Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stiftung Mercator investiert 3,5 Millionen Euro in die Energiewende im Ruhrgebiet

06.11.2012
Wuppertal Institut und KWI erforschen erstmalig Möglichkeiten und Hemmnisse der Kommunen bei der Umsetzung der Energiewende
InnovationCity Ruhr, die Bewerbung des Ruhrgebiets als Grüne Hauptstadt Europas: Das Ruhrgebiet versteht die Energiewende mehr und mehr als Chance. Die Stiftung Mercator, das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und das Kulturwissenschaftliche Institut Essen (KWI) wollen diese Entwicklung unterstützen und starten in diesem Monat ein Programm zur Umsetzung der Energiewende in den Kommunen des Ruhrgebiets. Die Stiftung Mercator stellt dafür bis 2016 knapp 3,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Wissenschaftler/Wissenschaftlerinnen von Wuppertal Institut und KWI erforschen gemeinsam mit weiteren Partnern aus der Region erstmalig systematisch die Möglichkeiten und Hemmnisse für die Ruhrgebiets-Kommunen bei der Umsetzung der Energiewende.

Wie setzt man die Finanzierung der Gebäudedämmung sozialverträglich um? Wie kombiniert man effizient zentrale und dezentrale Energiequellen? Welche Maßnahmen führen zu einer nachweisbaren Steigerung der Attraktivität des ÖPNV? Zu diesen und anderen Fragen laufen bereits etliche Praxisprojekte im Ruhrgebiet.

Solarsiedlung Gelsenkirchen

Das Programm gliedert sich in drei zentrale Bereiche:

1. Zu Beginn des Projektes wird unter anderem eine Landkarte der bereits laufenden Leuchtturmprojekte in den Kommunen des Ruhrgebiets erarbeitet. Zudem werden die politischen Rahmenbedingungen und Entscheidungsstrukturen von Kommunen analysiert. Auf breiter Basis sollen so Ausgangsbedingungen, Möglichkeiten und Chancen einer Energiewende in den Kommunen des Ruhrgebietes erfasst werden.

2. Darauf aufbauend werden Grundlagen- und konkrete Umsetzungsprojekte bearbeitet, die eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in der Region unterstützen sollen. So ist vorgesehen, ein Modell zu entwickeln, das die energie- und klimapolitischen Zukunftsvorstellungen und Entscheidungen relevanter Akteure im Ruhrgebiet simuliert.

Die Umsetzungsprojekte werden gemeinschaftlich mit kommunalen Partnern vom Projektkonsortium angestoßen. Die Erfahrungen mit bisherigen Umsetzungsprozessen im Bereich regionaler Klimaschutz bzw. Energiewende zeigen, dass allein technologiebasierte Maßnahmen für eine erfolgreiche Zielerreichung nicht ausreichen, sondern dass diese mit infrastrukturellen sowie sozialen Innovationen eng verbunden sein müssen. Ausgewählte Umsetzungsprojekte werden intensiv wissenschaftlich begleitet, um ihnen im engen Austausch zwischen Kommunen und Wissenschaft den Erfolg zu ermöglichen.

3. Eine neue Vernetzungsplattform stellt sicher, dass die Erfahrungen und das Wissen unter den Kommunen des Ruhrgebiets ausgetauscht werden. Ziel ist es, Lösungen für die Praxis zu schaffen, die auch auf Kommunen außerhalb des Ruhrgebiets übertragbar sind. Damit soll das Rahmenprogramm eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende auf der kommunalen Ebene voranbringen und Impulse für die Landes- und Bundesebene geben. Das Programm geht so über ein reines Forschungsprojekt hinaus und trägt konkret selber zur Umsetzung neuer Ideen bei.

Prof. Dr. Bernhard Lorentz, Geschäftsführer der Stiftung Mercator: „Mit diesem Rahmenprogramm stärkt die Stiftung Mercator ihr Engagement für eine erfolgreiche Umsetzung der Energiewende in Deutschland. Damit diese gelingt, muss die Energiewende gerade in NRW und im Ruhrgebiet vorankommen. Wir freuen uns, dass wir mit dieser Initiative ein aktiver Partner für die vielen bereits laufenden Klimaschutzprojekte im Ruhrgebiet sein können.“

Prof. Dr. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts: „Den Kommunen kommt für die Abwendung der Gefahren des Klimawandels eine entscheidende Rolle zu. Während die Rahmenbedingungen auf europäischer, nationaler und NRW-Ebene geschaffen werden, muss die konkrete Umsetzung der Maßnahmen in den Kommunen erfolgen: in den Industrieunternehmen, den Gewerbebetrieben ebenso wie in den privaten Haushalten. An dieser Schnittstelle setzt das Projekt an. Mit einem transformativen Forschungsansatz wollen die wissenschaftlichen Projektpartner dabei direkt zum Umsetzungsprozess beitragen und Impulse setzen, Erfahrungen sammeln und über die Verbreitung der gewonnenen Erkenntnisse zum Gelingen der Energiewende auf breiter Ebene beitragen.“

Prof. Dr. Claus Leggewie, Direktor des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI): „Wir denken in der KlimaKultur global und genau deswegen müssen wir lokal forschen und Handlungsoptionen deutlich machen. Zu oft wird die Energiewende als ein Vorhaben verstanden, das vom Staat in Kooperation mit großen Unternehmen durchgeführt wird. Dabei kommt es entschieden auf die Mobilisierung und Beteiligung der Konsumenten und der breiten Bürgerschaft an. Die Umsetzung dieses Transformationsprozesses ist eines der interessantesten Gebiete für die sozialwissenschaftliche Forschung, die ihre Erkenntnisse nutzbringend in ein politisches Reformvorhaben einbringen kann.“

Weitere Stimmen zum Projekt:

Bernd Tischler, Oberbürgermeister der Stadt Bottrop: „InnovationCity Ruhr ist ein Pilotprojekt mit Strahlkraft: In Bottrop wird sich in den nächsten Jahren ein komplettes Stadtquartier mit rund 70.000 Einwohnern zum Musterquartier für Energieeffizienz wandeln. Das konkrete Ziel: Der CO2-Ausstoß im Modellbereich in der Innenstadt und im Stadtsüden soll bis zum Jahr 2020 um 50 Prozent reduziert werden. Das langfristige Ziel ist auch eine bundes- und europaweite Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse und erarbeiteten Prozesse auf andere vergleichbare Städte und Regionen. So bin ich der Stiftung Mercator und dem Wuppertal-Institut doppelt dankbar, dass sie auch den Prozess in Bottrop so breit unterstützen wollen!“

Simone Raskob, Beigeordnete für Umwelt und Bauen der Stadt Essen: „Aus der gemeinsamen Initiative der Städte und Kreise in der Metropole Ruhr mit dem RVR zur Bewerbung um den EU-Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ können wir wichtige Erkenntnisse für das Programm beisteuern. Interessante Ansätze finden sich bereits in dem veröffentlichten Memorandum. Die Ergebnisse einer breiten Datensammlung mit Unterstützung des Wuppertal Instituts werden in Kürze vorliegen. Sicherlich ergeben sich andererseits aus dem wegweisenden Forschungsprogramm konkrete Ansätze für eine Bewerbung mit dem Zieljahr 2016.“

Dr. Lars Grotewold, Leiter des Clusters Klimawandel der Stiftung Mercator: „Wir haben ambitionierte energie- und klimapolitische Ziele in Deutschland – jetzt gilt es, diese erfolgreich umzusetzen. Dabei gerät die kommunale Ebene zunehmend in den Blick, denn hier findet letztlich die praktische Umsetzung statt. In unserem Themencluster Klimawandel arbeiten wir daran, die Energiewende auf allen politischen Ebenen voranzubringen, von der kommunalen bis zur internationalen.“

Bei Fragen melden Sie sich gerne bei:

Marisa Klasen
Stiftung Mercator
Kommunikationsmanagerin
Tel. (+49) (0)201 245 22
klasen@stiftung-mercator.dehttp://mailto:klasen@stiftung-mercator.de

Dorle Riechert
Wuppertal Institut
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (+49) (0)202 2492 180
pr@wupperinst.orghttp://mailto:pr@wupperinst.org

Magdalena Schaeffer
KWI Essen
Presse-/Öffentlichkeitsarbeit
Tel. (+49) (0)201 7204 152
magdalena.schaeffer@kwi-nrw.dehttp://mailto:magdalena.schaeffer@kwi-nrw.de
Weitere Informationen:
http://www.stiftung-mercator.de
http://www.wupperinst.org
http://www.kulturwissenschaften.de

Marisa Klasen | idw
Weitere Informationen:
http://www.stiftung-mercator.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wie Protonen durch eine Brennstoffzelle wandern
22.06.2017 | Empa - Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt

nachricht Omicron Diodenlaser mit höherer Ausgangsleistung und erweiterter Garantie
20.06.2017 | Omicron - Laserage Laserprodukte GmbH

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Future Security Conference 2017 in Nürnberg - Call for Papers bis 31. Juli

26.06.2017 | Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Einblick ins geschlossene Enzym

26.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Laser – World of Photonics: Offene und flexible Montageplattform für optische Systeme

26.06.2017 | Messenachrichten

Biophotonische Innovationen auf der LASER World of PHOTONICS 2017

26.06.2017 | Messenachrichten