Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Statt „Standby“ lieber ganz ausschalten

27.07.2010
Rolf Clasen, Professor für Pulvertechnologie und Keramik an der Saar-Uni, gibt Tipps zum Energiesparen

Die Weltbevölkerung wächst und damit auch der Energiebedarf. Gleichzeitig sind die Ressourcen begrenzt. „Bis 2060 steigt der Komfort der Menschen weltweit und es wird immer mehr Energie verbraucht. Wer jetzt schon Energie spart, tut nicht nur was für den Umweltschutz, sondern auch für die Zukunft“, sagt Professor Rolf Clasen von der Saar-Uni. In Vorträgen erklärt er, wie man in der eigenen Wohnung weniger Energie verbraucht und was Bauherren beachten können, um ihr Haus energieeffizient zu gestalten.

„Am meisten Energie verbrauchen wir beim Heizen und beim Autofahren“, sagt der Professor für Pulvertechnologie und Keramik, Rolf Clasen. „Wer richtig baut, spart später Heizkosten. Wichtig ist dabei vor allem die Isolation“, so der Professor. Bauherren empfiehlt er daher, 36 Zentimeter breite Bimssteine zu verwenden, denn dicke Wände speichern Wärme. „Ideal ist die Kombination mit Glaswolle. Außerdem sollte man gute Fenster einbauen. Eine Dreifach-Verglasung hält um 30 Prozent mehr Wärme als eine Zweifach-Verglasung.“

Viel Energie wird auch benötigt, um im Haus warmes Wasser zur Verfügung zu stellen. Die meisten Warmwasser-Systeme haben eine Vorlauftemperatur von 60 bis 70 Grad Celsius, damit sich im Wasser keine gefährlichen Legionellen-Bakterien entwickeln können. „Hier reicht es, den Regler einmal pro Woche auf 70 Grad hochzudrehen und danach das Wasser konstant auf 30 bis 40 Grad zu halten, wärmer brauchen wir es zum Duschen ja auch nicht“, sagt Clasen. Wasser kann auch gut von Solarzellen auf dem Dach erwärmt werden. „Wer jetzt baut und kein Geld für Solarzellen hat, sollte zumindest schon einmal die Rohre für zukünftige Kollektoren installieren, so kann er später jederzeit nachrüsten“, meint der Professor. Wer in einem älteren Haus wohnt, sollte am besten die thermische Isolation von außen nachrüsten, beispielsweise mit Styroporschaum und das Ganze anschließend neu verputzen.

Auch im täglichen Leben können die Verbraucher einiges tun, um Energie zu sparen. „Wer sich ein Gerät anschafft, sollte auf die Energieeffizienz achten und sich am besten Geräte mit dem Siegel A++ kaufen, das sind die energieeffizientesten. Hier lautet die Devise: Lieber ein teureres Gerät anschaffen“, so Clasen. Unnötigen Energieverbrauch gibt es auch beim Standby-Betrieb der Geräte. Ein Fernseher verbraucht dabei bis zu 30 Watt. Bei mehreren Geräten summiert sich der Verbrauch. Hier hat Professor Clasen einen einfachen Tipp: „Am besten steckt man mehrere Geräte zusammen in eine Mehrfachsteckdose mit Schalter. Den kann man ausmachen, wenn man die Geräte nicht braucht.“

Auch bei der Beleuchtung lässt sich Energie sparen: „Hier würde ich immer nur bestimmte Lampen anschalten. Wenn man abends liest, reicht eine Leselampe, da braucht man nicht unbedingt noch die Deckenlampe. Außerdem sollte man Lampen nicht ständig ein- und ausschalten. Wer nur zwei Minuten weggeht, kann das Licht ohne Bedenken brennen lassen“, erklärt Rolf Clasen. Als Leuchtmittel empfiehlt er LED-Lampen, denn sie erzeugen mehr Licht und strahlen weniger Wärme ab als herkömmliche Glühbirnen, die nur zehn Prozent der Energie in Licht umwandeln können. LED-Lampen halten außerdem länger als Glühbirnen, sie können bis zu 100.000 Stunden lang leuchten und müssen theoretisch nur alle zehn Jahre gewechselt werden.

Die Heizung sollte man im Winter nur absenken und nicht komplett ausschalten. Ist ein Raum erst einmal ausgekühlt, braucht man mehr Energie, um ihn wieder aufzuwärmen. Der tatsächliche Energieverbrauch ist von Haushalt zu Haushalt unterschiedlich, je nach Bauweise und Verhalten des Verbrauchers. „Hier muss jeder erst einmal bei sich selbst anfangen“, fasst Professor Clasen zusammen.

Kontakt:
Prof. Dr. Rolf Clasen
Tel. 0681/302-5008
E-Mail: r.clasen@nanotech.uni-saarland.de
Hinweis für Hörfunk-Journalisten: Sie können Telefoninterviews in Studioqualität mit Wissenschaftlern und Studenten der Universität des Saarlandes führen, über Rundfunk-ISDN-Codec. Interviewwünsche bitte an die Pressestelle (0681/302-4022) richten.

Irina Urig | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-saarland.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht IT-Kühlung: So schaffen Kleinbetriebe den Sprung in die IT-Profiliga
23.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

nachricht Plug & Play: Drei auf einen Streich
29.09.2016 | Rittal GmbH & Co. KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Flashmob der Moleküle

19.01.2017 | Physik Astronomie

Tollwutviren zeigen Verschaltungen im gläsernen Gehirn

19.01.2017 | Medizin Gesundheit

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie