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Stromerzeugung aus industrieller Abwärme

12.07.2010
Erstes deutsches Zementwerk erhält Wärmerückgewinnungsanlage

Die Südbayerische Portland-Zementwerk Gebr. Wiesböck & Co. GmbH in Rohrdorf baut in der Nähe von Rosenheim das erste deutsche Kraftwerk, das die bei der Zementherstellung entstehenden heißen Rauchgase zur Stromerzeugung nutzt. Ein Konsortium bestehend aus der Siemens-Division Industry Solutions und Kawasaki Plant Systems, Ltd. wurde damit beauftragt, dieses neue Abhitzekraftwerk mit einer Wärmerückgewinnungsanlage zu errichten. Das Kraftwerk wird nach der Fertigstellung im April 2012 ein Drittel des Strombedarfs des Zementwerks decken.


Südbayerische Portland Zementwerk Gebr. Wiesböck & Co. GmbH, Rohrdorf

Die Südbayerische Portland-Zementwerk GmbH ist Teil der Rohrdorfer Baustoffgruppe, die an 40 Produktionsstandorten in Deutschland und Österreich neben Zement auch Transportbeton, Betonwaren und Betonfertigteile herstellt. In Rohrdorf wird derzeit ein neues Kraftwerk gebaut, das künftig Strom aus der Abgaswärme des Drehrohrofens, des Klinkerkühlers und der Restwärme vom Abgaskamin erzeugen soll. Die Anlage ist so ausgelegt, dass die Abwärme eines Chloridbypasses künftig mit eingebunden werden kann.

Diese innovative, umweltfreundliche und hocheffiziente Anlage wird durch das Bundesumweltministerium im Rahmen des Umwelt-Innovationsprogramms gefördert. Bereits mit der Errichtung einer neuen Rohmühle und einer Entstaubungsanlage leistete das Zementwerk in Rohrdorf einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz.

Kawasaki Plant Systems, Ltd. und Siemens haben zur Errichtung der Anlage ein Konsortium gegründet, damit die Verantwortung für den Wasser-/Dampfkreislauf in einer Hand liegt. Zuvor wurden in enger Zusammenarbeit mit der Portland-Zementwerk GmbH alle möglichen Wärmequellen in der Produktionsstätte analysiert und bewertet. Das Rohrdorfer Zementwerk wird auch die Planung und Durchführung aller baulichen Maßnahmen, Stahlkonstruktionen und Rohrleitungen verantworten und auch die Einbindung in die bestehenden Produktionsanlagen übernehmen. Für das neue Kraftwerk liefert Siemens die Elektrotechnik und Leittechnik sowie die Dampfturbine und den Generator.

Die Überwachung der Montage und die Inbetriebnahme komplettieren den Lieferumfang. Von Kawasaki stammt das Design und Engineering für den Wasser-/Dampfkreislauf. Als Komponenten liefert Kawasaki die Druckteile des Abhitzekessels, den Speisewasser-Vorwärmer am Klinkerkühler und den Luftkondensator für die Dampfturbine. Der Abhitzekessel wird vom Rauchgas horizontal durchströmt. Die senkrecht angeordneten Wärmetauschrohre werden durch ein bewährtes, von Kawasaki patentiertes Klopfwerk vom Staub gereinigt.

Das neue Kraftwerk wird mit einer Leistung von 6,8 Megawatt rund 50.000 Megawattstunden elektrische Energie pro Jahr erzeugen. Das entspricht dem Stromverbrauch von 34.600 Personen oder 16.400 Haushalten. Durch die Stromerzeugung aus industrieller Abwärme können zudem pro Jahr rund 31.500 Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Damit wird sowohl die Energieeffizienz der Produktion gesteigert als auch der CO2-Ausstoß reduziert.

Lösungen zur Abwärmenutzung sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Mrd. EUR erwirtschaftete. Das macht Siemens zum weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum 210 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart, das ist so viel wie New York, Tokio, London und Berlin in Summe an CO2 jährlich ausstoßen.

Der Siemens-Sektor Industry (Erlangen) ist der weltweit führende Anbieter von umweltfreundlicher Produktions-, Transport-, Gebäude- und Lichttechnik. Mit durchgängigen Automatisierungstechnologien und umfassenden Branchenlösungen steigert Siemens die Produktivität, Effizienz und Flexibilität seiner Kunden aus Industrie und Infrastruktur. Der Sektor besteht aus den sechs Divisionen Building Technologies, Drive Technologies, Industry Automation, Industry Solutions, Mobility und Osram. Mit weltweit rund 207.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry im Geschäftjahr 2009 einen Umsatz von rund 35 Milliarden Euro.

Die Siemens-Division Industry Solutions (Erlangen) ist mit den Geschäftsaktivitäten Siemens VAI Metals Technologies, Water Technologies und Industrial Technologies einer der weltweit führenden Lösungsanbieter und Dienstleister für Industrie- und Infrastrukturanlagen. Dies umfasst die Planung und Errichtung, den Betrieb und den Service für den gesamten Lebenszyklus. Eine breite Palette von Umweltlösungen unterstützt Industrieunternehmen dabei, Energie, Wasser oder Betriebsmittel effizient einzusetzen, Emissionen zu reduzieren und Umweltrichtlinien einzuhalten. Mit weltweit rund 31.000 Mitarbeitern (30. September) erzielte Siemens Industry Solutions im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro.

Rebecca Zapfe | Siemens Industry
Weitere Informationen:
http://www.siemens.com/cement
http://www.siemens.com/industry
http://www.siemens.de/industry-solutions

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