Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Für Strom aus der Wüste: Blaupause steht in China

28.07.2010
Siemens hat in China eine Stromautobahn in Betrieb genommen, die mit einer Spannung von 800 Kilovolt (kV) arbeitet. Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsanlage (HGÜ) überbrückt eine Strecke von fast 1.500 Kilometer – etwa die Entfernung von Süddeutschland bis zur Südspitze Italiens.

Kürzlich ist der zweite Pol zugeschaltet worden, was die Übertragungskapazität auf 5000 Megawatt erhöht. Das entspricht etwa der Energieleistung von fünf großen Kraftwerken. Die Steigerung der Spannung von bisher 500 kV auf 800 kV senkt die Leitungsverluste: Sie betragen nur zwei Prozent pro 1.000 Kilometer.


Dazu kommen knapp 1,5 Prozent Verlust für die Konverter-Stationen auf der Sender- und Empfängerseite. In China ist bereits eine weitere HGÜ-Strecke mit 800 kV in Betrieb gegangen, für die Siemens Komponenten wie Transformatoren geliefert hat. Damit hat Siemens die Übertragungstechnologie der Zukunft im Angebot, mit der sauberer, erneuerbarer Strom über Tausende von Kilometern transportiert werden kann - praktisch eine Blaupause für das Wüstenstrom-Projekt der DII (Desertec Industrial Initiative).

In China reicht die Leitung von der abgelegenen, regenreichen Provinz Yunnan bis zum Industriegebiet im Perlflussdelta mit den Millionenstädten Guangzhou und Shenzhen. Da der Strom aus Wasserkraft stammt, kann auf fossil befeuerte Kraftwerke verzichtet werden, was einer Einsparung von jährlich 30 Millionen Tonnen Kohlendioxid entspricht. HGÜ-Systeme gehören zum Umweltportfolio von Siemens, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2009 einen Umsatz von rund 23 Milliarden Euro erwirtschaftete. Ein weiterer Vorteil der HGÜ: Der Energiefluss kann nach Belieben gesteuert und zur Stabilisierung der angeschlossenen Netze genutzt werden. Zudem reagiert die HGÜ beim Auftreten von kaskadierenden Netzstörungen wie eine automatische „Firewall“ und kann so Blackouts verhindern.

Für die Weltrekord-Spannung von 800 kV entwickelte Siemens einen neuen Transformator, der so groß ist wie ein Einfamilienhaus. Zehn der Super-Trafos braucht es für die Anlage Yunnan-Guangdong. Die Experten in Nürnberg standen unter anderem aufgrund fehlender Standards vor großen Herausforderungen. Sie mussten wegen der hohen Spannung besonders starke Isoliersysteme konstruieren. Die zwei Ventildurchführungen, durch die der Strom vom Inneren des Transformators in die Stromrichter fließt, haben jetzt aufgrund der nötigen Isolierabstände in Luft eine Länge von 14 Metern. Für die 800kV-Trafos wurde eigens eine neue und besonders klimatisierte Fertigungshalle gebaut, um zu verhindern, dass die Isolation schon bei der Endmontage Feuchtigkeit aus der Luft aufnimmt. (IN 2010.07.5)

Anfragen von Journalisten bitte an:
Klaudia Kunze
Technology Press and
Innovation Communications
CC MR1
Wittelsbacherplatz 2
80333 München
+49 (89) 636-33446
+49 (152) 28874973
klaudia.kunze@siemens.com

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Geothermie: Den Sommer im Winter ernten
18.01.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Tierschutz auf hoher See
17.01.2017 | Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie

Kieler Forscher koordiniert millionenschweres Verbundprojekt in der Entzündungsforschung

19.01.2017 | Förderungen Preise

Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen

19.01.2017 | Biowissenschaften Chemie