Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit der Sonne kalkulieren

21.04.2009
Die anhaltende Hochwetterlage macht Lust auf den ersten Freibadbesuch.

Tatsächlich müssen wir nicht mehr lange auf die Eröffnung der Bäder warten. Für solarbeheizte Anlagen wie das Freibad Grünhöfe in Bremerhaven ist ein sonniges Frühjahr ideal: die Absorber erhalten dann genug Solarenergie, um das Anbaden nicht nur für die Mutigen zu einem Erlebnis zu machen.

Wie Betreiber ihr Kostenmanagement mit Hilfe der Sonne als kostenfreien Energielieferanten optimieren können vermitteln kostenfreie Workshops am 28.4. in Bremerhaven Betreibern und Installateuren.

Solarthermie entlastet Kostenmanagement von Bädern

Wo wäre in Bremerhaven ein besserer Platz für ein Freibad mit CO2-neutraler Energieversorgung als im Stadtteil Grünhöfe? Hier finden Erfrischungssuchende mit grünem Gewissen ihre Oase. Auch der Betreiber, die Bädergesellschaft Bremerhaven mbH, hat die Umstellung auf Solarthermie im Jahr 2008 nicht bereut. Nach der ersten Saison ist absehbar, dass sich die Investitionen bereits nach dem zweiten Betriebsjahr amortisiert haben werden. Die Einsparungen betrugen bereits im letzten Jahr 23.000 Euro. Eine Energieleistung von 455.000 KWh wird pro Saison eingespart. Die Leistungsspitze der Anlage beträgt 400 KW. Da die Absorberanlage in den Filterkreislauf des Bades eingebunden ist, genügen bereits geringe Absorber-Temperaturen zur Wassererwärmung - ein System mit hoher Effektivität.

Da das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei solarthermischen Systemen überzeugen kann, wächst das Interesse von öffentlichen Schwimmbadbetreibern, Hotelmanagern und privaten Poolbesitzern. Das ttz Bremerhaven bietet am 28. April einen kostenfreien Workshop an, bei dem sowohl technische Grundlagen als auch Best-Practise-Beispiele und Kalkulationsmöglichkeiten vorgestellt werden. Das Forschungsunternehmen hat sich im Rahmen des EU-Projektes "Solpool" gemeinsam mit Partnern aus sieben Ländern mit den Chancen der Solarthermie als wichtigen Beitrag zur Emissionseinsparung, Kostensenkung und Imagepflege beschäftigt. "In Deutschland wurden 2007 allein 34 neue solarbeheizte Freibäder eröffnet - das entspricht einem Anstieg um 4,4 Prozent zum Vorjahr", berichtet die ttz-Projektleiterin Leire Sarachaga.

Deutschland gehört im Vergleich zu den europäischen Nachbarn zu den Spitzenreitern bei der Nutzung von Solarenergie, doch es liegt noch viel Potential brach. Fehlende Informationen und eine wenig ausgeprägte Vernetzung der Branche verlangsamen die Ausbreitung. Unter Leitung des Koordinators DGS haben die Solpool-Partner in den letzten 2,5 Jahren darauf hingewirkt, die Nutzung von Solarenergie in den beteiligten Ländern um jeweils 10 Prozent zu steigern. Zur Erwärmung von öffentlichen deutschen Freibädern werden aktuell Heizkessel, Wärmepumpen und solarthermische Systeme eingesetzt. Noch überwiegen die vorrangig mit Erdgas betrieben Heizkessel mit einem Marktanteil von über 60 Prozent.

Wird das positive Beispiel Schule machen und auch in den anderen Bädern der Bädergesellschaft Solarthermie Einzug halten? "In Hallenbädern werden Wassertemperaturen von über 30 Grad benötigt - das ist mit einer Heizung durch Solarenergie nicht zu schaffen", berichtet Horst Ortgies, Technischer Leiter des Unternehmens. Im Freibad wurde im letzten Jahr eine Wassertemperatur von 26 Grad Celsius erreicht. Diese Wohlfühltemperatur ist das Ergebnis einer planvollen Realisierung - die gesamte Dachfläche von 820 Quadratmetern wurde mit Absorbern ausgelegt. Mitte April, zwei Wochen vor dem Start der Badesaison, werden sie befüllt. Bei anhaltend schönem Wetter können die Badegäste dann vom ersten Tag an angenehme Temperaturen genießen.

Die Möglichkeiten für den unterstützenden Einsatz von Solarabsorbern werden auch in den drei Hallenbädern geprüft. Die Technologie hat Ortgies überzeugt: "Zuhause heizen wir für die Warmwasserbereitung mit solarer Energie und nutzen diese auch für den Geschirrspüler und die Waschmaschine. Dabei kommt allerdings ein Vakuum-Röhrenkollektor zum Einsatz." Welche Voraussetzungen welches System erfordern, ist im Einzelfall zu prüfen. Der Workshop am ttz Bremerhaven unterstützt Interessierte dabei und erleichtert den Weg zur Implementierung.

Datum: 28. April 2009
Organisator: ttz Bremerhaven
Zeit: Für Betreiber: 9.00 - 12.00 Uhr
Für Installateure: 13.00 - 16.00 Uhr
Ort: Biotechnologiezentrum Bio Nord, Konferenzraum Süd,
Am Fischkai 1, 27572 Bremerhaven
Anmeldung: ttz Bremerhaven, Sabrina Ahrens
Tel. 0 47 1/94 48-701, Fax: 0 47 1/94 48-722
sahrens@ttz-bremerhaven.de
Das ttz Bremerhaven versteht sich als innovativer Forschungsdienstleister und betreibt anwendungsbezogene Forschung und Entwicklung. Unter dem Dach des ttz Bremerhaven arbeitet ein internationales Team ausgewiesener Experten in den Bereichen Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik, Analytik sowie Wasser-, Energie- und Landschaftsmanagement, Gesundheitssysteme sowie Verwaltung & Software.

Britta Rollert | idw
Weitere Informationen:
http://www.ttz-bremerhaven.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie