Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Spitzenplatz in der europäischen Batterieforschung

15.09.2011
ZSW feiert Einweihung des Labors für Batterietechnologie eLab in Ulm

Auf dem Weg zur Superbatterie: Forschungszentrum für die im Aufbau befindliche Batterieindustrie soll strategische Produktionslücken schließen helfen. 27 Millionen Euro Investition.

Elektroautos brauchen sichere, leistungsfähige und serienreife Fahrzeugbatterien. Das Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) hat zu diesem Zweck in Ulm das Labor für Batterietechnologie (eLab) errichtet. Die offizielle Einweihung mit Gästen aus Politik und Wirtschaft fand am 15. September statt. An dem Projekt beteiligt haben sich das Bundesforschungs- und das Bundesverkehrsministerium, das Land Baden-Württemberg, die EU, Partner aus der Industrie und die Stadt Ulm. Das eLab verfügt über Zellfertigungsanlagen für Lithium-Ionen-Zellen, enthält ein Sicherheitstestzentrum und schließt damit Lücken bei der Batterieherstellung und Qualifikation. Der Bau wurde planmäßig fertig gestellt.

Die Gesamtinvestitionen betrugen 27 Millionen Euro. Das neue Forschungszentrum soll dazu beitragen, eine starke Batterieindustrie in Deutschland aufzubauen.

Forschungsministerin Schavan wies die Industrie in ihrer Ansprache auf die Chancen hin, die sich mit dem eLab ergeben. „Wir wollen, dass Deutschland zum Leitanbieter für Elektromobilität wird. Eine starke Batterieforschung ist dafür die Voraussetzung. Das eLab ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg", so Schavan.

Bundesverkehrsminister Ramsauer sagte anlässlich der Einweihung: „Elektrofahrzeuge müssen genauso sicher sein wie Fahrzeuge mit herkömmlichem Antrieb. Gerade deutsche Autohersteller stehen für hohe Sicherheitsstandards. Im Bereich der Fahrzeugbatterien muss entsprechende Expertise nun zügig aufgebaut werden, wenn wir unsere Ziele in der Elektromobilität erreichen wollen. Das Bundesverkehrsministerium fördert deshalb den Aufbau des Batterietestzentrums in Ulm mit rund 13 Millionen Euro. Mit dieser Investition stärken wir unsere nationale Kompetenz in Sachen Batterietechnologie erheblich“.

Professor Werner Tillmetz, ZSW-Vorstand und Leiter des Geschäftsbereichs Elektrochemische Energietechnologien, freute sich als Hausherr besonders. „Wir haben mit Hilfe unserer Partner ein einzigartiges Batterieforschungszentrum geschaffen. Hier fließen unser Know-how aus über 20 Jahren zum gesamten Spektrum der Batterietechnologie mit dem unserer vielen Kooperationspartner zusammen.“

Von Bund und Land kamen mehrere Millionen Euro Förderung. Die Liste der Kooperationspartner aus der Industrie ist lang und prominent: BMW und die Daimlertochter Deutsche Accumotive engagieren sich finanziell. Volkswagen, Bosch, Opel und der Zulieferer Continental unterstützen das Projekt ebenfalls. Hinzu kommen auch die Batteriehersteller SB LiMotive und Li-Tec Battery.

Das dreigeschossige Großlabor erstreckt sich auf 6.600 Quadratmeter und gliedert sich in einen Kopfbau und drei Gebäudeflügel. Im Kopfbau befinden sich Büros. In den „Fingern“ sind die Labore für die Batterietests und -systemtechnik sowie die Zellfertigungstechnologie angesiedelt.

Im eLab werden neue Komponenten und Mixturen in industriellen Standardzellen evaluiert. Laufende Produktionsanlagen müssen dann nicht mehr für die Neuentwicklung angehalten werden. Für Hersteller von Produktionsanlagen gibt es die Möglichkeit, mit dem ZSW neue Fertigungstechnologien mit Originalmaterialien zu entwickeln. Ziel ist, in absehbarer Zukunft mit der eigenen Industrie Batterien für Elektroautos zu bauen.

Die Forscher errichteten in enger Abstimmung mit den Industriepartnern ein umfassendes Sicherheitstestzentrum für Batteriesysteme. Neue Technologien zum Batteriemanagement, Ladezustandsbestimmung, Fehlerdiagnose und Thermalhaushalt werden dort ebenfalls entwickelt. Zur Ausrüstung gehören Sicherheitskammern und 20 klimatisierte Testkabinen mit Messtechnik. Der Grund: Hersteller von Batterien müssen hohe Sicherheitsanforderungen mit unabhängigen Tests nachweisen. Die Betriebstemperatur einer Batterie muss etwa zwischen minus 30 und 50 Grad schwanken können. Die Lebensdauer sollte zehn Jahre betragen und 300.000 Ladezyklen umfassen.

Das ZSW gehört zu den führenden angewandten Forschungsinstituten auf den Gebieten Photovoltaik, regenerative Kraftstoffe, Batterietechnik und Brennstoffzellen sowie Energiesystemanalyse. Am Standort Ulm betreibt das Institut das europaweit größte Entwicklungs- und Testzentrum für Hochleistungsbatterien und Brennstoffzellen. Seit 20 Jahren entwickeln die ZSW-Forscher mit Mittelstand und Industrie mobile und stationäre Systeme. An den drei ZSW-Standorten Stuttgart, Ulm und Widderstall sind derzeit über 200 Wissenschaftler, Ingenieure und Techniker beschäftigt. Sie erwirtschaften einen Umsatz von 25 Millionen Euro.

Ansprechpartner Pressearbeit
PR-Agentur Solar Consulting GmbH, Axel Vartmann,
Solar Info Center, D-79072 Freiburg,
Tel. +49/761/38 09 68-23, Fax +49/761/38 09 68-11,
vartmann@solar-consulting.de, www.solar-consulting.de
Ansprechpartner ZSW
Tiziana Bosa, Zentrum für Sonnenenergie- und
Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), Helmholtzstr. 8,
D-89081 Ulm, +49/731/9530-601, Fax: +49/731/9530-666,
tiziana.bosa@zsw-bw.de, www.zsw-bw.de

Axel Vartmann | Solar Consulting GmbH
Weitere Informationen:
http://www.zsw-bw.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Gedruckte »in-situ« Perowskitsolarzellen – ressourcenschonend und lokal produzierbar
17.05.2018 | Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE

nachricht Ein elektronischer Rettungshund
17.05.2018 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics