Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Auf der Suche nach dem „zündenden“ Moment:
RUB-Forscher verbessern moderne Lampen

03.03.2011
Die Möglichkeiten, Energie effizienter zu nutzen, sind längst nicht ausgeschöpft. Elektrotechniker der Ruhr-Universität Bochum suchen daher den „zündenden“ Moment, um HID-Lampen (Hochdruckgasentladungslampen) maßgeblich zu verbessern.

Sie messen insbesondere den Zündvorgang in der Lampe haargenau mit elektronischen und optischen Methoden aus, um die Zündspannung im Vergleich zu heutigen Lampen deutlich zu reduzieren.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Bochumer Wissenschaftler in den nächsten drei Jahren mit mehr als 400.000 Euro. Die RUB-Forscher sind Partner im europäischen Verbundprojekt SEEL – Solutions for Energy Efficient Lighting.

Auf der Suche nach dem „zündenden“ Moment
RUB-Forscher verbessern moderne Lampen
Gefördert vom BMBF: Europäisches Projekt SEEL für mehr Energieeffizienz
Selbst in unseren modernen Autolampen steckt noch ein gewaltiges Einsparpotenzial – die Möglichkeiten, Energie effizienter zu nutzen, sind längst nicht ausgeschöpft. Elektrotechniker der Ruhr-Universität Bochum suchen daher den „zündenden“ Moment, um HID-Lampen (Hochdruckgasentladungslampen) maßgeblich zu verbessern. Sie messen insbesondere den Zündvorgang in der Lampe haargenau mit elektronischen und optischen Methoden aus, um die Zündspannung im Vergleich zu heutigen Lampen deutlich zu reduzieren. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Bochumer Wissenschaftler um Prof. Dr. Peter Awakowicz (Lehrstuhl für Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik, Research Department „Plasmas with Complex Interactions“) in den nächsten drei Jahren mit mehr als 400.000 Euro. Die RUB-Forscher sind Partner im europäischen Verbundprojekt SEEL – Solutions for Energy Efficient Lighting. Das BMBF unterstützt die deutschen SEEL-Partner mit insgesamt rund 6,7 Millionen Euro.

Grundlagenforschung aus Bochum

Die RUB ist die einzige deutsche Universität, die am SEEL-Verbund beteiligt ist. Die meisten Projektpartner stammen aus der Industrie. Beteiligt sind BAG electronics, Bender + Wirth, BJB, Elmos Semiconductor, Infineon Technologies, das Fraunhofer Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration Berlin, NXP Semiconductors, die OSRAM GmbH und Philips (Aachen). Gemeinsam arbeiten die Partner an Lösungen für neue effiziente Lichttechnologien sowohl in der Allgemein- als auch in der Automobilbeleuchtung. Der Bochumer Beitrag ist die notwendige Grundlagenforschung zur Zündung von HID-Lampen. Denn was sich exakt beim Zündvorgang in der Lampe abspielt, ist nach wie vor nicht ausreichend erforscht. Die Wissenschaftler vom Lehrstuhl AEPT bringen jahrelange Erfahrung und das Know-how aus der Forschung an HID-Lampen mit, insbesondere aus der Untersuchung von Hochgeschwindigkeitszündungen.

Exakt messen

Die Bochumer Forscher arbeiten innerhalb des SEEL-Projekts vor allem mit Philips und Osram zusammen. Ziel ist, sowohl die HID-Reflektorlampe für den Einsatz in der Allgemeinbeleuchtung (mit Osram) als auch das HID-Autoscheinwerfersystem (mit Philips) zu optimieren. Konkret heißt das für die wissenschaftliche Arbeit: messen, messen, messen. Für beide Beleuchtungsarten bauen die Forscher Zündmessstände an der RUB auf und schauen dann beim Zünd- und Anlaufvorgang in den Lampen genau hin. Zeitlich hochaufgelöste elektrische Messungen kombinieren sie mit optischen Messmethoden, um anhand der gewonnenen Ergebnisse das ideale Lampendesign zu modellieren und konkrete Verbesserungsvorschläge für die Lampenhersteller zu erarbeiten.

Eine Alternative zur Halogen-Lampe

„Langfristiges Ziel ist, dass die HID-Lampe eine echte Alternative zur Halogen-Lampe wird und in Zukunft mehr Bedeutung für Privatanwendungen und für Frontscheinwerfer in kostengünstigen PKW bekommt“, sagt Prof. Awakowicz, Projektleiter an der RUB. Das Energiesparpotenzial in diesen Lampen sei enorm, doch sind speziell HID bisher noch nicht kompakt genug, nur bedingt dimmbar, haben kein Sofortlicht und noch vergleichsweise hohe Anschaffungskosten. Erst durch die Optimierung und anschließende Fertigung in hohen Stückzahlen werden sie zu einer bezahlbaren Alternative der aktuellen Lichtsysteme. Nach Berechnungen der EU-Kommission könnten allein in Deutschland jährlich 200 Millionen Liter Kraftstoff und 500.000 Tonnen CO2 eingespart werden – nur durch den Umstieg auf energieeffizientere Beleuchtung im Auto. Auch die so genannte Allgemeinbeleuchtung birgt hierzulande ein jährliches Sparpotenzial von 80 Milliarden Kilowattstunden.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Peter Awakowicz, Dipl.-Ing. Andre Bergner, Lehrstuhl für Allgemeine Elektrotechnik und Plasmatechnik (AEPT), Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der RUB, Tel. 0234/32-27670, E-Mail: bergner@aept.ruhr-uni-bochum.de

Internet : http://www.aept.ruhr-uni-bochum.de

Redaktion: Jens Wylkop

Dr. Josef König | idw
Weitere Informationen:
http://www.aept.ruhr-uni-bochum.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Simulation von Energienetzwerken für Strom, Gas und Wärme
19.09.2017 | Fraunhofer-Institut für Algorithmen und Wissenschaftliches Rechnen SCAI

nachricht MathEnergy: Mathematische Schlüsseltechniken für Energienetze im Wandel
19.09.2017 | Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

»Laser in Composites Symposium« in Aachen – von der Wissenschaft in die Anwendung

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Zentraler Schalter der Immunabwehr gefunden

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Materialchemie für Hochleistungsbatterien

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie