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Strömungskraftwerk der nächsten Generation

15.03.2013
Siemens baut seine Technologie für Meeresströmungskraftwerke aus: Das neue Modell wird durch eine optimierte Konstruktion künftig mehr Leistung bei geringeren Kosten liefern.

Heute hat das in einer nordirischen Meerenge errichtete Kraftwerk SeaGen 1,2 Megawatt (MW) Leistung. Der Typ SeaGen-S wird zwei MW liefern. Die walisische Regierung hat jetzt fünf dieser Turbinen für ein 10-MW-Kraftwerk vor der Nordwestküste genehmigt. Es soll 2015 in Betrieb gehen und rund 10.000 Haushalte mit umweltfreundlichem Strom versorgen.



Die auffälligste Änderung an der Konstruktion sind die neuen Rotoren, die auf einen Durchmesser von 20 Metern verlängert und mit je einem zusätzlichen Rotorblatt ausgestattet wurden. Das Aussehen der Anlage erinnert deshalb stark an ein Windrad unter Wasser. Von den neuen Rotoren versprechen sich die Siemens-Experten eine bessere Verteilung des Strömungsdrucks, wodurch der Verschleiß sinken und so das Kraftwerk eine längere Lebensdauer haben soll.

Der Konzern will wie in Wales mehrere Kraftwerke des Typs S2 in Unterwasser-Stromparks, sogenannten Arrays, errichten. So können, ähnlich wie in Windparks, große Mengen Strom gebündelt ans Festland transportiert werden. Der Bau von Arrays ist jedoch auch im Hinblick auf die topologischen Anforderungen von Strömungskraftwerken sinnvoll. Im Gegensatz zu Gezeitenkraftwerken benötigen sie keine Staudämme. Die Kraftwerke können deshalb nicht an jedem Ort, sondern nur an Stellen mit besonders starker Strömung errichtet werden.

SeaGen steht an so einer Meerenge zwischen dem Naturhafen Strangford Lough und der irischen See. Das Wasser fließt hier mit einer stetigen Geschwindigkeit von mehr als 4,7 Knoten, was 2,4 Metern pro Sekunde entspricht. Von dieser Strömung angetrieben drehen sich die Rotoren des Kraftwerks zehn bis 15 Mal pro Minuten. Mit der erzeugten 1,2 Megawatt Leistung versorgt SeaGen etwa 1500 Haushalte mit Strom.

Erst im Oktober 2012 hat SeaGen drei Rekordmarken der kommerziellen Stromerzeugung erreicht. Die Anlage generierte 22,53 Megawattstunden Strom an einem Tag, eine Gigawattstunde in 68 Tagen und insgesamt sechs Gigawattstunden Elektrizität seit Mitte 2008. Die Technologie hat damit einen wichtigen Schritt Richtung Kommerzialisierung und Marktreife gemacht. Für die Entwicklung von SeaGen-S haben die Ingenieure auf Daten zurückgegriffen, die in den bislang über 25.000 Betriebsstunden der Anlage gewonnenen wurden. (IN 2013.03.3)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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