Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

So einfach geht’s: Wasserstoff aus Wasserdampf und Elektrizität

18.12.2014

Basierend auf einem Elektrolyseverfahren von Wasserdampf bei sehr hohen Temperaturen hat das Labor LITEN [1] der französischen Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA) ein neues innovatives Wasserstoffproduktionssystem entwickelt. Diese neue leistungsstarke Methode ermöglicht die Erschließung neuer Märkte für industriell genutzten Wasserstoff und die Förderung neuer umweltfreundlicher Technologien.

Basierend auf einem Elektrolyseverfahren von Wasserdampf bei sehr hohen Temperaturen hat das Labor LITEN [1] der französischen Behörde für Atomenergie und alternative Energien (CEA) ein neues innovatives Wasserstoffproduktionssystem entwickelt. Diese neue leistungsstarke Methode ermöglicht die Erschließung neuer Märkte für industriell genutzten Wasserstoff und die Förderung neuer umweltfreundlicher Technologien.

Das neue Verfahren senkt erheblich die Investitions- und Betriebskosten und erzielt anders als herkömmliche Methoden einen Wirkungsgrad von 90%.

Wasserstoff wird in vielen Bereichen der Industrie (Chemie, Lebensmittelverarbeitung, Glasverarbeitung, Stahlindustrie, Mikroelektronik) verwendet. Die Elektrolyse ist ein vielversprechendes Verfahren, das zur Umwandlung und Speicherung von intermittierenden erneuerbaren Energiequellen verwendet werden kann. Bisher erfolgte die Produktion von Wasserstoff überwiegend durch Reformierung von Methan/Erdgas. Das von der CEA entwickelte alternative Verfahren produziert Wasserstoff durch Elektrolyse von Wasser mittels Elektrizität. Durch eine kohlenstoffarme Stromquelle ermöglicht dieses Verfahren Treibhausgasemissionen zu begrenzen und fossile Brennstoffe einzusparen.

Die verschiedenen Methoden zur Wasserelektrolyse unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Betriebstemperatur, die wiederum die Strommenge bestimmt, die benötigt wird, um die Wassermoleküle zu trennen. Ein wichtiger Meilenstein wurde durch das CEA-LITEN erreicht: ein Hochtemperatur-Elektrolysesystem (700°C) produziert Wasserstoff aus Wasserdampf bei einer Temperatur von nur 150°C und Elektrizität, bei einem Stromverbrauch von 3,9 kWh/Nm 3 Wasserstoff. Dieser Prototyp beweist, dass es möglich ist, Wasserstoff bei niedrigen Temperaturen und ungleichmäßigen Wirkungsgraden durch maximale Wärmerückgewinnung im Gesamtsystem zu produzieren.

Das von der CEA entwickelte Verfahren umfasst einen kostenoptimierten und leistungsstarken "stack" (Stapel von Zellen, das Herzstück der Wasserstoff-Herstellungskette) sowie die erforderlichen Zusatzkomponenten für eine Flüssigkeits-, Wärme- und elektrische Kontrolle des Systems. Dies ermöglicht eine totale Autonomie. Das System ist kompakt und hat die Größe eines Kühlschranks. Es kann zwischen 1 und 2,5 Nm3/h Wasserstoff produzieren. Die Wärme der Abgase wird wiedergewonnen, um das Einlassgas durch einen leistungsstarken Hochtemperatur-Wärmetauscher vorzuwärmen, wenn das System in einem leicht exothermen Modus arbeitet. Die Leistung dieses Systems wurde gemessen und weist einen Wirkungsgrad von 90% auf, was das außerordentliche Potenzial dieser neuen Technologie bestätigt.

Florence Lambert, Direktorin des Labors LITEN, ist davon überzeugt, dass der Energieträger Wasserstoff eine wichtige Rolle bei der Energiewende spielen wird. Die Hochtemperaturelektrolyse ist eine ernstzunehmende Alternative zur Produktion von wirtschaftlich tragfähigem Wasserstoff, ohne auf fossile Ressourcen zurückgreifen zu müssen.

Weitere Informationen:
[1] Innovationslabor für neue Energietechnologien und Nanomaterialien: http://www-liten.cea.fr/

Quelle: Pressemitteilung “Produire de l'hydrogène à partir de vapeur et d'électricité“, – 10.12.2014 - http://www.cea.fr/presse/liste-des-communiques/cea-liten-production-d-hydrogene-...

