Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solarflugzeug startet internationalen Flug

29.04.2011
Durchquerung von fünf europäischen Ländern ohne Treibstoff

Der erste internationale Flug des Solarflugzeuges Solar Impulse HB-SIA steht unmittelbar bevor. Der Prototyp des Teams um André Borschberg und Betrand Piccard ist ab 2. Mai startklar für die Zwölf-Stunden-Strecke vom Schweizer Flugplatz Payerne bis zum Brüssel International Airport. "Ziel des Fluges ist es, europäische Institutionen zu ehrgeizigen Zielen bei erneuerbaren Energien zu ermuntern. Dafür kann ein fliegendes Flugzeug, das ganz ohne Treibstoff auskommt, das beste Vorbild sein", erklärt Solar Impulse-Sprecherin Alexandra Gindroz http://www.solarimpulse.com im pressetext-Interview.


Solarflugzeug: Startklar für den Schweiz-Belgien-Flug (Foto: Solar Impulse)

Vorzeigeobjekt für Sonnenstrom

Ambitioniert ist der Prototyp von Solar Impulse auf jeden Fall. 12.000 Solarzellen auf den 200 Quadratmeter großen Flügelflächen versorgen die 400 Kilogramm schweren Lithium-Polymer-Batterien, mit denen vier Zehn-PS-Elektromotoren angetrieben werden. Das einsitzige Luftgefährt ist mit insgesamt 1,6 Tonnen ein Fliegengewicht - besonders angesichts der Flügelspannweite, die mit 63,4 Metern jener des Airbus A340 gleichkommt.

Schon im Vorjahr versuchte Solar Impulse den 24 Stunden-Flug, wobei es die zuvor nie gewagte Herausforderung des Nachtfluges zu knacken galt. Während des Tages sollten sich die Batterien laden, dank deren Hilfe der Pilot nachts auf einer Höhe von 1.500 Metern blieb (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/100708008/ ). Das Experiment gelang in 26 Flugstunden - womit zugleich der Rekord des längsten als auch des höchsten Fluges eines bemannten Solarflugzeuges aufgestellt wurde.

Flug über den Behördendschungel

Während der Tag-Nacht-Flug besonders von der Fähigkeit des Piloten abhing, extrem sparsam zu fliegen, ist die größte Hürde für den Vorstoß in den internationalen Flugraum die Bürokratie. "Solar Impulse fällt unter die Gruppe der experimentellen Flüge, für die eine Genehmigung der Luftfahrtsbehörden ungleich schwerer zu bekommen ist. Sowohl die Schweiz als auch Deutschland, Frankreich, Luxemburg und Belgien haben bisher aber sehr gut kooperiert." In der Vorbereitung und beim Flug selbst sind Meteorologen, Experten der Verkehrskontrolle, IT-Spezialisten sowie auch das Brüsseler Flughafen-Bodenpersonal eingebunden.

Vorbereitung für die Weltumrundung

Als "Hauptmission" des Sonnenfliegers bezeichnet Gindroz allerdings die Weltumrundung, die ihrem Gründer Bertrand Piccard bereits 1999 als erstem Menschen mit einem Heißluftballon geglückt ist. Dazu tüfteln die Ingenieure bereits heute an einem Prototyp-Nachfolger, der für seine Aufgabe allerdings einige Verbesserungen benötigt. Alle derzeitigen Testflüge sind laut der Solar Impulse-Sprecherin dazu gedacht, die nötigen Erfahrungen in der Navigation und Technik zu sammeln.

"Das zweite Flugzeug erhält einen Autopiloten, der dem Piloten mehrere 20-Minuten-Nickerchen pro Tag erlauben soll, zudem auch einen Navigator sowie ein komfortableres Cockpit, bei dem der Pilot seine Position verändern kann. Ohne dieses sind Flüge, die länger als zwei Tage und zwei Nächte dauern, kaum zu bewältigen", so Gindroz. Wegen der nötigen Gewichtseinsparung kommt ein zweiter Pilot nicht in Frage, weshalb bei der Weltumrundung Zwischenlandungen spätestens alle fünf Tage mit einem Pilotenwechsel anstehen werden.

Johannes Pernsteiner | pressetext.redaktion
Weitere Informationen:
http://www.solarimpulse.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Neuro-Robotik ermöglicht Querschnittsgelähmten selbstständig zu essen
07.12.2016 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Höhere Energieeffizienz durch Brennhilfsmittel aus Porenkeramik
05.12.2016 | Fraunhofer-Institut für Silicatforschung ISC

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

ICTM Conference 2017: Production technology for turbomachine manufacturing of the future

16.11.2016 | Event News

Innovation Day Laser Technology – Laser Additive Manufacturing

01.11.2016 | Event News

#IC2S2: When Social Science meets Computer Science - GESIS will host the IC2S2 conference 2017

14.10.2016 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie