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Stationäre Energiespeicher: Entwicklung einer französischen Exportindustrie bis 2030

28.11.2013
Als eine der wichtigsten Säulen der Energiewende gilt die Energie-, Wärme- und Kältespeicherung als aussichtsreicher Kandidat bei der Förderung des Ausbaus der erneuerbaren Energien.

Bereits bei der Präsentation der für 34 strategisch wichtige Wirtschaftszweige erarbeiteten Strategien am 12. September 2013 hatte Staatspräsident Hollande die Energiespeicherung zu einer Zukunftsbranche für die französische Industrie erklärt.

Eine am 5. November 2013 veröffentlichte Studie zeigt nun das Potenzial der Energiespeicherung bis 2030 auf, mit dem Ziel der Schaffung eines starken französischen Wirtschaftssektors. Diese gemeinsam von der französischen Agentur für Umweltschutz und Energie (ADEME), dem Technischen Verband für Energie und Umwelt (ATEE) und der Generaldirektion für Wettbewerbsfähigkeit, Industrie und Dienstleistungen (DGCIS) in Auftrag gegebene Studie zeigt auch, dass durch die weltweite Entwicklung der stationären Energiespeicher in den nächsten 15 Jahren mehr als 10.000 Arbeitsplätze in Frankreich geschaffen werden könnten.

In Anwesenheit des Ministers für die Belebung der Industrie, Arnaud Montebourg, wurden die wichtigsten Ergebnisse dieser Studie präsentiert. Diese zeigen, dass Pumpspeicherkraftwerke (PSW) die profitabelste Lösung (ohne rechtliche oder finanzielle Anreize) für Gebietskörperschaften sind. Frankreich verfügt bereits über PSW mit einer Leistung von insgesamt 5 GW. Es wurde ein zusätzliches Potenzial von 1 bis 1,5 GW für diese Technologie ermittelt, das kurzfristig ausgeschöpft werden könnte. Mit dieser Massenenergiespeicherlösung könnte das Potenzial und die Rentabilität ab 2030 deutlich gesteigert werden, wenn die installierten Photovoltaik- und Windenergieleistungen erhöht werden. Darüber hinaus steht bereits ein erhebliches industrielles und kommerzielles Potential in mehreren Ländern zur Verfügung, in denen es bereits zu Spannungen in den elektrischen Systemen kommt.

Die Studie macht auch deutlich, dass hoch reaktive Speicher (Schwungräder, Batterien) eine vielversprechende Lösung sind, um im Fall eines Ungleichgewichts im elektrischen System (primäre Rücklagen) Leistungsreserven zu liefern. Thermische Energiespeicher, insbesondere in Wärmenetzen oder in Verbindung mit der Kraft-Wärme-Kopplung, wären ebenfalls eine interessante Lösung – ihre thermische Leistung liegt bei 5 bis 10 Gigawattstunden. Es wurden auch verschiedene Marktsegmente untersucht, zum Beispiel in Insel-Regionen, in denen die installierte Leistung der intermittierenden erneuerbaren Energien einem Anteil von 30% an der Stromerzeugung entspricht. Zur Senkung der Produktionskosten wird in der Studie die Förderung von Projekten im Bereich F&E und von Demonstrationsanlagen bis 2030 empfohlen. In diesem Zusammenhang scheinen die französischen Übersee-Gebiete ein besonders geeignetes Testfeld zu sein: Kurzfristig ließe sich in den französischen Insel-Regionen eine erste Speicherkapazität von 200 bis 400 MW erreichen. Darüber hinaus wurden im Rahmen der Studie für jedes Marktsegment mögliche Verbesserungen des aktuellen Rechtsrahmens ermittelt, um so die Entwicklung von Speicherlösungen in Frankreich zu erleichtern.

Die Studie “Potential der Energiespeicherung” wurde von den Unternehmen Artelys, Enea Consulting und G2Elab in Zusammenarbeit mit zwei Fachexperten der Netzbetreiber ERDF und RTE durchgeführt. Ebenfalls beteiligt waren auch zehn industrielle Akteure (Alstom, Areva, Dalkia, EDF, E.ON France, GDF Suez, GRDF, Orange, Saft, Total).

Quellen: - Pressemitteilung des französischen Ministeriums für Ökologie, nachhaltige Entwicklung und Energie – 06.11.2013 – http://www.developpement-durable.gouv.fr/spip.php?page=article&id_article=35610

- Pressemitteilung der französischen Agentur für Umweltschutz und Energie – 05.11.2013 – http://ademe.typepad.fr/files/communiqu%C3%A9-de-presse_etude-in%C3%A9dite-stockage-%C3%A9nergie_05112013.pdf

Redakteurin: Hélène Benveniste, helene.benveniste@diplomatie.gouv.fr

Hélène Benveniste | Wissenschaft-Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

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