Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vom Stromnetz ins Auto und zurück

12.09.2013
Projekt „e-SolCar“ bindet Elektroautobatterien als Speicher ins Stromnetz ein Forscher der BTU Cottbus-Senftenberg testen gemeinsam mit Siemens, Vattenfall und German E-Cars R&D die Nutzung von Fahrzeugbatterien als Speicher im Stromnetz

Im Forschungsprojekt e-SolCar an der BTU Cottbus-Senftenberg wurde ein Durchbruch bei der Integration von Elektrofahrzeugen in die Stromverteilungsnetze erreicht. Im Rahmen des Projektes gelang es erstmals, den Ladevorgang von Elektrofahrzeugen sowie die Energierückspeisung aus der Fahrzeugbatterie ins Netz von einer Leitstelle zu steuern.

Damit ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg zum „rollenden Energiespeicher“ vollzogen worden. Prof. Harald Schwarz, Direktor vom Centrum für Energietechnologie Brandenburg (CEBra) und Leiter des e-SolCar-Projektes, hebt die Bedeutung dieses Durchbruches für die BTU Cottbus-Senftenberg hervor: „Diese Ergebnisse sind sowohl für die BTU als auch für die Region Berlin-Brandenburg ein sehr schöner Erfolg, welcher das Profil der Universität in der Energieforschung stärkt und uns ein Stück näher an die Elektromobilität der Zukunft und die Nutzung von Elektrofahrzeugen als Energiespeicher bringt“, so Prof. Schwarz.

Die Innovation wurde den Partnern von e-SolCar bei einem Treffen in der Forschungsanlage auf dem Zentralcampus der BTU am 2. September 2013 vorgestellt: e-SolCar, ein wichtiges Projekt für Elektromobilität in Berlin und Brandenburg, vereint Partner wie Siemens, Vattenfall Europe Mining & Generation, den Fahrzeughersteller German E-Cars R&D GmbH und dem BTU-Lehrstuhl Energieverteilung und Hochspannungstechnik unter der Leitung von Prof. Harald Schwarz. Projektmitarbeiter demonstrierten bei dem Treffen mit einem Versuchsfahrzeug, wie Energie aus der Fahrzeugbatterie zurück in das Stromnetz gespeist wird und das Fahrzeug somit als Energiespeicher im Netz zur Verfügung steht.

Dabei spielt die gemeinsam zwischen BTU, German E-Cars Research & Development und Siemens entwickelte Kommunikation zwischen einem Leitsystem, der Ladeinfrastruktur und dem Elektrofahrzeug eine wesentliche Rolle. Nur dadurch ist es möglich, alle relevanten Ladeparameter kontinuierlich zu erfassen und vom Netzleitsystem aus die Be- und Entladung zentral zu steuern.

Wichtig für eine breite Anwendung ist dabei, dass diese Kommunikation über das bislang verwendete, genormte Steckersystem zwischen Ladesäule und Fahrzeug übertragen wird. Ferner gibt der Fahrzeugnutzer dem Leitsystem immer vor, wann er sein Fahrzeug wieder vollgeladen nutzen will. Dadurch wird verhindert, dass das Leitsystem Fahrzeuge „nicht-nutzergerecht“ entlädt.

Damit hat das e-SolCar-Team eine der großen Herausforderungen in der Elektromobilitätsforschung gemeistert und einen innovativen Ansatz zur bedarfsgerechten Speicherung von regenerativ erzeugten Energien in Elektrofahrzeugen praxisnah demonstriert. Das vielbeschworene „Fahrzeug ins Netz (Vehicle to grid)“-Prinzip soll nun nach der Erprobung im Versuchsfahrzeug in den nächsten Wochen auf den gesamten Fahrzeug-pool mit seinen 15 Elektrofahrzeugen und die Ladesäuleninfrastruktur an der BTU übertragen werden.

Das e-SolCar-Projekt wird vom Land Brandenburg und vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert. Bis zum Projektabschluss 2014 wird das e-SolCar-Team weiter an integrierten Lösungen für intelligente Stromnetze forschen und die Entwicklung von Elektromobilitäts-Technologien vorantreiben.

Die Ziele und Erfolge von e-SolCar werden im Rahmen des „SMART Capital Region“ Projektes weiterverfolgt. Dieses im Juli 2013 gestartete Projekt ist ein wichtiges Projekt im Rahmen des Schaufensters Elektromobilität Berlin-Brandenburg. Dabei wird ein Strom- und Wärmeversorgungskonzept für die Hauptstadtregion mit einem möglichst hohen Anteil an regenerativen Energien und Elektrofahrzeugen entwickelt.

Die Bundesregierung hat im April 2012 vier Regionen in Deutschland als „Schaufenster Elektromobilität“ ausgewählt und fördert hier auf Beschluss des Deutschen Bundestags die Forschung und Entwicklung von alternativen Antrieben. Insgesamt stellt der Bund für das Schaufensterprogramm Fördermittel in Höhe von 180 Mio. € bereit. In den groß angelegten regionalen Demonstrations- und Pilotvorhaben wird Elektromobilität an der Schnittstelle von Energiesystem, Fahrzeug und Verkehrssystem erprobt.

Weitere Informationen
Prof. Harald Schwarz, Lehrstuhl Energieverteilung und Hochspannungstechnik Tel: (0355) 69-4502, E-Mail: harald.schwarz@tu-cottbus.de

Johanna Schuppan | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-cottbus.de
http://www.b-tu.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Elektromobilität: Forschungen des Fraunhofer LBF ebnen den Weg in die Alltagstauglichkeit
27.03.2017 | Fraunhofer-Institut für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Clevere Folien voller Quantenpunkte

27.03.2017 | Materialwissenschaften

In einem Quantenrennen ist jeder Gewinner und Verlierer zugleich

27.03.2017 | Physik Astronomie

Klimakiller Kuh: Methan-Ausstoß von Vieh könnte bis 2050 um über 70 Prozent steigen

27.03.2017 | Biowissenschaften Chemie