Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Solardächer für Hessen: FH-Professorin Klärle zeigt, ob und wo sich eine Solaranlage lohnt

08.05.2012
Der Pilotbetrieb eines zentralen hessischen Solardachkatasters ist gestartet.

Dies erfolgte durch Prof. Dr. Martina Klärle, Prodekanin des Fachbereichs 1: Architektur, Bauingenieurwesen, Geomatik der Fachhochschule Frankfurt am Main (FH FFM), im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.

Interaktive Karten wurden zunächst für 32 Kommunen zwischen dem Rhein-Main-Gebiet und Marburg entwickelt. Durch diese können Hausbesitzer über das Internet schnell und kostenlos erfahren, ob sich eine Solaranlage auf dem eigenen Dach lohnt.

Das Pilotgebiet schließt unter anderem den Main-Taunus-Kreis, einen großen Teil der Stadt Frankfurt sowie Gemeinden aus den Landkreisen Gießen, Hoch-Taunus, Main-Kinzig, Rheingau-Taunus, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill ein. Die Gesamtfläche des Projekts beträgt rund 1.000 Quadratkilometer und umfasst über 580.000 Gebäude. Das entspricht fünf Prozent der Landesfläche und zwölf Prozent des Gebäudebestandes. 41 Prozent der Dächer im Pilotgebiet sind für die Gewinnung von Solarenergie, 51 Prozent für die solarthermische Nutzung, das heißt zum Erzeugen von Warmwasser und zur Unterstützung der Heizung, geeignet.

Unter http://www.solardach.hessen.de muss auf der Karte lediglich das betreffende Haus angeklickt werden und der/die Nutzer(in) erhält die Information, wie viel Strom im Jahr durch eine Solaranlage auf diesem Dach gewonnen werden könnte. Auf der Grundlage einer Laserbefliegung mit einem Kleinflugzeug wurden die Neigung, die Ausrichtung nach Himmelsrichtung und die Verschattung eines jeden Hauses berechnet sowie die Sonneneinstrahlung über den Tag und das Jahr hinweg simuliert. Zudem wurden die nötige Investitionssumme sowie die Kohlenstoffdioxid-Einsparung pro Haus ermittelt. „Über ein Viertel des Gesamtstrombedarfs und damit 100 Prozent des Strombedarfs der privaten Haushalte könnten alleine auf den Dachflächen durch die umweltfreundliche Sonnenenergie abgedeckt werden. Dies entspräche der produzierten Strommenge, die derzeit von Atomkraftwerken bereitgestellt wird“, betont Klärle. Das Solardachkataster kann mit anderen Datensätzen der Kommunen, beispielsweise zum Denkmalschutz, verknüpft werden, um den Informationsgehalt zu erhöhen.

Ein Wirtschaftlichkeits-Rechner ermittelt für jedes Gebäude, wann sich die geplante Photovoltaik-Anlage lohnen wird. Auf Basis der aktuellen Modulpreise und der Kreditkonditionen sowie der Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)-Einspeisevergütung werden die Erträge für die nächsten 20 Jahre berechnet. Im Rahmen des Pilotprojektes wurde zudem ein Wirtschaftlichkeits-Rechner für Solarthermie entwickelt.

Um ein Solarkataster für das gesamte Bundesland Hessen zu erstellen, müssen große Datenmengen zentral bereitgestellt werden. Deshalb werden die Berechnungsmethoden und die Internet-Anwendung zunächst an den ausgewählten Kommunen erprobt. Der Datenschutz spielt bei dem Pilotprojekt eine wichtige Rolle. Nach Vorgaben des hessischen Datenschutzbeauftragten wurde ein differenziertes Verfahren entwickelt. Dieses stellt sicher, dass Bürgerinnen und Bürger, deren Dachflächen in dem Kataster nicht sichtbar sein sollen, Gelegenheit erhalten sich zu melden.

Klärle lehrt im Bachelor- sowie im Master-Studiengang Geoinformation und Kommunaltechnik der FH FFM. Die Studierenden lernen hier raumbezogene Geodaten zu erfassen und zu analysieren. „Sie setzen sich mit den Grundlagen und Voraussetzungen für die Entwicklung solch zukunftsträchtiger Modelle wie ,SUN-AREA’ auseinander“, erklärt Klärle. Bereits im Studium arbeiten die Studierenden mit Kommunen, Verbänden, Behörden und Firmen zusammen.
Klärle entwickelte mit ihrem Forschungsteam in den Jahren 2006 bis 2008 unter dem Namen „SUN-AREA“ die Solarpotenzialanalyse mittels Laserscan-Daten, die jetzt für Hessen zum Einsatz kommt. Seit 2008 wurden für rund 350 Städte und Gemeinden „SUN-AREA“-Solarkataster erstellt. Weitere Informationen zu SUN-AREA: http://www.sun-area.net. 2009 erhielt die FH-Professorin dafür den Deutschen Solarpreis. Das Land Baden-Württemberg zeichnete Klärle für ihre Forschungsaktivitäten im Jahr 2010 mit seiner Wirtschaftsmedaille aus. Auch die FH FFM würdigte ihre Professorin: Im November 2011 wurde Klärle mit dem Innovationspreis des Fördervereins der Fachhochschule Frankfurt am Main e.V. für ihre herausragenden Leistungen in Forschung und Transfer ausgezeichnet.

Wissenswertes zu den Studiengängen Geoinformation und Kommunaltechnik:
http://www.fh-frankfurt.de → Fachbereiche → Fb 1 → Bachelor-Studiengänge → Geko

(http://www.fh-frankfurt.de/de/fachbereiche/fb1/studiengaenge/geko_bachelor.html)

und http://www.fh-frankfurt.de → Fachbereiche → Fb 1 → Master-Studiengänge → Geko

http://www.fh-frankfurt.de/de/fachbereiche/fb1/masterstudiengaenge/geko_master.html

Nicola Veith | idw
Weitere Informationen:
http://www.sun-area.net
http://www.solardach.hessen.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht TU Ilmenau erforscht innovative mikrooptische Bauelemente für neuartige Anwendungen
21.09.2017 | Technische Universität Ilmenau

nachricht Bald bessere Akkus?
21.09.2017 | Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie