Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Super-Klima in Tram spart Energie bei vollem Komfort

01.12.2010
Siemens reduziert den Energieverbrauch für die Klimatisierung von Straßenbahnen. Heizung, Klima und Lüftung (HKL) können im Extremfall 30 bis 40 Prozent des Energiebedarfs einer Bahn ausmachen.

Im Rahmen des Forschungsprojekts Ecotram in Österreich sucht Siemens nun nach Sparmaßnahmen, die dennoch keine Abstriche beim Komfort bedeuten, wie das Forschungs­magazin Pictures of the Future berichtet. Um mindestens zehn Prozent sollte sich der Verbrauch für HKL laut den beteiligten Partnern senken lassen. Ziel ist die Entwicklung eines Simulationsmodells zur Optimierung der Klimasysteme einer Bahn.


Etwa 100.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr verbraucht die Klimatisierung einer modernen Straßenbahn. Von der Isolierung bis hin zur intelligenten Steuerung gibt es unzählige Sparmöglichkeiten. Zum Beispiel treten extreme klimatische Bedingungen nur an wenigen Tagen im Jahr auf, die Systeme sind aber dafür ausgelegt und dadurch überdimensioniert, was ein Zuviel an Gewicht bedeutet. Mit Kohlendioxid-Sensoren könnte man die Lüftung an die Zahl der Fahrgäste anpassen. Denkbar ist auch, vor einer Haltestelle oder Tunneldurchfahrt Heizung oder Kühlung entsprechend einzustellen.

Zur Bewertung dieser Sparideen vermisst Ecotram zunächst den aktuellen Stromverbrauch aller HKL-Komponenten. Dafür machte eine Testbahn im Klimalabor den Wetterablauf eines ganzen Jahres im simulierten Fahrbetrieb durch. Derzeit ist sie im normalen Wiener Verkehr unterwegs, um die Labordaten mit Feldmessungen anzureichern.

Der Datensatz soll aufzeigen, in welchen Situationen und von welchen Systemkomponenten am meisten Energie verbraucht wird. Sparmaßnahmen werden dann hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und Einwirkung auf den Fahrkomfort bewertet. Die Messdaten fließen auch in eine Simulationssoftware, die das thermische Verhalten einer Straßenbahn auf beliebigen Strecken beschreibt. Damit kann Siemens in Zukunft für Bahnen und jeden Einsatzort die Klimasysteme wirtschaftlich und energetisch optimieren.

Ecotram startete im März 2010, dauert 18 Monate und wird vom österreichischen Klima- und Energiefonds gefördert. Neben Siemens sind die Technische Universität Wien, die Wiener Linien, das Klimatestlabor Rail Tec Arsenal, der Klimaanlagenhersteller Vossloh-Kiepe sowie die Schieneninfrastrukturgesellschaft beteiligt. Ein Nachfolgeprojekt soll die ermittelten Sparmaßnahmen in einem Spar-Bahn-Prototypen umsetzen. (RN 2010.12.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie