. Das Akronym iMUSEUM steht für Integrierte Multifunktionssysteme für Energiewandlung, Energiespeicherung und Energienutzung durch Multiskalenmaterialien. Zu den 15 Projektpartnern zählen neben der TU Ilmenau und dem Ilmenauer Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme IMMS Universitäten und Forschungseinrichtungen aus Bulgarien, Österreich, Rumänien, Serbien, der Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik, der Ukraine und Ungarn.

Das iMUSEUM-Projekt wird angeführt von der TU Ilmenau. Projektleiter Professor Peter Schaaf ist Direktor des Instituts für Werkstofftechnik der TU Ilmenau, außerdem leitet er den Fachausschuss Werkstoffe der Energietechnik der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde. Das Kooperationsprojekt wird in einer ersten Phase vom Bundesministerium für Bildung und Forschung bis Oktober 2014 gefördert. Prof. Peter Schaaf stellt zunächst die Netzwerkbildung in den Vordergrund: „Jede Einrichtung macht ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse, Verfahren, Produkte und Ideen allen anderen Partnern zugänglich. Daraus leiten wir gemeinsame Strategien für unsere Zusammenarbeit ab, die dann in der zweiten Förderphase in konkrete gemeinsame Forschungs- und Entwicklungsprojekte münden werden.“

Die Mikro- und Nanotechnologie – in der „Hightech-Strategie“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und auch im „Trendatlas 2020“ der Thüringer Landesregierung als Schlüsseltechnologie der Zukunft bezeichnet – ist einer der Forschungsschwerpunkte der TU Ilmenau. Erst 2012 wurde die Universität vom Deutschen Verband Nanotechnologie zu einer der zehn besten „Nanouniversitäten“ Deutschlands gekürt. Auch auf dem Gebiet der Energietechnik weist die TU Ilmenau große Expertise auf. Wissenschaftler bearbeiten seit mehr als 20 Jahren über wissenschaftliche Disziplingrenzen hinweg den vollständigen komplexen Prozess von der Energieerzeugung und -speicherung über die Energiewandlung bis hin zur Energiesteuerung und -verteilung.

Medien sind herzlich eingeladen zum Bildtermin des Kick-off-Treffens des iMUSEUM-Projektes am 12. Februar, 14.45 Uhr, im Zentrum für Mikro- und Nanotechnologien der TU Ilmenau, Gustav-Kirchhoff-Straße 7. Es besteht die Möglichkeit zu Interviews.

Kontakt:
Prof. Peter Schaaf
Leiter Projekt iMUSEUM
Tel.: 03677 / 69-3610
E-Mail: peter.schaaf@tu-ilmenau.de

Bettina Wegner | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-ilmenau.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht »ILIGHTS«-Studie gestartet: Licht soll Wohlbefinden von Schichtarbeitern verbessern
18.10.2017 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Intelligentes Lademanagement entwickelt – Forschungsprojekt ePlanB abgeschlossen
18.10.2017 | Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Im Focus: Neutron star merger directly observed for the first time

University of Maryland researchers contribute to historic detection of gravitational waves and light created by event

On August 17, 2017, at 12:41:04 UTC, scientists made the first direct observation of a merger between two neutron stars--the dense, collapsed cores that remain...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Aufräumen? Nicht ohne Helfer

19.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Biotinte für den Druck gewebeähnlicher Strukturen

19.10.2017 | Materialwissenschaften

Forscher studieren molekulare Konversion auf einer Zeitskala von wenigen Femtosekunden

19.10.2017 | Physik Astronomie