Redakteurin: Daniela Niethammer, daniela.niethammer@diplomatie.gouv.fr

Marie de Chalup | Wissenschaft Frankreich
Weitere Informationen:
http://www.wissenschaft-frankreich.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Energie und Elektrotechnik:

nachricht Stromindikatorklemmen mit Push-in-Anschluss
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

nachricht Leiterplatten-Steckverbinder werkzeuglos montieren
24.07.2017 | PHOENIX CONTACT GmbH & Co.KG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Energie und Elektrotechnik >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Navigationssystem der Hirnzellen entschlüsselt

Das menschliche Gehirn besteht aus etwa hundert Milliarden Nervenzellen. Informationen zwischen ihnen werden über ein komplexes Netzwerk aus Nervenfasern übermittelt. Verdrahtet werden die meisten dieser Verbindungen vor der Geburt nach einem genetischen Bauplan, also ohne dass äußere Einflüsse eine Rolle spielen. Mehr darüber, wie das Navigationssystem funktioniert, das die Axone beim Wachstum leitet, haben jetzt Forscher des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) herausgefunden. Das berichten sie im Fachmagazin eLife.

Die Gesamtlänge des Nervenfasernetzes im Gehirn beträgt etwa 500.000 Kilometer, mehr als die Entfernung zwischen Erde und Mond. Damit es beim Verdrahten der...

Im Focus: Kohlenstoff-Nanoröhrchen verwandeln Strom in leuchtende Quasiteilchen

Starke Licht-Materie-Kopplung in diesen halbleitenden Röhrchen könnte zu elektrisch gepumpten Lasern führen

Auch durch Anregung mit Strom ist die Erzeugung von leuchtenden Quasiteilchen aus Licht und Materie in halbleitenden Kohlenstoff-Nanoröhrchen möglich....

Im Focus: Carbon Nanotubes Turn Electrical Current into Light-emitting Quasi-particles

Strong light-matter coupling in these semiconducting tubes may hold the key to electrically pumped lasers

Light-matter quasi-particles can be generated electrically in semiconducting carbon nanotubes. Material scientists and physicists from Heidelberg University...

Im Focus: Breitbandlichtquellen mit flüssigem Kern

Jenaer Forschern ist es gelungen breitbandiges Laserlicht im mittleren Infrarotbereich mit Hilfe von flüssigkeitsgefüllten optischen Fasern zu erzeugen. Mit den Fasern lieferten sie zudem experimentelle Beweise für eine neue Dynamik von Solitonen – zeitlich und spektral stabile Lichtwellen – die aufgrund der besonderen Eigenschaften des Flüssigkerns entsteht. Die Ergebnisse der Arbeiten publizierte das Jenaer Wissenschaftler-Team vom Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT), dem Fraunhofer-Insitut für Angewandte Optik und Feinmechanik, der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Helmholtz-Insituts im renommierten Fachblatt Nature Communications.

Aus einem ultraschnellen intensiven Laserpuls, den sie in die Faser einkoppeln, erzeugen die Wissenschaftler ein, für das menschliche Auge nicht sichtbares,...

Im Focus: Flexible proximity sensor creates smart surfaces

Fraunhofer IPA has developed a proximity sensor made from silicone and carbon nanotubes (CNT) which detects objects and determines their position. The materials and printing process used mean that the sensor is extremely flexible, economical and can be used for large surfaces. Industry and research partners can use and further develop this innovation straight away.

At first glance, the proximity sensor appears to be nothing special: a thin, elastic layer of silicone onto which black square surfaces are printed, but these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. Uelzener Forum: Demografischer Wandel und Digitalisierung

26.07.2017 | Veranstaltungen

Clash of Realities 2017: Anmeldung jetzt möglich. Internationale Konferenz an der TH Köln

26.07.2017 | Veranstaltungen

2. Spitzentreffen »Industrie 4.0 live«

25.07.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Robuste Computer für's Auto

26.07.2017 | Seminare Workshops

Läuft wie am Schnürchen!

26.07.2017 | Seminare Workshops

Leicht ist manchmal ganz schön schwer!

26.07.2017 | Seminare Workshops