Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stabile Stromversorgung für Schweizer Bahnen

06.08.2013
Siemens stabilisiert das Stromnetz der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit den weltweit ersten mobilen Anlagen zur Kompensation von Blindleistung.

Die Oberleitung und manche Züge brauchen neben der Wirkleistung auch Blindleistung. Beide Leistungen beziehen die Züge aus dem Bahnstromnetz, wobei vor allem die Blindleistung lokal stark schwanken kann, wenn beispielsweise viele ältere Züge gleichzeitig anfahren.



Dann besteht das Risiko, dass das Netz überlastet wird und ausfällt. Daher sollen die neuen Anlagen genau dort Blindleistung zur Verfügung stellen, wo sie gebraucht wird. Zwei der insgesamt drei Einheiten werden Ende 2015 auf der Südseite des Simplontunnels in Betrieb gehen, die dritte ist für den Netzbereich Neuhausen am Rheinfall vorgesehen.

Das Besondere an den neuen Anlagen ist ihre Mobilität: Sie sind in Standard-Containern untergebracht und lassen sich transportieren. Die SBB kann damit ihr Stromnetz genau dort stabilisieren, wo es nötig ist.

Mit Blindleistung bezeichnet man die elektrische Leistung, die beim Aufbau elektrischer und magnetischer Felder verbraucht wird. Sie fällt unter anderem beim Betrieb elektrischer Maschinen wie Generatoren oder Elektromotoren an und sie trägt nicht zur Verrichtung der eigentlichen Arbeit bei.

Fallen größere Mengen Blindleistung an, ist es nicht effizient, sie über das Stromnetz zu transportieren, sondern sie wird an Ort und Stelle in sogenannten Blindleistungskompensationsanlagen erzeugt. Die Anlagen selbst beziehen ihre Hilfsenergie aus dem Bahnstromnetz oder dem öffentlichen Netz.

Das Besondere an den von Siemens entwickelten Anlagen Sitras SVC Plus ist ihre so genannte modulare Multilevel-Stromrichtertechnik. Die Anlage besteht aus einer Vielzahl in Reihe geschalteter Leistungstransistormodulen (IGBT) und Kondensatoren. Ein solches System erzeugt hohe Spannungen und wird ohne Transformator über eine Drossel direkt an die Fahrleitung angeschlossen.

Die Anlage braucht deshalb weniger Platz und kann zusammen mit der nötigen Kühl- und Schalttechnik in einen Eisenbahncontainer eingebaut werden. Die Anlagen, die Siemens für die SBB baut, erzeugen jeweils 15 MVAr, also 15 Megawatt Blindleistung. (IN 2013.08.1)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

Weitere Berichte zu: Bahnstromnetz Blindleistung Stromnetz Stromversorgung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Wärme in Strom: Thermoelektrische Generatoren aus Nanoschichten
16.03.2017 | Universität Duisburg-Essen

nachricht Flüssiger Treibstoff für künftige Computer
15.03.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise