Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stromversorgung für Tiefsee-Fabriken

14.11.2013
Siemens entwickelt Stromtechnik für Tiefsee-Fabriken. Diese autarken Öl- und Gasförderanlagen sollen Rohstoffvorkommen am Meeresboden erschließen. In tausenden Metern Tiefe müssen die Anlagen über Jahrzehnte zuverlässig arbeiten.

Bisher hat man jedoch keine Erfahrungen, wie sich der dort herrschende Druck langfristig auf Transformatoren und andere Netzkomponenten auswirkt. Im norwegischen Trondheim testet Siemens deshalb Teile für solche Anlagen in einer speziellen Druckkammer, wie die Zeitschrift Pictures of the Future in ihrer Herbstausgabe schreibt. Der norwegische Energiekonzern Statoil möchte ab 2020 Öl- und Gasförderanlagen in der Tiefsee bauen.



Heute werden so genannte Subsea-Anlagen nur in relativ flachem Wasser gebaut. Verteilte Pumpen am Meeresboden sind über elektrische Kabel und Rohrleitungen mit einer schwimmenden Plattform verbunden. Mit der Technik lassen sich etwa 40 Prozent eines Rohstoffreservoirs ausbeuten. Autarke Tiefsee-Fabriken könnten diese Rate auf 60 Prozent steigern. Sie pumpen das Öl oder Gas vor Ort aus den Quellen und verdichten es vor dem Transport an die Oberfläche.

Die Stromversorgungseinheiten- Transformatoren, Frequenzumrichter und Schaltanlagen - stehen ebenfalls in der Tiefe und stellen die richtige Spannung bereit. So können im Vergleich mehr Pumpen versorgt werden. Die ganze Tiefsee-Fabrik ist lediglich mit einer Pipeline und einem Strom- und Datenkabel mit der Oberfläche verbunden.

Das Siemens-Forschungszentrum bei Trondheim stellt die Zuverlässigkeit des Tiefsee-Stromnetzes sicher. In seiner Druckkammer müssen die Anlagenteile monatelang bis zu 460 bar standhalten. Dies entspricht dem Druck in 4.600 Metern Wassertiefe. Die einzelnen Bauteile werden in ölgefüllten Rohren in den Druckbehälter eingebracht.

Auch später entstehenden kompletten Anlagen werden mit Öl verfüllt, anstatt sie konventionell in luftgefüllte Gehäuse einzubauen. Öl gleicht den hohen Druck aus und hat bessere Eigenschaften für Kühlung und elektrische Isolierung. So kann man die Tiefsee-Anlagen kleiner auslegen. Spezielle Alterungstests sichern ab, dass die Teile 20 Jahre und länger halten. Nur Bauteile, die alle Tests und die darauf folgende Inspektion bestehen, werden in die Stromnetzkomponenten eingebaut.

Einen ersten Tiefsee-Transfor¬mator hat Siemens in Trondheim bereits montiert. Bis zum Jahresende ist der Bau einer Schaltanlage abgeschlossen und Ende 2014 soll ein Frequenzumrichter fertig sein. (2013.11.2)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen