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Solarstrom für Signale der Schweizer Bundesbahn

09.12.2011
Siemens stattet einen Großteil des Streckennetzes der Schweizer Bundesbahn (SBB) mit seinem ETCS-Zugbeeinflussungssystem aus.

Von 2012 bis 2017 werden rund 430 Stellwerke und über 9000 Signalpunkte auf das Europäische Zugsicherungssystem ETCS umgerüstet. Mehr als Hälfte der gelieferten Signalschalteinheiten verfügen über Solarzellen und sind energieautark.


Im Vergleich zu konventionellen Lösungen spart die SBB damit pro Jahr über 850.000 Kilowattstunden Strom. Der Auftrag beläuft sich auf 125 Millionen Euro und umfasst auch den Support der installierten Signaltechnik für 25 Jahre.

Zugbeeinflussungssysteme ergänzen die sichtbaren Streckensignale, die dem Lokführer anzeigen, ob und wie schnell er fahren darf. Sie übermitteln ihm die Anweisungen zusätzlich per Funk. Wenn der Lokführer nicht reagiert, bremsen sie automatisch.

Heute gibt es in Europa rund 20 inkompatible Zugbeeinflussungssysteme, so dass an vielen Grenzen die Lok gewechselt wird. Das ETCS (European Train Control System) schafft einen Standard. Es wird an allen neuen Anlagen installiert, während die Umstellung der bestehenden Trassen und Züge nach Bedarf erfolgt.

Trainguard von Siemens Mobility and Logistics ist ein komplettes Portfolio für die ETCS-kompatible Ausstattung von Loks und Strecken. Unter anderem senden Eurobalisen, das sind im Gleis montierte Funkeinheiten, Daten an eine Antenne im Boden der Lok. Schalteinheiten an der Strecke übertragen die Signalinformationen an die Balisen.

Die SBB entschied sich für die Umstellung auf ETCS, weil die bestehende Signaltechnik modernisiert werden sollte. Eine Herausforderung sind dabei jene Zugsicherungen, die bisher keine Stromversorgung haben. Sie übermitteln nur die drei Signale „Fahrt“ „Halt“ und „Warnung“ über magnetische Induktion an den Zug. Siemens entwickelte deshalb eine mit Solarzellen betriebene Schalteinheit, die genug Energie erzeugt, um die Informationen an die Balise zu senden.

Dadurch sinkt der Stromverbrauch, und es fallen keine Kosten für die Verkabelung von über 5000 Signalpunkten an. Für die Übermittlung komplexerer Daten wie Geschwindigkeitsprofile wurden konventionelle Schalteinheiten verbaut. Im Zuge der Umrüstung erhalten auch die Schaltanlagen in den 430 Stellwerken, deren Technik sich über drei Generationen erstreckt, einen einheitlichen Standard. (IN 2011.12.4)

Dr. Norbert Aschenbrenner | Siemens InnovationNews
Weitere Informationen:
http://www.siemens.de/innovation

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